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Neustadt Der Bildhauer Jürgen Friede stellt im Schloss Landestrost aus
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Neustadt: Der Bildhauer Jürgen Friede stellt im Schloss Landestrost aus

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07:15 05.09.2019
Der Künstler und seine Skulptur „Der Linke Arm der Zauberin“. Das 2005 entstandene Werk ist Namensgeber für die Ausstellung im Schloss Landestrost. Quelle: Mario Moers
Neustadt

Die Wächter aus schwarzem Basalt wirken gewaltig und erhaben, obwohl die Skulpturen nur einen halben Meter groß sind. Ein metallenes, riesenhaftes Füllhorn auf dem Boden daneben scheint von einer vergangenen Zivilisation zu tönen. Die 30 Skulpturen, die der Bildhauer Jürgen Friede derzeit im Schloss Landestrost ausstellt, sind inspiriert von den Reisen des Künstlers nach Nordafrika. Der linke Arm der Zauberin ist der mystisch klingende Titel der Ausstellung, die am Freitag mit einer Vernissage beginnt. Es ist eine Retrospektive, die einen Überblick über das Schaffen des 65-jährigen Wedemärkers vermittelt.

Zeichnungen zeigen die Inspirationen

Skulpturen, Zeichnungen und Textfragmente aus Reiseberichten des Künstlers Jürgen Friede sind vom 7. September bis 20. Oktober im Schloss Landestrost ausgestellt.

Als der Bildhauer Friede in seinen Mitvierzigern das erste Mal nach Marokko reiste, veränderte das seinen Blick auf die Welt. Die schwarzen Löcher in die er starrte, als er in die hohlen Augen eines blinden Bettlers blickte, die geheime Versammlung einer Frauengruppe, in die er in einer Gasse abseits der Touristenpfade geriet; all diese kleinen, scheinbar zufälligen Beobachtungen des Fremdartigen prägten seine Kunst.

Waren seine handwerklich meisterhaft ausgeführten Skulpturen zuvor noch abstrakt gewesen, zeigten sie nun immer häufiger gegenständlich Elemente dessen, was er dort gesehen hatte. Oder besser, in was sein Verstand das Fremde übersetzte. Der Eindruck schwarzgewandeter Beduinen, die stumm am Wegrand standen, wurde zur Inspiration für die Wächter, die gleich mehrfach in der aktuellen Ausstellung anzutreffen sind. An die monumentalen Steinskulpturen der Osterinseln erinnernd scheinen sie die Ausstellungsräume gleich einem Tempel zu bewachen. In diesem Transfer der Reiseeindrücke, die in 26 Zeichnungen und Textfragmenten gezeigt werden, liegt für die Kuratorin Jennifer Bork der Reiz der gezeigten Werke.

"Toxische Landschaft", 2017 Quelle: Mario Moers

„Seh-Erlebnisse des realen Raums werden gespeichert und vermischen sich mit dem imaginären Raum der Erinnerung, was in den Skulpturen und Zeichnungen seinen Ausdruck findet“, sagt Bork.

Die Ausstellung ist vom Sonnabend, 7. September, bis zum 20. Oktober im Schloss Landestrost zu sehen. Die Vernissage ist am Freitag, 6. September, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Mario Moers

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