Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Neustadt Das Interesse an Solarenergie ist ungebrochen
Umland Neustadt Das Interesse an Solarenergie ist ungebrochen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:04 09.03.2019
Godehard Kass bei einem Solarstrom-Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus in Schneeren Quelle: Mario Moers
Hannover

Auf dem neuen Carport, dem alten Dach und sogar auf dem Balkon. Eigenheimbesitzer im Neustädter Land investieren ungeachtet der auslaufenden staatlichen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz weiter in private Solarenergieanlagen. „Wir kommen mit der Arbeit kaum hinterher“, berichtet Ina Schönfelder, Mitarbeiterin des Anbieters IGB Solar in Mandelsloh. Ingo Schlei, Solar-Fachmann bei den Neustädter Stadtwerken, bestätigt ihre Einschätzung. „Es gibt eine starke Nachfrage. Viele investieren gerade in eine Photovoltaikanlage, auch als Wertanlage“, sagt er. Während die erste Welle der Solarbegeisterung nach der Jahrtausendwende stark an die staatlichen Subventionen durch das 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz gekoppelt war, sind für den aktuellen Boom unterschiedliche Faktoren verantwortlich.

Günstige Technik

„Die Anschaffungskosten sind extrem gesunken“, sagt Godehard Kass. Der Grünen-Ratsherr engagiert sich seit vielen Jahren für den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort, betreibt selber mehrere Anlagen. Mit seinem Elektroauto fährt der Landarzt nicht nur zu seinen Patienten, sondern auch zu seinen Vorträgen, bei denen er von den Vorteilen einer eigenen Anlage berichtet. Bei Veranstaltungen in Neustadt, Wulfelade und Schneeren kamen insgesamt in den vergangenen Wochen rund 100 Besucher. Sie wollen mit dem eigens erzeugten Solarstrom zumeist den eigenen Verbrauch decken, in Zukunft vielleicht das E-Auto „tanken“. Viele denken gleichzeitig über die Anschaffung eines zusätzlichen Stromspeichers nach. Neue, günstigere Batterien und effizientere Paneele machen Solaranlagen heute auch an Standorten lukrativ, die vor Jahren noch als untauglich galten. „Bei den niedrigen Preisen können heute sogar Dächer mit nördlicher Ausrichtung wirtschaftlich sein“, sagt Kass.

Der Geschäftsführer der Stadtnetze Neustadt Dieter Lindauer (links) diskutiert bei einem Solarstrom-Vortrag in Schneeren am Mittwochabend mit Besuchern. Quelle: Mario Moers

Ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit sei heute vor allem der eigene Stromverbrauch. Den möglichst genau zu kennen, ist entscheidend für die Planung der heimischen Anlage, sagt der Stadtwerke-Solarfachmann Schlei. Er rät Interessenten, einen Monat lang Buch zu führen. „Notieren sie sich die Zählerstände nach dem Aufstehen, vor dem Verlassen des Hauses, beim wiederkommen und vor dem zu Bett gehen“, sagt er. Eine erste Einschätzung, welche Potenziale das eigene Dach bietet, bietet der kostenlose Solar-Check der Klimaschutzagentur Region Hannover.

Beratung kostenlos

Die Solarenergieberatung vor Ort dauert etwa eine Stunde. Sie informiert anbieterneutral über Photovoltaik- als auch Solarwärmeanlagen und Speichermöglichkeiten. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Hausbesitzer heute bereits einen guten Überblick über die Technik haben. Sie wollen oft prüfen, welche Lösung für sie wirklich die beste ist“, sagt Mira Hohmann von der Klimaschutzagentur. Unter Telefon (0511) 22 00 22 88 können Interessenten sich für einen Solar-Check anmelden.

Von Mario Moers

Erst ruhig, dann hitzig: Die Ratssitzung am vergangenen Donnerstag ging zügig und vor allem harmonisch vonstatten. Als Ratsherr Godehard Kass den Klimaschutz ansprach, erhitzte sich vor allem sein Gemüt.

11.03.2019

Mit Blumensaat und Informationsmaterial haben Aktivistinnen am Freitag in der Fußgängerzone an den Internationalen Frauentag erinnert – den mitgebrachten Stand mussten sie wegen Windböen abbauen.

11.03.2019

Am Donnerstagnachmittag musste die Polizei im Wohngebiet Märchenviertel einschreiten. Ein Mann bedrohte eine Passantin mit dem Messer.

08.03.2019