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Neustadt Ausbilder machen Zukunftspläne in der VHS
Umland Neustadt Ausbilder machen Zukunftspläne in der VHS
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16:11 03.04.2019
Wirtschaftsförderer Uwe Hemens begrüßt die Ausbilder in der VHS-Logistikhalle. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Bewerbermangel und Qualifikationslücken bei den jungen Menschen sind für Ausbilder ein Problem, doch in Sachen Digitalisierung sind die jungen Leute oft schon weit voraus. In anderen Bereichen kann die Volkshochschule (VHS) Entlastung schaffen. Beim Frühstück am Mittwoch hörten die Ausbilder von neuen Angeboten, die die VVHS Hannover Land Betrieben macht. Die Logistik ist als Pilotprojekt vorgeprescht, bietet eine breite Auswahl an Lagersystemen und Förderfahrzeuge, an denen die Auszubildenden geschult werden können. Weitere Angebote für Unternehmen haben die Verantwortlichen kürzlich vorgestellt.

Logistikmeister Frank Lenz berichtet von seinem Ausbildungszweig an der VHS: "Die technische Entwicklung überrollt uns geradezu. Neue Systeme können bei Sprach- und Leseschwierigkeiten helfen.“ Quelle: Kathrin Götze

Digitalisierung in der Logistik wichtig

VHS-Ausbilder und Logistikmeister Frank Lenz blickt weiter in die Zukunft: In seiner Branche ist die Digitalisierung schon weit fortgeschritten, mobile Endgeräte sind vielfach Standard, nächste Schritte könnten Stimmführer oder Virtual-Reality-Brillen sein, die den Mitarbeiter (oder Kunden) gezielt zum richtigen Lagerplatz führen. „Das könnte auch die Zukunft für anderssprachige oder niedriger qualifizierte Mitarbeiter sein“, sagt Lenz.

Auch automatisierte Fördersysteme, Scanner, die ganze Warenpakete erfassen oder Inventurdrohnen sind im Gespräch. „Wir müssen sehen, wann wir welche Innovation übernehmen – manche unserer Kunden arbeiten noch mit Zetteln, haben sich noch nicht mal an den Scanner gewöhnt“, sagt Lenz. Schon jetzt hat die Logistikbranche mit Nachwuchsmangel zu kämpfen, dieses Problem wird sich verschärfen: „Das Durchschnittsalter im Lager liegt bei 57 Jahren“, sagt Lenz. Auch an Transporterfahrern mangelt es. „Die Logistik wird zusammenbrechen, wenn wir nicht gegensteuern.“

Ersatzteile in der Werkstatt ausdrucken

Jürgen Hansen von der Wirtschaftsförderung der Region sieht neue Lösungen im Kommen. „Bald müssen Sie im Autohaus das Ersatzteil nicht mehr bestellen, sondern Sie können es bei Bedarf in der Werkstatt mit dem 3-D-Drucker ausdrucken“, sagt er. Die so genannte adaptive Produktion, die computergesteuert auch Einzelstücke preiswert schafft, ist derzeit viel im Gespräch. Skeptikern sagt Hansen: „Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich bei meinem Telefon auf einer Glasscheibe herumstreichele, hätte ich ihn auch ausgelacht.“

Auszubildende werden zu Digiscouts – auch bei Temps

Vielfach sind die jungen Leute den Ausbildern in Sachen Digitalisierung voraus. Mit dem am Mittwoch gestarteten Projekt „Digiscouts“ greifen Wirtschaftsförderung, Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover und das Mittelstandsnetzwerk RKW Nord diesen Umstand auf. 30 Auszubildende aus zehn mittelständischen Unternehmen suchen im eigenen Betrieb nach digitalen Lösungen, um Abläufe effizienter, schneller oder kundenfreundlicher zu gestalten. Dabei nutzen sie eine elektronische Lernplattform des RKW, erfahrene Scouts prüfen die Ideen auf Wirtschaftlichkeit und begleiten die Azubis als zusätzliche Ausbilder. Aus Neustadt ist die Firma Temps dabei.

SPRINT-Projekte werden zum Regelangebot

Was in Neustadt als Zusammenarbeit der Berufsbildenden Schule mit der Firma Temps gestartet ist, macht Schule: Die Sprach- und Integrationsprogramme SPRINT und SPRINT-Dual sollen Regelangebote an den Berufsbildenden Schulen werden, wie das niedersächsische Kultusministerium gestern mitteilte. Sie haben zum Ziel, Migranten so weit zu fördern, dass sie besseren Zugang zu Ausbildungsplätzen haben.

Einen so genannten Willkommenslotsen für Migranten und Firmen, die sie beschäftigen wollen, fordert der Integrationsbeirat Neustadt. Am Runden Tisch des Beirats stellte sich kürzlich der Lotse aus dem Landkreis Celle vor, der Firmen und Migranten in Sachen Bürokratie berät und entlastet; Fred Lustig vom Campus Handwerk aus Garbsen berichtete, dass die Handwerkskammer Hannover zwar keinen solchen Lotsen vorhält, der Campus Handwerk aber ähnliche Serviceangebote an Migranten und Firmen macht. Diese sollten über die Koordinatoren der Flüchtlingshilfe zunächst weiter bekannt gemacht werden, sagt Stadtsprecherin Pamela Klages.

Von Kathrin Götze

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