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Neustadt Hortplätze künftig nur noch bis zur dritten Klasse?
Umland Neustadt

Neustadt: Hortplätze künftig nur noch bis zur dritten Klasse?

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21:15 08.05.2019
Die Stadt plant, Kinder die bereits zu einer weiterführenden Schule gehen, künftig nicht mehr im Hort zu betreuen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
Neustadt

Müssen Viertklässler und ältere Kinder bei der Vergabe der Hortplätze künftig hinten anstehen? Um sicherzustellen, dass alle Erst- bis Drittklässler auch bei starker Nachfrage problemlos einen Betreuungsplatz bekommen, will die Stadtverwaltung die Platzvergabe ab dem Schuljahr 2020/21 nach Alter gestaffelt vornehmen. Viertklässler würden dann erst in einer zweiten Vergaberunde, „bei nachgewiesener Dringlichkeit“, aufgenommen – vorausgesetzt, es gibt genügend freie Plätze.

Kinder, die bereits weiterführende Schulen besuchen, sollen überhaupt nicht mehr in Horten betreut werden. Ob diese Regelung allerdings jemals greift, ist fraglich. Mehrere Parteien und Hortleiterinnen haben bereits Kritik an dem Vorschlag geäußert. Bei einer Beratung im Jugend- und Sozialausschuss am Dienstag meldete die CDU Beratungsbedarf an. Eigentlich sollte bei der Ratssitzung am Donnerstag über den Vorschlag abgestimmt werden. Nun wurde die Entscheidung vertagt.

„Eine Vollkatastrophe“

„Die Viertklässler aus dem Hort zu nehmen, wäre eine pädagogische Vollkatastrophe“, sagt Nicole Schmidt. Die Leiterin des DRK-Horts in der Hans-Böckler-Straße ist entsetzt über den Entwurf der Verwaltung und darüber, dass sie als Leiterin des größten Horts der Stadt nicht über die Pläne informiert wurde. Von den 80 Kindern in ihrem Hort gehen etwa 16 Kinder in die vierte Klasse. Gerade diese Kinder bräuchten im letzten Grundschuljahr die Sicherheit die Hausaufgabenbetreuung und Mittagessen im Hort böten, sagt sie.

Hortplätze seien auch nicht so knapp bemessen, wie der Entwurf den Anschein mache, sagt Schmidt. „Ich habe sogar noch einen Platz für das kommende Jahr frei. Es gibt meiner Ansicht nach auch stadtweit keinen Mangel“, sagt sie. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Angelika Schütz-Engels, die Leiterin des Horts in der evangelischen Kindertagesstätte Mariensee. Dort sind acht der 20 Hortkinder kurz vor dem Sprung auf eine weiterführende Schule. „Diese Kinder sind zehn Jahre alt. Gerade in den Ferien ist es da auch für die Eltern wichtig, dass es den Hort gibt“, sagt sie.

In den DRK-Hort in Neustadt gehen 80 Kinder. Leiterin Nicole Schmidt (Rotes Hemd) findet es wichtig, dass Viertklässler auch weiterhin in den Hort gehen können. Den Entwurf der Stadt lehnt sie deshalb ab. (Archivfoto) Quelle: Mirko Bartels

Gleichwohl berichtet Schütz-Engels auch von einer Situation, die maßgeblich zu dem Vorschlag der Stadt führte. Besonders im zweiten Halbjahr komme es vor, dass die älteren Kinder den Hortgruppen fernbleiben. Die Beiträge werden zwar weiter gezahlt, aber die Plätze bleiben praktisch ungenutzt. Aus Sicht des Ersten Stadtrats Maic Schillack ein Ärgernis. „Wir haben ein Versorgungsproblem und wollen deshalb die Vergabe besser steuern, so dass zuerst die jüngeren Schüler versorgt sind“, sagt Schillack. Es gehe in erster Linie darum, die Plätze zunächst an die Erst- bis Drittklässler zu vergeben. Sollten nach dieser ersten Runde noch Plätze frei sein, kommen die Viertklässler zum Zug. Laut Verwaltungsentwurf wird die Nachfrage nach Hortplätzen in den nächsten Jahren steigen, weil immer mehr Eltern berufstätig sind. Der Ausbau von Nachmittagsangeboten an den Schulen würde dagegen noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Genaue Zahlen, wie viele Schüler derzeit in den 13 Horten Neustadts in die vierte Klasse oder sogar auf weiterführende Schulen gehen, konnte die Stadt am Mittwoch noch nicht nennen. Das Fehlen dieser wesentlichen Information ist ein Grund, weshalb auch der Linken-Ratsherr Stephan Iseke den derzeitigen Entwurf ablehnt. „Wir wollen erst einmal wissen, warum hier auch die vierte Klasse genannt wird und was es kosten würde, ausreichend Plätze zu schaffen“, sagt Iseke. Sein Bruder Thomas Iseke, Ratsherr der FDP, ist anderer Meinung. „Wir würden gar kein Personal für mehr Plätze bekommen. Ich kann gut nachvollziehen, dass deshalb zuerst die Jüngeren an der Reihe sind“, sagt er.

Wenig Plätze in Poggenhagen

Rar sind Hortplätze derzeit vor allem in Poggenhagen. In diesem Jahr hat die Stadt 19 Absagen an Eltern von Schülern der Poggenhagener Grundschule verschickt. Schillack schlug daraufhin vor, einen sogenannten pädagogischen Mittagstisch einzurichten. Dort sollen Kinder zumindest bis 15 Uhr betreut werden. Der Ortsrat will, dass lieber eine weitere Hort-Kleingruppe eingerichtet wird.

Von Mario Moers

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