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Neustadt Bürgermeister-Kandidaten nehmen Stellung zur Trinkwasserqualität
Umland Neustadt

Neustadt: Bürgermeister-Kandidaten nehmen Stellung zur Trinkwasserqualität

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00:18 17.06.2019
Im Neustädter Land gibt es Trinkwasser unterschiedlicher Qualität (Symbolbild) Quelle: Oliver Berg/dpa
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Neustadt

Wie kann die Qualität des Trinkwassers für ganz Neustadt verbessert werden? Die Bürgermeister-Kandidaten sagen, wie sie darauf Einfluss nehmen wollen.

Christina Schlicker (SPD): Neustadt hat eine besondere Situation im Bereich der Trinkwasserversorgung. Die Kernstadt, Suttorf und Poggenhagen beziehen ihr Trinkwasser über die Stadtwerke von der Harzwasserwerke GmbH. Dieses Wasser hat eine geringe Nitratbelastung von 5,2 Milligramm pro Liter.

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Die anderen Ortschaften beziehen ihr Wasser, mit einem hohen Nitratwert von 42 Milligramm und auch einen höheren Preis, vom Wasserwerk Hagen des Wasserverbands Garbsen/Neustadt. Und genau hier müssen wir ansetzen. Mein Ziel ist es, dass alle Haushalte „gutes“ Wasser zu gleichen Konditionen erhalten. Nur in dieser Lösung sehe ich solidarisches Handeln. Um aber kurzfristig eine erste kleine Lösung zu erlangen, wird ein Antrag an die Region gestellt, der eine Erhöhung der Wasserfördermenge für die Harzwasserwerke ermöglicht, denn nur durch die Mischung von Wasser der Harzwasserwerke mit dem Wasser aus dem Werk Hagen kann der Nitratgehalt sofort gesenkt werden.

In vielen Gesprächen mit den beteiligten Wasserwerken und der Bürgerinitiative hat sich dieser Weg aufgezeigt. Dieses ist eine kostengünstige und kurzfristig umsetzbare Lösung, bis langfristige Maßnahmen greifen. Daher ist es notwendig sich mit allen Beteiligten, insbesondere der Region, an einen Tisch zu setzen um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen.

Christina Schlicker (links) und Dominic Herbst gehen in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt. Quelle: Mirko Bartels

Dominic Herbst (Grüne): Die Wasserqualität ist in den Dörfern (Ausnahme Suttorf und Poggenhagen) schlechter als in der Kernstadt. Die Nitratbelastung ist zwar unter dem gesetzlichen Grenzwert, aber deutlich zu hoch, dies muss schnellstmöglich geändert werden. Grund für die hohe Belastung sind insbesondere die Brunnen in Hagen, die sehr hohe Nitratwerte aufweisen.

Meines Erachtens ist es wichtig, dass an mehreren Lösungen gleichzeitig gearbeitet wird. Die Konzentration auf eine Lösung, die eventuell nicht realisierbar ist, ist fahrlässig. Die Fördermenge im Wasserwerk Schneeren zu erhöhen und mehr sauberes Wasser der Harzwasserwerke dem belasteten Wasser beizumischen, ist eine gute Idee, die schnell verfolgt werden muss. Eine sehr hohe Chance auf Realisierung hat diese Lösung nach eigenen Aussagen des Wasserverbandes aber nicht. Wir müssen deshalb auch mit anderen Wasserversorgern sprechen, die uns gegebenenfalls Wasser liefern können welches wir beimischen können. Parallel dazu ist die Suche nach neuen Brunnen enorm wichtig, damit der Wasserverband Garbsen/Neustadt aus eigener Kraft sauberes Wasser zur Verfügung stellen kann.

Langfristige Verbesserungen schaffen wir mit der Förderung von ökologischer Landwirtschaft, die den Eintritt von Düngemitteln in unsere Böden vermindert. Ein Ziel müssen wir bei allen gesuchten Lösungen immer als oberstes Gebot vor Augen haben: Neustadt überall mit dem bestmöglichen Wasser versorgen. Egal wo eine Neustädterin oder ein Neustädter wohnt.

Von Kathrin Götze

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