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Neustadt Darum kreischen im Naturschutzgebiet Blankes Flat bald die Motorsägen
Umland Neustadt

Neustadt: Arbeiten im Naturschutzgebiet Blankes Flat beginnen im Februar 2020

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19:46 29.01.2020
Kaum Wasser im Moorsee: Das Blanke Flat war im vergangenen Sommer fast ausgetrocknet. Nun sollen dort neue Lebensräume geschaffen werden. Quelle: Patricia Chadde (Archiv)
Vesbeck/Warmeloh

Im Naturschutzgebiet Blankes Flat zwischen Vesbeck und Warmeloh werden in den nächsten Wochen Bäume gefällt, zudem wird Boden abgetragen. Was nach einem erheblichen Eingriff in die Natur klingt, dient der Schaffung von Lebensräumen. „Wir wollen die trockene Sandheide in dem Gebiet erhalten und ihre Ausdehnung vergrößern“, sagt Sabrina Schäfer vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover und der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) nimmt sie die Arbeiten bis Ende des Jahres vor.

In den kommenden Tagen soll an zwei Standorten der Waldrand am Hochmoor ausgelichtet werden. Diese Arbeiten sollen vor Beginn der Brut- und Setzzeit im Frühjahr abgeschlossen sein. Das etwa 65 Hektar große Blanke Flat besteht im Kernbereich aus dem kleinen Moorsee (Flat) und weiteren Moorsenken, die durch Dünenzüge getrennt sind. Die direkt an den See angrenzenden Binnendünen sind von Heide und Sandtrockenrasen bewachsen, während die Dünen mehrheitlich bewaldet sind.

Zurück in den Ursprungszustand: Im Hochmoor Blankes Flat werden demnächst Bäume gefällt und Boden abgetragen. So sollen neue Lebensräume entstehen. Quelle: NLWKN

Naturschutzgebiet wird zurückgearbeitet

Um die ursprüngliche Nährstoffarmut wiederherzustellen, werden die Flächen in einem zweiten Schritt im Winterhalbjahr 2020/2021 „geplaggt“: Bagger entfernen die oberste Bodenschicht, die über die Jahre durch Niederschlag und mit Stickstoff angereichert wurde. „Wir stellen damit quasi die historische Landnutzung nach, durch die diese Flächen entstanden sind: Heideflächen wurden beweidet und geplaggt, das heißt Vegetation und Oberboden wurden abgetragen und als Einstreu für die Viehställe verwendet“, sagt Kristina Haack von der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover. „Anschließend wurde das Material mit dem Dung der Tiere auf die Äcker gebracht. Dadurch blieb der Heideboden nährstoffarm.“

Rund um den See sollen Bäume gefällt werden. Quelle: Patricia Chadde

In diesen Zustand soll das Naturschutzgebiet zurückversetzt werden. So soll auch der Lebensraum für Tiere erweitert und gesichert werden – etwa für die Zauneidechse. Zudem werden Versteckmöglichkeiten und Sonnenplätze angelegt, um den Lebensraum für Reptilien zu optimieren. „Kleinflächig strukturierte Lebensräume sind für die Tiere besonders wichtig“, sagt Heiko Köster von der ÖSSM, der die Umsetzung vor Ort begleitet.

Liegt der Moorsee im Sommer trocken?

Das Blanke Flat war im vergangenen Sommer nahezu ausgetrocknet. Da das Hochmoor keinen Kontakt zum Grundwasser hat, ist es auf Niederschläge angewiesen. „Über Herbst und Winter ist nun wieder mehr Wasser im Moorsee“, sagt Köster. Sollte im kommenden Sommer wieder Dürre herrschen, sei das Flat auch in diesem Jahr vom Austrocknen bedroht.

Die Arbeiten im Blanken Flat gehören zum Projekt Atlantische Sandlandschaften, das zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen soll und von der EU gefördert wird. Für die zehnjährige Laufzeit des Projekts stehen Niedersachsen und dem Partnerland Nordrhein-Westfalen insgesamt 16,88 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent des Geldes werden von der EU gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern.

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Von Manuel Behrens

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