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Neustadt 400 Dudenser gratulieren Günther Falldorf zum Bundesverdienstkreuz
Umland Neustadt

Neustadt: 400 Dudenser gratulieren Günther Falldorf zum Bundesverdienstkreuz

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20:01 11.08.2019
Günther Falldorf ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und bleibt im Herzen ein Dorfkind. Quelle: Susann Brosch
Dudensen

Günther Falldorf trägt seit Freitag das Bundesverdienstkreuz am Bande. Rund 400 Gäste gratulierten dem Dudenser während seiner Feier. In einer langen Schlange standen die Gratulanten bis auf die Straße, um Falldorf persönlich zu beglückwünschen. Der 72-Jährige begrüßte jeden Gast mit Handschlag und einer herzlichen Umarmung.

Falldorf sucht nie seinen eigenen Vorteil

Wer Freunde, Nachbarn und Weggefährten nach Falldorfs Stärken fragt, hört von allen Seiten den gleichen Tenor: „Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen, Zuhörer, Vormacher, Mitmacher, Brückenbauer“ sind nur einige Begriffe, mit denen er beschrieben wird. „Günther baut Brücken und achtet darauf, dass alle Beteiligten mit über die Brücke gehen und dass möglichst keiner zurückbleibt“, sagt Weggefährte Günter Blum über seinen Freund.

Stadtbrandmeister Robert Krenz nutzt ein ähnliches Bild: „Falldorf geht voraus und macht dir dann den Weg frei, damit du weiterkommst.“ „Er packt an, wo Not am Mann ist. Er lebt das Ehrenamt“, beschreibt Heinz-Günter Jaster, Ortsbürgermeister des Mühlenfelder Landes, seinen Vorgänger. „Er lebt das Miteinander über Parteigrenzen hinweg“, betont Arndt Linnemann (SPD) aus dem Ortsrat. „Günther bringt die richtigen Leute zusammen“, sagt der ehemalige Vorsitzende der Dudenser Schützen, Werner Rühmann.

„Ohne meine Inge wäre das nicht gegangen“

Falldorf ist auch am Tag nach der Verleihung emotional aufgewühlt. „Es war so ein unglaublich ergreifender Moment, als die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck das Kreuz überreichte“, sagt er. „Und die tolle Feier am Abend“, erzählt er gerührt weiter. „Ohne die Unterstützung der Dorfgemeinschaft wäre es nie zu dieser Auszeichnung gekommen.“

Auf die Frage, wie er zu seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten gefunden hat, greift er 50 Jahre zurück. „Der damalige CDU-Bürgermeister meinte, meine Inge und ich wären zu unreif, um so jung zu heiraten. Das hat mich so geärgert, dass ich in die SPD eingetreten bin. Ich wollte etwas verändern“, erzählt Falldorf. Feuerwehr, Ortsrat, Kirche, Dorfgemeinschaft – überall mischt er mit, ohne den Überblick zu verlieren. „Ohne meine Inge wäre das nicht gegangen“, betont er.

„Ich habe für ihn Protokolle geschrieben. Dadurch hatten wir mehr gemeinsame Zeit“, sagt Inge Falldorf. Sie hatte damals für sich entschieden, ihrem Gatten den Rücken zu stärken. Trotz all der Ehrenämter kam die Familie nicht zu kurz. „Wir streiten nicht. In unserer großen Familie sind wir füreinander da“, betont Falldorf. Inzwischen geht er es etwas ruhiger an. „Offizielle Ehrenämter bekleide ich nicht mehr, aber ganz aufhören kann ich ja doch nicht“, sagt der beliebte Dudenser und schmunzelt. „In der Dämmerung fahre ich mit dem Rad meine sogenannte Storchenrunde und halte immer wieder gern auf einen Klönschnack an.“ Das sei fast täglich sein Ritual.

Mit allen Generationen auf Augenhöhe

Die weitere Zukunft von Dudensen glaubt er in guten Händen. „Um unsere Dorfjugend ist mir nicht bange. Die bringt sich ein“, sagt er zuversichtlich. Geliebt wird Günther Falldorf besonders von den Kindern. Viele von ihnen kommen auf dem täglichen Weg zum Kindergarten an seinem Haus vorbei. „Sie grüßen und freuen sich sichtlich, mich zu sehen“, sagt er gerührt. Auch die inzwischen jungen Erwachsenen zollen ihm nach wie vor Respekt. „Ich betrachte sie alle als meine erweiterte Familie.“ Sein Wunsch für die Zukunft Dudensens: „Dass sie alle an einem Strang ziehen, zum Wohle der Gemeinschaft.“

Von Susann Brosch

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