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Neustadt Demenz-Selbsthilfegruppen geben Angehörigen Halt
Umland Neustadt

Neustadt: Demenz-Selbsthilfegruppen geben Angehörigen Halt

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20:00 21.05.2019
Einblicke in die häusliche Pflege von Angehörigen in der eigenen Familie bei einer Demenzerkrankung. Quelle: www.imago-images.de
Neustadt

Wie ist das, wenn die eigene Mutter ihr erwachsenes Kind nicht wiedererkennt? Was tun, wenn der Ehemann immer mehr vergisst und plötzlich aggressiv reagiert, wenn man ihn darauf anspricht? Fast jeder kennt mindestens einen älteren Menschen mit Demenz – sei es das weit verbreitete Alzheimer-Syndrom, sei es eine andere Form. Gemeinsam ist allen: Gedächtnis und andere Fähigkeiten gehen verloren, und die Persönlichkeit kann sich vollständig ändern. Dieser mal schleichende, mal schubweise verlaufende Prozess ist nicht aufzuhalten, höchstens zu verlangsamen.

Demenzerkrankungen sind für Angehörige eine Qual

Das ist eine Qual für viele Angehörige. Wenn der Erkrankte rastlos das Haus verlässt und plötzlich nicht mehr weiß, wo er ist und wo er hingehört. Oder wenn mit den Erinnerungen auch das Vertrauen schwindet. Das sind schmerzhafte Erfahrungen, und mancher hat auch niemanden, mit dem er sie teilen kann. „Viele Bekannte gehen dann auf Distanz“, hat Gerd Reuse von der Selbsthilfegruppe der Alzheimer-Gesellschaft beobachtet. Manch einer mag wohl nicht daran erinnert werden, dass auch er einmal altern muss, andere quälen die Veränderungen, die die Erkrankung mit sich bringt. In den Selbsthilfegruppen hingegen haben alle dasselbe Interesse, hören einander zu und geben sich Ratschläge, wenn gewünscht.

Demenztreff im Silbernkamp

„Wir beginnen meistens mit einer Runde, in der jeder sagen kann, was ihm am Herzen liegt“, sagt Irene Siedow vom Demenztreff, der regelmäßig in der Bibliothek des St.-Nicolai-Stift am Silbernkamp zusammenkommt, immer am ersten Montag im Monat, nachmittags von 14.30 bis 16.30 Uhr. Eine freundliche, offene Runde, in der sich die Teilnehmer darauf verlassen können, dass ihre Gefühle geachtet und ihre Berichte diskret behandelt werden. „Wir haben die Absprache, dass wir nichts, was in der Gruppe besprochen wird, nach außen tragen“, erläutert Siedow. Das gilt auch für die Teilnehmer an den Treffen der Alzheimer-Gesellschaft, die immer am ersten Dienstag des Monats um 17 Uhr im DRK-Haus zusammenkommt. So kann auch eine Ehefrau, deren Mann noch im Anfangsstadium ist, sich Rat wegen der beängstigenden Diagnose holen.

Auch praktischer Rat wird ausgetauscht

Außer der seelischen Unterstützung sind auch vielfach ganz praktische Hinweise gefragt: Wie bekommt man einen der knappen Plätze in der Tagespflege, um einige Stunden Freizeit für wichtige Besorgungen zu haben? Was, wenn andere Erkrankungen einen Klinikaufenthalt notwendig machen? Und: Kann man mit Demenzkranken in den Urlaub fahren? „Kann man, es gibt spezialisierte Kurkliniken, in denen auch Ehepartner getrennt untergebracht werden können – schließlich soll sich der pflegende Angehörige ja erholen“, sagt Demenztreff-Gruppenleiterin Siedow.

Freundschaften entstehen in der Gruppe

Mit der Zeit entsteht ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den Gruppenmitgliedern – einige möchten den Austausch in der Gruppe selbst nach dem Tod des Angehörigen nicht missen und bleiben noch Jahre danach dabei. „Davon profitieren wir, denn sie haben ja viel Erfahrung einzubringen“, sagt Reuse von der Alzheimer-Gesellschaft. Und auch wenn das Thema schwer ist – in der Gruppe gibt es auch oft Grund zum Lachen. Und sei es, weil eine Teilnehmerin ihre Ärzte- und Ämter-Odyssee so temperamentvoll schildert.

Wer Kontakt zur Selbsthilfegruppe der Alzheimer-Gesellschaft aufnehmen möchte, wendet sich zunächst an das Büro in Hannover, Osterstraße 27, Telefon (0511) 2157465. Die Gruppe trifft sich immer am ersten Dienstag im Monat um 17 Uhr im DRK-Haus, Lindenstraße 56. Zum Demenztreff können Interessenten einfach dazukommen, die Treffen sind immer am ersten Montag des Monats, 14.30 bis 16.30 Uhr in der Bibliothek des St.-Nicolai-Stifts, Silbernkamp 6. Wer vorab Kontakt aufnehmen möchte, erreicht Irene Siedow unter Telefon (05032) 65035.

Mehr zum Thema:

WHO: So lässt sich Demenz vorbeugen

Die Alzheimer-Gesellschaft Hannover

Von Kathrin Götze

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