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Neustadt Leine-Schule feiert, dass es sie gibt – seit 25 Jahren
Umland Neustadt Leine-Schule feiert, dass es sie gibt – seit 25 Jahren
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18:34 03.05.2019
Heute feiert die Leineschule dieses Jubiläum beim Tag der offenen Tür. Quelle: Mario Moers
Neustadt

Die politische Mehrheit war hauchdünn. Mit nur einer Stimme Mehrheit entschied der Rat der Stadt Neustadt 1992 für die Zusammenlegung der Haupt- und Realschule – es war die Geburtsstunde der Leine-Schule, die zwei Jahre später bezugsfertig war und am Freitag ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür feierte.

Unter den Besuchern waren auch zahlreiche ehemalige Lehrer. Sie erinnern sich noch gut an die holprige Anfangszeit, in der Statuskämpfe unter den Lehrern und Skepsis in der Öffentlichkeit die Stimmung prägte. „Lehrer, die vorher nur an der Realschule waren, sollten plötzlich auch die Hauptschüler unterrichten“, sagt Ingeborg Grimme-Hameister. Auch die damit verbundenen unterschiedlichen Gehälter sorgten für Unmut im Kollegium.

Es gibt selbstgemachte Limonade, ein Extrablatt der Schülerzeitung und sogar einen Escape-Room für die Besucher. Die Leine-Schule wird 25 und präsentiert sich bunt beim Tag der offenen Tür.

Ein Vorläufer der Oberschule

Die 80-Jährige Realschullehrerin und spätere Konrektorin Grimme Hameister begann ihre Laufbahn in der Lindenstraße, im Gebäude der heutigen Musikschule. Dort befand sich seit 1976 die Realschule. Dass in den Neunziger Jahren die Fusion mit der Haupt- und Grundschule diskutiert wurde, lag an einer Entwicklung, die bis heute anhält: Die Anmeldungen für die Hauptschule sanken rapide. „Alle wollten das Abitur machen“, sagt Grimme-Hameister.

Bürgermeister Uwe Sternbeck, der die Protokolle der damaligen Ratssitzungen aus dem Archiv gesucht hat, spricht von einer hitzigen Auseinandersetzung. „Der Ortsrat war gegen die Zusammenlegung. Eine treibende Kraft war das niedersächsische Kultusministerium unter Rolf Wernstedt. Dort wollte man das auf Landesebene vorantreiben“, sagt er. Damit entspricht die damalige Fusion in den Grundzügen dem, was heute vielerorts unter der Bezeichnung Oberschule entsteht. Diese entsprechen im Grunde dem System der Leine-Schule, auch in ihnen werden Haupt- und Realschulen zusammengezogen. An der sinkenden Attraktivität hat sich bis heute wenig geändert. In den vergangenen zehn Jahren hat die Leine-Schule ungefähr 200 Schüler verloren. Heute sind es rund 700. „Die Talsohle ist erreicht, jetzt geht es weder auf- noch abwärts“, sagt der erste Stadtrat Maic Schillack.

„Extrablatt!“ Dennis Pöschke präsentiert die Schülerzeitung zum Jubiläum. Quelle: Mario Moers

Hohe Durchlässigkeit

Während Lehrer und Politik der neuen Schule anfänglich skeptisch gegenüberstanden, bot das neue System Schülern von Beginn an viele Vorteile. „Wer zwischen den Schulen wechselte, musste nun nicht mehr den Ort wechseln und konnte seine Freunde weiter sehen“, sagt Grimme-Hameister. Ein wesentlicher Vorteil ist auch die Nähe zum Gymnasium. „Ab dem nächsten Jahr haben wir ein gemeinsames Nachmittagsprogramm mit unseren Nachbarn“, sagt Schulleiter Rainer Gieraths.

Er schätzt besonders die hohe Durchlässigkeit. „Wir ermöglichen den Schülern oft auf kurzem Weg einen Wechsel in eine andere Schulform“, sagt er. Im Jubiläumsjahr blickt er deshalb trotz gesunkener Schülerzahlen positiv in die Zukunft. In Zeiten des akuten Fachkräftemangels bietet die Leine-Schule seiner Ansicht nach ideale Voraussetzungen für viele Jugendliche. „Wir brauchen keine Abiturientenquote von über 60 Prozent. Wer heute ein Handwerk lernt, kann sich den Arbeitgeber aussuchen“, sagt er. Eine Einschätzung die auch Bürgermeister Sternbeck teilt. „Nicht jeder wird glücklich mit einem Studium“, sagt er.

Ehemalige Lehrer erinnern sich an ihre Zeit an der Leine-Schule. Wir haben sie am Tag der offenen Tür nach ihren besonderen Anekdoten und Erinnerungen gefragt.

Von Mario Moers

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