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Neustadt Lena Hespe will Musical-Star werden
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Neustadt: Lena Hespe will Musical-Star werden

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13:53 09.05.2019
Lena Hespe hat an der Singschule an Liebfrauen ihr Herz fürs Musical entdeckt. Quelle: Susann Brosch
Poggenhagen

Schon als Kind hatte Lena Hespe ständig ein Lied auf den Lippen. Schon mit zwei Jahren habe sie angefangen, jede Melodie die sie hört, wenig später vor sich hinzuträllern. „Ich wusste schon damals, dass ich Sängerin werden will. Alles andere hätte mich unglücklich gemacht“, sagt die heute 21-jährige aus Poggenhagen, die nun auf dem Sprung zu einer Musical-Karriere ist.

Bei Kreiskantorin Birgit Pape entwickelte Lena ihr Talent, besuchte die Singschule an Liebfrauen, seit sie neun war. Sie liebte es, in den Musicals aufzutreten, die Pape mit den Kindern jedes Jahr einstudiert. Dabei nützte ihr auch ihr zweites Hobby, das Ballett. Parallel zum Tanzen und Singen erhält sie bis 2011 außerdem Klavier-Unterricht. In Berlin besucht sie 2014 einen Musical-Workshop der Stage School Hamburg und ist begeistert.

Schulwechsel, der Musik wegen

Nach der 10. Klasse wechselte Lena von der KGS auf das Gymnasium. „Da hatte ich die Möglichkeit, Musik als Leistungskurs zu belegen und erhielt kostenlos zusätzlichen Gesangsunterricht“, sagt die Poggenhagenerin. Ein erstes Engagement bekam sie schon kurz nach dem Abitur, 2016, gewann sie bei einem Nachwuchs-Wettbewerb des Veranstalters Da Capo eine Gesangsrolle in der „Musical Masquerade“. Offenbar hat sie ihre Sache gut gemacht, denn ein Jahr später kam ein Anruf vom Veranstalter. „Ob ich nicht Lust hätte, wieder dabei zu sein. Ein Ensemble-Mitglied war plötzlich ausgefallen. Das war neun Tage vor Tour-Beginn. Natürlich habe ich zugesagt“, betont die Nachwuchs-Sängerin.

Studienplatz ist schwer zu bekommen

Aus dem Hobby soll nun endlich ein Beruf werden. Ihren Sicherheitsanker, eine Ausbildung zur Altenpflege, hat Lena Hespe bereits nach sechs Monaten abgebrochen. „Das war nicht meins.“ Stattdessen bewarb sie sich 2017 an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. „Das hat im ersten Anlauf leider nicht geklappt.“ An der Hochschule für Musik in Berlin schafft sie es 2018 zumindest bis ins Finale. „Es gibt pro Musikhochschule etwa 250 Bewerber. Es werden fünf weibliche und fünf männliche Studenten angenommen. Es bis in die Endauswahl zu kommen ist schwer“, sagt die angehende Künstlerin, die die Wartezeit mit Arbeit bei der Musical-Factory in Hannover überbrückte. „Ich war im Ensemble und habe bei der Regie assistiert.“ Beim zweiten Anlauf in Rostock schafft sie es dann doch. Für die Aufnahmeprüfung trägt sie zwei Arien und zwei Kunstlieder vor, Schubert und Schumann, außerdem gehören noch vier Pop Stücke zu den Anforderungen. Seit dem Herbstsemester 2018 ist sie nun mit Leib und Seele dabei.

Freizeit ist knapp

Regelstudienzeit sind acht Semester. Viel Freizeit hat sie nicht. „Das Studium bedeutet vier Jahre kostenlose Ausbildung. Da nehme ich so viel mit, wie es geht“, sagt die Studentin. Die Dozenten sind anspruchsvoll. „Meine Pop-Gesang Lehrerin Barbara Felsenstein arbeitet an jedem Ton. Das ist super“, sagt Hespe. An der Hochschule gibt es acht Bands. Die Studenten werden am Anfang des Semesters dafür eingeteilt. „Ich bin in fünf Bands. Das hat sich so ergeben“, sagt die Vollblutmusikerin mit einem Lächeln. Außerdem nimmt sie noch an der Ausbildung zum Chorleiter teil. „Das ist realistisch. Viele Sänger arbeiten später als Chorleiter.“

Mitarbeit am Volkstheater Rostock

Wenn sie nicht lernt, dann gibt sie Unterricht. „Eineinhalb Stunden Modern Dance und Contemporary beim Uni-Sport sowie zwei Gesangsschülerinnen pro Woche“, zählt Hespe auf. Ach ja, sagt sie, in den Semesterferien macht sie noch beim Volkstheater Rostock mit, „fürs Training.“ Und nach dem Studiengang in Rostock würde sie am liebsten noch ein Aufbau-Studium zum Musical-Master machen. „Das dauert etwa zwei Jahre und wird in Tilburg in Holland und in München angeboten“, sagt die nimmermüde junge Frau. Auf die Frage nach ihrem größten Traum antwortet sie, ohne zu zögern: „Ich möchte gerne am Theater des Westens in Berlin spielen“.

Auftritte in Neustadt

Wer Lena Hespe einmal live auf der Bühne hören möchte, hat am Tag der Parke am Sonntag, 19. Mai, in Poggenhagen Gelegenheit dazu. Sie hat ein 45-minütiges Programm mit Popsongs vorbereitet und begleitet sich selbst auf dem Klavier. Und am 18. Januar ist sie wieder in Neustadt zu Gast. Dann steht sie mit dem Ensemble der Evergreen-Musical-Tour auf der Bühne des Gymnasiums.

Von Susann Brosch

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