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Neustadt Mehr Infos zum Südlink in Niedernstöcken
Umland Neustadt Mehr Infos zum Südlink in Niedernstöcken
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06:00 01.04.2019
Elisabeth Benecke, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet, kommt am 3. April zu einer weiteren Informationsveranstaltung nach Niedernstöcken. Quelle: Kathrin Götze
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Neustädter Land

Ein langes Stück der geplanten Stromtrasse Südlink verläuft durch den Einzugsbereich des Ortsrats Mandelsloh, von Stöckendrebber im Norden bis nach Welze im Süden. Nach einer ersten Informationsveranstaltung in Neustadt wollen die Politiker aus dem Ortsrat und zahlreiche Grundstückseigentümer mehr wissen und über Probleme sprechen. 

Landwirte haben neuen Trassenvorschlag erarbeitet

In einer Kurve verläuft der aktuelle Trassenvorschlag auf Mandelsloh zu und mit wenig Abstand am Dorf vorbei. Besonders dicht geht es an einem Aussiedlerhof an der Mandelsloher Straße vorbei, außerdem durch eine Zone, in der besonders guter Boden liegt. Die Nutzer fürchten, dass Bauarbeiten dessen Qualität beeinträchtigen könnten. Nach Auskunft von Tennet ist die Kurve geplant worden, um den Windpark sowie weitere Vorranggebiete für Windkraft bei Niedernstöcken zu umgehen – inzwischen ist aber nicht mehr klar, ob dort überhaupt noch weitere Windkraftanlagen gebaut werden können. Einige Landwirte haben deshalb einen Alternativvorschlag für die Trasse erarbeitet, den Ortsbürgermeister Günter Hahn (UWG) bereits an Netzbetreiber Tennet weitergeleitet hat.

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Nun gibt es eine weitere Gesprächsrunde, um diesen Vorschlag zu besprechen und weitere Fragen zu stellen. Tennet-Bürgerreferentin Elisabeth Benecke kommt dafür am Mittwoch, 3. April, um 18 Uhr ins Dorfgemeinschaftshaus Niedernstöcken, Niedernstöckener Straße 5. „Dieser Abend wird mit Gesprächen, Anregungen und mit Ergebnissen weiteren Aufschluss über das Vorgehen von Tennet bringen“, sagt Ortsbürgermeister Hahn.

Stadtverwaltung legt Grundsatzerklärung zum Südlink vor

Indessen hat die Stadtverwaltung eine Grundsatzerklärung zur geplanten Trasse erarbeitet. Demnach bekennt sich die Stadt Neustadt zur Energiewende und dem Ziel, Atom- und Kohlekraftwerke vollständig abzuschalten, die gesetzlichen Regelungen zum Südlink gälten auch für die Stadt.

Netzbetreiber Tennet wird aufgefordert, den Trassenverlauf durch Neustadt nachvollziehbar zu begründen; von allen Siedlungen und Wohnhäusern müsse ein „nachvollziehbarer Mindestabstand“ gewahrt bleiben. Weiterhin müsse verständlich und nachvollziehbar sein, welche Auswirkungen die Stromtrasse auf die Menschen hat. Eingriffe in Eigentum müssten „vollständig und spätestens mit Fertigstellung der Trasse finanziell dauerhaft und angemessen ausgeglichen werden“. Dies gelte insbesondere für Einschränkungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung.

Bürger sollen Einwendungen vorbringen

Die Verwaltung werde sämtliche ihr bekannten Schwierigkeiten und Einschränkungen für den Trassenverlauf in die Beteiligungsverfahren einbringen, heißt es weiter. Alle im Neustädter Land lebenden Menschen werden aufgerufen, ihre Einwendungen ebenso in den Verfahren bei der Stadt oder der zuständigen Bundesnetzagentur geltend zu machen.

Die Grundsatzerklärung wird am Donnerstag, 4. April, Thema im Rat sein. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Ratssaal, Nienburger Straße 31.

Von Kathrin Götze