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Neustadt So bauen Bürger aus Eilvese gemeinsam Gemüse an
Umland Neustadt

Neustadt: Eilveser starten mit solidarischer Landwirtschaft und gründen Verein Feld Freunde Eilvese

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14:11 19.01.2020
Die Gründungsmitglieder des Vereins Feld Freunde Eilvese vor ihrer 2,5 Hektar großen Ackerfläche im Westen von Eilvese. Bisher baute Landwirt Mehring dort Weidegras für seine Rinder an. Quelle: Patricia Chadde
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Eilvese

Das Dorf trägt die Sonne im Wappen, und die Einwohner haben viel Energie. Das zeigt sich auch bei dem neuesten Projekt der Eilveser: Sie haben den Verein Feld Freunde gegründet – mit dem Ziel einer „solidarischen Lebensweise“ und einer eben solchen Landwirtschaft. Auf zunächst 2,5 Hektar Acker, das sind 25.000 Quadratmeter, sollen bereits ab dem Frühjahr Gemüse und Ackerfrüchte gedeihen – in eigener Verantwortung selbst gezogen, gepflegt und geerntet. Kurze Wege vom Feld zum Verbraucher, der Verzicht auf Pestizide und eine gezielte Müllvermeidung sollen die Umwelt schonen.

25.000 Quadratmeter, 30 Anteile

Der Acker, den Landwirt Friedrich Mehring zur Verfügung stellt, soll in maximal 30 Anteile aufgeteilt werden. Diese erhalten Mitglieder, denen entsprechend ihres Anteils ein Zugriff auf die Ernte zusteht. Dabei regelt die Satzung exakt, wie sich jedes Mitglied einzubringen hat, finanziell und in Eigenleistung. Darüber hinaus werden große Ziele verfolgt. Die Vereinsmitglieder möchten, so steht es in der Satzung, „dazu beitragen, dass Menschen aus der Region wieder mehr Verantwortung und Bestimmung über ihre Ernährung erlangen und dafür regionale Wirtschaftskreisläufe aufbauen“. Damit solle eine „solidarische Sichtweise“ erreicht werden, die „einen Beitrag leistet für den Umweltschutz, den Erhalt der Natur für die nachkommenden Generationen“. Auf diese Weise, so argumentieren die Vereinsgründer, werde auch Menschen in ärmeren Ländern geholfen, aus denen bisher große Teile der in Deutschland verwerteten Nahrungs- und Futtermittel stammten.

Ein Vereinsvorstand ist bereits gewählt: Obstanbauer Jochen Rieke ist der Chef, Landwirt Mehring und Ortsbürgermeisterin Christina Schlicker fungieren als Stellvertreter. Natürlich haben die Eilveser auch Vorbilder: Anregungen bot ihnen der Besuch der landwirtschaftlichen Solidargemeinschaft in Langenholzen im Kalletal.

Areal wird eingezäunt

Der erste Arbeitsschritt steht fest: „Zuerst müssen wir das Areal einzäunen“, sagt der Vereinsvorsitzende Rieke. Denn Tiere, die aus dem angrenzenden Wald kommen könnten, sollen die künftigen Feldfrüchte nicht anknabbern. Einen Anteilspreis haben die Feld Freunde Eilvese ebenfalls schon ins Auge gefasst. „Wir schätzen, dass wir bei 48 Euro pro Anteil und Monat liegen werden“, erklärt Kassenwartin Vanessa Walter. Weil sich das möglicherweise nicht jede Familie leisten kann, zahlen andere Gruppenmitglieder monatlich etwas mehr – so die Idealvorstellung.

So geht es weiter

Auf einer Hauptversammlung am Donnerstag, 5. Februar, 19.30 Uhr, auf dem Obsthof Rieke an der B 6 soll es dann um die inhaltliche Arbeit und die Anbauplanung gehen. „Erste Vorschläge haben wir schon“, berichtet Rieke. Gurken, Rote Beete, Kohlrabi, Porree, Kürbis, Zucchini, Steckrüben, Radieschen und Lauch stehen auf der Wunschliste. Die Fernziele des Vereins sind hoch gesteckt: Neben einer umweltverträglichen und sozialen Landwirtschaft stehen der Erhalt und die Nachzucht vom Aussterben bedrohter Nutzpflanzen, Obstsorten und Nutztierrassen auf der Liste. Außerdem soll der Nachwuchs aus Kindergarten und Schule die Möglichkeit bekommen bei dem Projekt mitzumachen.

Wer im Verein der Feld Freunde Eilvese mitmachen möchte, erhält weitere Informationen bei Christina Schlicker unter Telefon: (0171) 9371961.

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Von Patricia Chadde

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