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Neustadt Ernährungsberaterin entzaubert Superfood bei den Landfrauen Mandelsloh
Umland Neustadt

Neustadt: Ernährungsberaterin entzaubert Superfood bei den Landfrauen

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12:43 29.09.2019
Ernährungsexpertin Renate Frank nimmt die Heilsversprechen von sogenanntem Superfood unter die Lupe. Regionales, saisonales Obst schneidet am Besten ab. Quelle: Patricia Chadde
Luttmersen

Die Mitglieder des Landfrauenvereins Mandelsloh wollten von der renommierten Ökotrophologin Renate Frank wissen, ob sogenanntes Superfood eine Marketingidee ist oder die importierten Nahrungsmittel dem regionalen Angebot tatsächlich überlegen sind. Die Antwort, welche die Buchautorin am Freitag im voll besetzten Saal der Oase Luttmersen gab, war eindeutig.

Das regionale, saisonale Obst- und Gemüseangebot ist mindestens genauso gut, oft aber noch viel inhaltsreicher als die Importware. Wie lecker und auch ein bisschen außergewöhnlich frisch zubereitetes Essen schmecken kann, bewies das üppige Büfett des Restaurants Oase, das neben Couscoussalat mit Staudensellerie auch einen Salat aus Linsen und Rote Bete offerierte.

Kokosfett – alter Bekannter in neuer Verpackung

Die Bilder, die Frank zum Vortrag lieferte, machte eine Sache schnell klar. Die Werbung für Superfood ist geschickt. Das beste Beispiel ist Kokosfett. Die meisten kennen es noch als weiß verpacktes Quadrat mit Stücken zum Abbrechen. „Es ist 100 Prozent identisch mit dem Inhalt kleiner Gläser, auf denen die Aufschrift Kokosöl prangt“, erläutert die Ernährungsexpertin.

Oft beweise der Blick auf Inhaltsstoffe, Verpackungsgröße und Preis schnell, dass der Kunde für einen „alten Bekannten“ richtig viel Geld auf den Tresen legen muss. Auch das hoch gelobte Leinöl schneidet bei Renate Frank sehr viel schlechter ab als Raps- oder Olivenöl. Ein Plädoyer für Butter beziehungsweise Butterschmalz gibt es von der Schleswig-Holsteinerin obendrauf.

Nur ein Prozent der Bevölkerung leidet unter Zöliakie

„Tatsächlich verträgt nur ein Prozent der Bevölkerung das Getreideeiweiß Gluten nicht“, räumt die Landfrau mit einem weiteren Mythos auf und empfiehlt den restlichen 99 Prozent ein „gutes Vollkornbrot“. Die sogenannten Eiweißbrote enthalten dagegen ein aus Soja gewonnenes Eiweiß, das der Köper gar nicht verarbeiten kann. „Man zahlt also viel Geld für Nutzlosigkeit“, murmelt eine Zuhörerin empört.

Vorsicht sei geboten, wenn die Eigenschaften eines Nahrungsmittels mutmaßlich an Zauberei grenzten und von Abnehmen bis zur Krebsheilung reichten. „Das ist meist unbewiesen.“ Was dagegen ermittelt wurde, ist erschreckend. „Importierte Ware kann Pestizide und Herbizide enthalten, die deutlich über unseren Grenzwerten liegen“, so Frank und ergänzt: „Manchmal enthalten die vorgeblich gesunden Superfrüchte sogar Pflanzenschutzgifte, die in Deutschland nicht einmal zugelasssen sind.“ Da geht ein Raunen durch den Saal.

Heidelbeeren sind wertvoller als Importware

Doch die Landfrauen freuen sich über die Nachricht, dass man mit heimischen Heidelbeeren bestens fährt und gar kein Fruchtimport erforderlich ist. Manchmal ist sogar Vorsicht geboten. Wer Blutverdünner als Medikament nimmt, sollte Gojibeeren, Heidelbeeren und Ingwertee besonders vorsichtig dosieren. „Der Genuss kann den blutverdünnenden Effekt verstärken und sogar gesundheitliche Schäden nach sich ziehen“, warnt Frank, die auch geprüfte Pharmareferentin ist. Ansonsten sind Heidelbeeren und Sauerkirschen in Sachen wertvoller Inhaltsstoffe mindestens gleichauf mit Gojibeeren, teilweise sogar überlegen.

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