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Neustadt Dorftheater Poggenhagen treibt die Sau durchs Dorf
Umland Neustadt

Neustadt: Dorftheater Poggenhagen treibt die Sau durch Dorf

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13:28 27.10.2019
Spiel voller Hingabe: Lotte (Bärbel Lampe, von links), Karin (Sigrid Baumann) und Selma (Heide Holtz) fragen sich, wie es weitergehen soll. Quelle: Mirko Bartels
Poggenhagen

Es ist was los in Poggenhagen: Frauen meutern gegen zu viel Fleisch auf dem Tisch, Männer entdecken ihre wahre Liebe zum Borstenvieh, und Senioren versterben – scheinbar – gleich mehrfach. Nicht zu vergessen die unheimliche Wirkung des Toten Moores gleich um die Ecke, wo tote Rammler nicht zur Ruhe kommen.

Dorftheater spielt 37. Stück

Das 37. Stück des Dorftheaters Poggenhagen setzt auf Tempo und Verwirrung: „Lass die Sau raus“ von Andreas Wening verlangt dem Publikum und Schauspielern einiges ab. Die einen müssen textsicher, schnell und pointiert agieren, die anderen vor der Bühne versuchen, die Kraft ihrer Lachmuskeln für den gut zweistündigen Wortwitzmarathon in drei Akten einzuteilen. Der ist zwar bisweilen ein wenig zotig, trifft aber offensichtlich den Nerv des Publikums.

Saal im Gemeindehaus ist fast ausverkauft

Die rund 100 Zuschauer im fast ausverkauften Saal erleben bei der Premiere eine gut aufgelegte Sigrid Baumann in der Charakterrolle der Hausfrau Karin Heppner. Die ruft gemeinsam mit ihrer Freundin Lotte Reischel, erfrischend naiv und leicht überkandidelt gespielt von Bärbel Lampe, und der resoluten Nachbarin Selma Sulzbach (Heide Holtz) zum Boykott der örtlichen Fleischtheken auf. In den eigenen Familien soll nur noch Vegetarisches auf den Tisch kommen.

Männer wollen Fleisch

Die Begeisterung der Männer hält sich in Grenzen. Norbert Heppner (Klaus Hendrian) und Sohn Mirco (Maximilian Meineke) haben schließlich die zündende Idee: Eine Sau muss her und soll im alten Schweinestall einziehen. Seine Erkenntnis: „Man kann Frauen und Schweine doch nicht gleich behandeln. Schweine brauchen Liebe.“ Die starke Zuneigung des neuen Besitzers und seine hingebungsvolle Pflege für das Borstenvieh Anita sorgen in der Folge für einige urkomische Verwirrungen. Wen wundert es, dass Lotte, Selma und Schwiegervater Erwin Heppner (Siegbert Dach) falsche Schlüsse ziehen und Anita für die neue Geliebte des Hausherrn halten.

Es beginnt eine von zahlreichen Nebenhandlungen flankierte, turbulente Verwicklungsgeschichte, die wahre Lachsalven im Publikum heraufbeschwört. Das Stück lässt genügend Raum für „schweinische“ Wortspiele und jede Menge Irrsinn. Dabei nehmen die Darsteller kein Blatt vor den Mund und würzen die Dialoge mit viel Lokalkolorit und köstlicher Mimik.

Jede Menge Wortspiele und Irrsinn bringen die Darsteller des Dorftheaters Poggenhagen auf der Bühne des Gemeindehauses unter – das Publikum dankt es mit viel Beifall.

Die Laienspieler brillieren in ihren, auf den Leib geschneiderten Rollen. Leise flüsternd helfen Beate Lohmann und Sigrid Stolte dem Ensemble als Souffleusen gelegentlich auf die Sprünge. Für die Regie zeichnen Jessica Valdes und Annette Quitmeyer verantwortlich. Insgesamt elf Aufführungen haben die fröhlichen Laienspieler in dieser Spielzeit angesetzt, drei davon am Wochenende bereits absolviert.

Weitere Aufführungen folgen

Wer es an diesem Wochenende nicht ins Gemeindehaus der evangelischen Kirche an der Bonifatiusstraße geschafft hat, kann das schweinische Theater noch am Mittwoch, 30. Oktober, sowie Freitag, 1., Sonnabend, 2. und Sonntag, 3. November, sowie am Mittwoch, 6., Freitag, 8., Sonnabend, 9., und Sonntag, 10. November, erleben. Die Vorstellungen beginnen mittwochs um 19 Uhr, freitags und sonnabends um 20 Uhr sowie sonntags um 16 Uhr. Karten zum Preis von 8 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder gibt es bei Familie Lampe unter Telefon (05032) 61322. Weitere Informationen finden sich auf www.dorftheater-poggenhagen.de.

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Von Mirko Bartels

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