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Neustadt Etappenziel bei Sanierung der Wassermühle Laderholz erreicht
Umland Neustadt

Neustadt: Etappenziel bei der Sanierung der Wassermühle Laderholz erreicht

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19:02 18.02.2020
Gerd Kastenschmidt zeigt die Mahlbühne der Wassermühle Laderholz, die in den vergangenen beiden Jahren komplett saniert worden ist. Quelle: Kathrin Götze
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Laderholz

Wer die Wassermühle Laderholz das erste Mal betritt, staunt darüber, wie viel und wie massive Technik in dem verhältnismäßig engen Gebäude Platz hat. Auch den Mitgliedern des Vereins, der sich seit nunmehr 30 Jahren mit dem historischen Bauwerk beschäftigt, ist das kürzlich einmal mehr bewusst geworden. Für umfangreiche Holzschutzarbeiten an der Mahlbühne mussten sie – unter Aufsicht des Denkmalschutzes – große Teile des Innenaufbaus auseinandernehmen, zahlreiche Balken austauschen und das Ganze wieder zusammensetzen. Die alten Teile waren vom Holzkäfer zerfressen.

Vereinsvorsitzende Karin Bornemann (von links) berichtet Marc Dirk Brandes und Marko Volck von den Sanierungsarbeiten in der Wassermühle Laderholz. Quelle: Kathrin Götze

Neue Mängel zeigen sich bei der Arbeit

„Wir haben immer mal wieder Spuren von Sägemehl in den Räumen gefunden“, schildert die Vereinsvorsitzende Karin Bornemann. Als diese zu Häufchen wurden, wussten die Mühlenfreunde, dass es Zeit war, zu handeln. Ein Gutachten bestätigte das. Und bei den Arbeiten habe man so manches Dankgebet gen Himmel geschickt, dass das Bauwerk trotz Mängeln in der historischen Substanz all die Jahre dem Besucheransturm standgehalten hatte. So kamen im Laufe der Holzschutzarbeiten immer neue Aufgaben hinzu, denen der Verein sich stellen musste.

Andreaskreuz hilft, Aufbauten zu stabilisieren

Ein neues Andreaskreuz stabilisiert die Mahlbühne in der Wassermühle Laderholz. Quelle: Kathrin Götze

Die Standsicherheit der vorhandenen Mahltechnik war stark gefährdet, ein sogenanntes Andreaskreuz aus stabilen Balken musste eingebaut werden, um den Mahlstuhl auszusteifen. Dabei fiel den Mühlenfreunden auf, dass in einem zuvor verschütteten Bereich ein Stück Schwellbalken fehlte, auf dem Wand und Aufbauten hätten ruhen können. Der Unterbau musste also ebenfalls erneuert werden. Und er ist wichtig, denn der Mahlbetrieb erzeugt kräftige Schwingungen, die die Bausubstanz stark belasten.

Stiftung übernimmt 90 Prozent der Kosten

Für den Verein, der mit vorherigen Sanierungsarbeiten sein finanzielles Polster schon aufgezehrt hatte, war das ein Problem. „Ich habe mich dann um Fördergeld bemüht“, schildert die Vorsitzende Bornemann. Von der Unterstützung der VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken sei sie schließlich schlichtweg begeistert gewesen, sagt sie: Die Stiftung übernimmt 90 Prozent der Kosten, zahlt also 4500 Euro, „den Rest haben wir als Verein mit Eigenarbeit übernehmen können“, sagt die Vorsitzende.

Gerd Kastenschmidt (links) und Christian Johne (rechts) führen Marko Volck und Marc Dirk Brandes durch die Wassermühle Laderholz. Quelle: Kathrin Götze

Die Arbeit gestaltet sich ziemlich schwierig, berichteten der zweite Vorsitzende Christian Johne und Gerd Kastenschmidt, der ehrenamtliche Chefmüller des Vereins. Gemeinsam mit Profi-Kollegen hätten die Laderholzer immer wieder gezeichnet, getüftelt und gerechnet, wie die sperrigen Teile nach der Demontage auch wieder zusammenzufügen waren. „Das war ein bisschen wie Tetris spielen“, sagte Kastenschmidt mit einem Augenzwinkern.

Vom Monopol der Müller

Marc Dirk Brandes, Filialdirektor der Hannoverschen Volksbank aus Neustadt und Pressesprecher Marko Volck besichtigten am Dienstagmorgen die Mühle, ließen sich die frisch erledigten Arbeiten im Detail erklären. Und sie hörten allerhand Geschichten rund um die Müllerei im Allgemeinen und das Laderholzer Bauwerk im Besonderen. So wusste Kastenschmidt zu berichten, dass die Müller seinerzeit im Volk ziemlich unbeliebt waren. „Es gab feste Einzugsgebiete, die Bauern hatten nicht die Wahl. Und die Müller zweigten sich oft ihren Teil vom Mahlgut ab“, berichtet er. Daher seien sie oft reich gewesen, aber selten mit vielen Freunden gesegnet.

Saison beginnt wieder am 1. Juni

Die Wassermühle Laderholz wird vom Wasser der Alpe angetrieben. Quelle: Kathrin Götze

Das ist heute anders: Wenn die Laderholzer zu ihren Mühlenfesten einladen, strömen die Freunde historischer Bauwerke nur so herbei. Und diejenigen leckeren Backwerks: Mehr als 50 Torten werden bei jedem Mühlenfest zugunsten der Vereinsarbeit verkauft und mit größtem Wohlbehagen verspeist. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Pfingstmontag, 1. Juni, dem deutschen Mühlentag.

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