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Neustadt Eltern unzufrieden: Zur Kita in den Nachbarort?
Umland Neustadt

Neustadt: Eltern unzufrieden: Zur Kita in den Nachbarort?

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09:00 25.05.2019
Der Kindergarten Schneeren hat Platzmangel.
Der Kindergarten Schneeren hat Platzmangel. Quelle: Kathrin Götze
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Neustädter Land

Die Stadt braucht dringend neue Betreuungsplätze, hat jetzt Vorschläge vorgelegt, wo im Stadtgebiet Erweiterungen der Kita-Gebäude möglich erscheinen. Demnach sollten Eltern aus Schneeren und Helstorf künftig auf Einrichtungen in Nachbarorten ausweichen – was ihnen gar nicht schmeckt.

Die 19 fehlenden Plätze in Schneeren könnten an der bestehenden Einrichtung, dem „Haus der kleinen Füße“ Am Brinke nicht geschaffen werden, heißt es in der entsprechenden Drucksache der Stadtverwaltung. Der Ortsrat hatte das in einem Initiativantrag gefordert. „Mit einer Erweiterung der Kita Schneeren auf drei Gruppen werden neben den Gruppenraum mit Nebenräumen für die neue Gruppe auch ein Bewegungsraum sowie ein vom Büro getrennter Personalraum gefordert“. Dafür müssten an der Kita Container aufgestellt werden, doch dafür reiche das Außengelände nicht aus. Wolle man es erweitern, müssten notfalls Bäume gefällt und das Grundstück entsprechend aufbereitet werden. Auch eine Nutzung des ehemaligen Sparkassengebäudes nebenan erfordere zuviel Vorplanung – der Fachdienst Immobilien sei mit zahlreichen bevorstehenden Großprojekten ausgelastet.

Verwaltung bevorzugt Erweiterung in Mardorf

Aus diesem Grund bevorzuge man eine Erweiterung der Kita im Nachbarort Mardorf. Dort gibt es schon einen Bewegungs- und Personalraum. Dort werde ohnehin über eine Erweiterung nachgedacht, weil auch der Hort im benachbarten Schulgebäude möglicherweise noch Räume an die Freiwind-Initiative abgeben muss, die dort ab dem Sommer ihre freie Schule betreiben will. Allerdings gibt es auch genug Platz für einen Erweiterungsbau.

Eltern wollen im Dorf verwurzelt bleiben

Doch die Schneerener Eltern wollen sich mit dieser Lösung nicht abfinden. Sie hätten bereits vor eineinhalb Jahren auf den bevorstehenden Mangel hingewiesen und seien immer wieder vertröstet worden, bemängelt Elternsprecherin Simone Struckmann-Hegewald. Aus Schneerener Sicht sei nicht einzusehen, warum der Mardorfer Kindergarten erweitert werden sollte. Dort bestehe kein Bedarf an zusätzlichen Plätzen, in Schneeren hingegen schon. „Die Kita ist hier in viele Aktivitäten der Dorfgemeinschaft fest eingebunden, zum Beispiel beim Schützen- und Erntefest“, sagt sie, „wie sollen wir denn dann den Kindern erklären, dass sie da nicht mehr mitmachen können?“ Auch die Eltern seien aktiv, organisierten gemeinsame Krabbeltreffen und Kinderturnen.

Helstorfer Erweiterung wird erst 2020 fertig

In Helstorf ist zwar eine Erweiterung der Kita geplant, aber diese wird erst im nächsten Jahr fertig. Die 18 Kinder, für die jetzt Absagen erteilt wurden, sollen nach dem Willen von Ortsrat und Eltern bis dahin in einem Container auf dem weitläufigen Schulhof der benachbarten Grundschule untergebracht werden. Doch auch davon rät die Stadtverwaltung ab. Stattdessen empfiehlt sie, die Kinder zunächst in Mandelsloh oder Scharrel unterzubringen, notfalls auch in Stöckendrebber.

Ortsräte wollen Absagen nicht hinnehmen

„Da wird der Ortsrat Widerspruch einlegen“, sagt Ortsbürgermeisterin Silvia Luft (CDU). Auch die Helstorfer hätten zeitig ihren Bedarf angemeldet, im Februar den Initiativantrag gestellt. Das gleiche gilt für den Ortsrat Schneeren, der in der Sitzung am Donnerstagabend seinen Wunsch nach einer Erweiterung im Dorf bekräftigt hat. Die Drucksachen sollen nach Plan am Dienstag im Jugend- und Sozialausschuss beraten werden – möglicherweise werde man das wegen weiterem Beratungsbedarf noch einmal verschieben, sagt Schneerens Ortsbürgermeister Stefan Porscha (CDU).

Von Kathrin Götze