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Neustadt Notaufnahme ist weiterhin oft überfüllt
Umland Neustadt Notaufnahme ist weiterhin oft überfüllt
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00:20 01.03.2019
Der Eingang zur Notaufnahme am Klinikum Region Hannover in Neustadt. Quelle: Mirko Bartels
Neustadt

 Lange Wartezeiten, großen Andrang, auch Fehldiagnosen, melden Patienten aus der Notaufnahme im Klinikum Neustadt. In jüngster Zeit gab es etliche Fälle, in denen Verletzte oder Kranke lange darauf warten mussten, von einem Arzt in Augenschein genommen zu werden. Einzelne wurden auch in andere Krankenhäuser verlegt oder aufgefordert, dorthin zu fahren und fühlten sich deshalb nicht gut behandelt.

Viele kommen unnötig in die Notaufnahme

Auf Einzelfälle könne man ohne Befreiung von der Schweigepflicht nicht eingehen, hieß es jetzt in einem Gespräch mit Verantwortlichen im Klinikum. Den gemeldeten Fällen werde aber intern nachgegangen. Wichtigster Grund für lange Wartezeiten sei allerdings, dass nach wie vor viele Patienten auch dann in die Notaufnahme kämen, wenn nicht wirklich ein Notfall vorliegt. „Es heißt Notaufnahme, weil es für Patienten gedacht ist, die stationär im Klinikum aufgenommen werden müssen“, betont der leitende Arzt Dr. Jürgen Tempel, „doch das scheint viele nicht zu interessieren.“ Immer wieder würden Wartende auch ausfallend, beschimpften das Pflegepersonal oder griffen gar an, berichtet Notaufnahme-Pflegeleiterin Stephanie Arndt. Mit der Notfallpraxis versucht man, die Notaufnahme zu entlasten, aber die ist nur 20 Stunden in der Woche besetzt.

Der leitende Arzt der Notaufnahme, Dr. Jürgen Tempel, zeigt die Statistik der vergangenen Woche. Dringende Fälle würden in roter Farbe markiert - doch es wurden keine registriert. Die grünen, blauen und grauen Balken zeigen Patienten, die nicht stationär aufgenommen werden mussten. Quelle: Kathrin Götze

Für Einweisung lieber Termin absprechen

Nach wie vor haben die Mitarbeitenden in der Notaufnahme viel damit zu tun, die Patienten nach der Dringlichkeit ihrer Leiden zu sortieren. Das passiert nach der so genannten Manchester-Triage recht bald nach dem Eintreffen. Wer auf eine lange Wartezeit hingewiesen werde, müsse davon ausgehen, dass sein Problem als nicht lebensbedrohlich eingeschätzt wurde. „Dabei kommt es auch nicht darauf an, ob man mit dem Rettungswagen kommt“, sagt Herzchirurg Dr. Bernhard Vieregge. Und wer eine Einweisung vom Hausarzt hat, sollte am besten telefonisch nach einem Einweisungstermin fragen, statt einfach in die Notaufnahme zu kommen.

Die Hälfte der Patienten wird nicht stationär aufgenommen

Die Ergebnisse der Triage werden protokolliert, und sie zeigen, dass die Ärzte in den allerwenigsten Fällen urteilen, ein Patient müsse sofort behandelt werden. Auch dringende Fälle sind eher selten, und etwa die Hälfte der Patienten muss nicht stationär aufgenommen werden. Die Patienten selbst neigten dazu, das eigene Problem als deutlich dringlicher einzuschätzen als es die Profis tun. Und sie wüssten dass im Klinikum gut gearbeitet werde. „Versuchen Sie mal, im ambulanten Bereich so viele verschiedene Fachärzte zu sehen, da sind Sie wochenlang unterwegs“, sagt Tempel. Ansonsten versuchten die diensthabenden Ärzte, so rasch wie möglich jeden der Hilfesuchenden zu sehen und zu diagnostizieren. „Eine Ausnahme bilden Kinder, die wir hier grundsätzlich nicht aufnehmen. Sie werden an die Kinderklinik verwiesen“, betont Tempel.

Notrufnummer 116117 soll beworben werden

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) ist auf der Suche nach Lösungen für die Notfallversorgung der Patienten, die nicht ins Krankenhaus müssen. Sprecher Uwe Köster verweist auf die Telefonnummer 116117 für ärztliche Notfälle – die KVN werde sie in Kürze mit einer großen Kampagne weiter bewerben. Es sei geplant, dass speziell geschulte Mitarbeiter dort künftig per Fragebogen die Dringlichkeit der Notfälle einordnen und dem Patienten den richtigen Rettungsweg empfehlen könnten. Köster berichtet auch von einem Pilotversuch in Delmenhorst, in dem über diese Nummer auch Rettungssanitäter alarmiert werden können, die bei Bedarf einen Arzt per Laptop hinzuschalten können – das Stichwort heißt Telemedizin. „Wir werden um eine Patientensteuerung nicht herum kommen“, sagt er, „manche sind sich nicht bewusst, dass sie Rettungswege für die wirklich schweren Fälle verstopfen.“

Wer eine Beschwerde über die Arbeit des Klinikums hat, sollte sie auch dort anbringen, sagt Klinikumssprecher Bernhard Koch noch. „Wir wollen besser werden, daher ist es für uns wichtig, dass wir von Problemen erfahren.“

Von Kathrin Götze

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