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Neustadt Schneerens Schützen feiern Majestäten und Musikzug
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Neustadt: Schneerens Schützen feiern Majestäten und Musikzug

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00:18 19.06.2019
Majestäten, Fahnen- und Scheibenträger posieren für das Erinnerungsfoto. Quelle: Kathrin Götze
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Schneeren

Taufrische Märsche und Rhythmen, auch noch nach 60 Jahren: Die Schneerener Schützen sind zu Recht stolz auf ihren Spielmannszug. So steht das Schützenfest im Eichendorf zum „kleinen Jubiläum“ des 60-jährigen Bestehens diesmal auch ganz im Zeichen der Musik, und statt des Schützengrußes Gut Schuss hieß es beim Katerfrühstück am Sonntagvormittag deutlich öfter Gut Spiel. Auf der Bühne spielten beim Frühstück allerdings die Freunde vom Musikverein Dedensen.

Der erste Tambourstab bei den Schneerener Schützen war ein Besenstiel

„Die Zeit rennt“, sagte Wilfried Kahle, der bei den Musikern schon mehr als die Hälfte der Zeit, 32 Jahre, als Tambourmajor den Stab führt. Er blickte auf die Gründungszeit der Kapelle zurück, als man sich für die Übungsabende auf Schraders Saal traf und ein Besenstiel zum Tambourstab umfunktioniert wurde. „Damals war Improvisation gefragt – es herrschte Mangelwirtschaft, wie man sie sich heute kaum noch vorstellen kann“, sagte Kahle. Einheitliche Kleidung, wie sie heute vielfach als selbstverständlich angesehen wird, gab es noch nicht. „Man hatte eine gute Hose, und wenn die anthrazitfarben statt schwarz war, dann musste das auch reichen.“ Auch die Instrumente waren längst nicht so ausgefeilt wie heute. „Die schwarzen Bakelitflöten gaben die ersten Töne gar nicht so gerne her“, sagt Kahle.

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Drei Tage lang feiern die Schneerener ihr Schützenfest – beim Katerfrühstück am Sonntag stand der Spielmannszug im Mittelpunkt, der seit inzwischen 60 Jahren besteht.

Frauen sind seit 1972 im Spielmannszug dabei

Gründer Wilhelm Klingemann und seine Mitstreiter übernahmen die Ausbildung der Spieler selbst, mit Gründung der Nachwuchsgruppe 1969 und der Zulassung von Mädchen 1972 waren die nächsten Schritte zum Wachstum getan. Allerdings rief diese Neuerung beim Schneerener Mannsvolk Kopfschütteln hervor: Allzu schnell könnten Mitspielerinnen doch wegen Schwangerschaft ausfallen oder gar in andere Dörfer weggeheiratet werden, habe es damals geheißen.

Der Spielmannszug im Schützenverein Schneeren feiert sein 60-jähriges Bestehen. Quelle: privat

45 Frauen machen im Schneerener Spielmannszug mit

Heute ist Kahle stolz auf Frauen wie Männer im Spielmannszug. Er dankte Mareike Bösche, der Ausbildungsleiterin Flöte, für ihr stetes und intensives Engagement. Rund 45 Mitglieder zählt der Zug aktuell, hat außer den Auftritten beim eigenen Schützenfest auch Einsätze beim großen Schützenumzug in Hannover und in den kleinen Nachbardörfern Bolsehle und Groß Varlingen auf der Agenda stehen. Mit den Gastspielen bei privaten Feiern komme man da schon auf ein beachtliches Pensum, sagte Kahle. „Da ist die Grenze des Machbaren erreicht, wir haben gesagt, auch andere Hobbys sollen noch möglich sein.“

„Wir können uns glücklich schätzen, einen solchen Spielmannszug im Dorf zu haben“, sagte Ortsbürgermeister Stefan Porscha. Auch Schützenchef Ferdinand Lühring, Damenleiterin Sandra Wilkening und Festwirtin Yvonne Runte gratulierten.

Neun Majestäten werden in Schneeren geehrt

Nicht zu vergessen: Auch Majestäten gab es selbstverständlich zu feiern. Der Schützenverein mit seinen 400 Mitgliedern leistet sich eine ganze Reihe davon: Der Schützenkönig 2019 heißt Dennis Schulz, Jugendkönig Luftgewehr ist Björn Tieben, Jugendkönigin Kleinkaliber Jennifer Wiebking. Die Damenkönigin heißt Marion Rabe, Seniorenkönigin ist Irmtraud Klingemann, Seniorenkönig Jörn Heidemann. Altherrenkönig wurde Ferdinand Lühring, und Schützenkaiser darf sich Ingo Wiebking nennen. Am Montag legen noch die Kinder mit dem Luftgewehr an, um ihren König auszuschießen.

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Von Kathrin Götze

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