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Neustadt Schulen bereiten sich auf neue Pflegeausbildung vor
Umland Neustadt

Neustadt: Schulen bereiten sich auf neue Pflegeausbildung vor

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17:39 28.11.2019
Ziehen für die neue Ausbildung an einem Strang (von links): Maren Lange, Abteilungsleiterin Pflege an der BBS Neustadt, Michael Krampe, Leiter der BBS Springe, Renate Lippel, Leiterin der Anna-Siemsen-Schule in Hannover, Inja Tofern-Kleen, Leiterin der KRH-Pflegeschule, und Uwe Backs, Leiter der BBS Neustadt. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

In einem neuen Ausbildungsverbund zur Pflege bereiten sich die Berufsbildenden Schulen (BBS) und die Pflegeschule des Klinikums Region Hannover (KRH) gemeinsam auf große Veränderungen vor: Ab 1. Januar tritt das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe in Kraft. Es beinhaltet auch, dass künftig nicht mehr drei Ausbildungsgänge spezialisierte Pflegekräfte hervorbringen, sondern es nur noch einen Ausbildungsgang gibt.

Ausbildung beginnt künftig für alle Pfleger gleich

Zuvor gab es komplett getrennte Ausbildungen für Kranken-/Gesundheitspflege, Altenpflege sowie Kinderkrankenpflege. Nun sollen die Auszubildenden zunächst zwei Jahre eine gemeinsame, allgemein ausgerichtete Phase durchlaufen. Für das dritte Jahr können sie sich dann spezialisieren oder als Generalisten weitermachen. Im letzteren Fall erwerben sie den allgemeinen Berufsabschluss Pflegefachfrau, beziehungsweise -fachmann.

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Schulen stimmen sich über Ausbildung ab

Die Berufsbildenden Schulen in Neustadt und Springe, die Anna-Siemsen-Schule in Hannover und die KRH-Pflegeschule sind jetzt dabei, ihre Ausbildungsgänge aufeinander abzustimmen. Das sei eine organisatorische Herausforderung, wie die Schulleiter am Mittwoch erläuterten. An der KRH-Schule werden bisher die Krankenpfleger ausgebildet – aktuell sind es 550 in einem Jahrgang, wie Leiterin Inja Tofern-Kleen berichtet. 100 weitere Auszubildende absolvieren die Berufsfachschule Altenpflege an den drei BBS. Am KRH beginnt die Ausbildung zum 1. April, die Berufsschulen starten erst am 1. August. „Da gehen die Schwierigkeiten schon los“, sagt Neustadts BBS-Leiter Uwe Backs. Auch an Ferienzeiten ist das KRH nicht gebunden, die Berufsschulen schon.

Praxisphasen in drei Bereichen

Die Praxisanteile bleiben auch im neuen Ausbildungsgang wichtig, laufen aber nach einem neuem Schema ab. Jeweils 400 Stunden (elf Wochen) werden in den ersten beiden Lehrjahren in den Bereichen Akutpflege, Altenpflege und ambulante Pflege abgeleistet. Damit haben die Auszubildenden nicht die ganze Zeit die gleichen sogenannten Praxisanleiter, sondern arbeiten in den verschiedenen Einrichtungen mit mehreren von ihnen zusammen. 85 dieser Anleiter haben am Mittwoch bei der Auftaktveranstaltung „Gestaltung der praktischen Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz“ in der BBS Neustadt besprochen, wie sie die Praxisphasen für Auszubildende und Betriebe künftig sinnvoll gestalten wollen. Die Schulen sollen diese Phasen jeweils im Vorfeld theoretisch vorbereiten.

Realschulabschluss ist Voraussetzung

Eine weitere Neuerung: Künftig ist ein Realschulabschluss Voraussetzung für den Einstieg in die Pflegeberufe. „Das ist gut so“, findet Anna-Siemsen-Schulleiterin Renate Lippel. Für die Pflege seien viele Kompetenzen nötig, die Mitarbeiter trügen große Verantwortung. „Fachexpertise muss sein“, sagt auch Maren Lange, Abteilungsleiterin Pflege an der BBS Neustadt. Den Schulleitern – und auch den Politikern – ist es wichtig, die Pflegeberufe wieder aufzuwerten. Das erreiche man nicht, indem man das Niveau absenke, sagt Lange. „Als es nach der Schlecker-Pleite hieß, die Verkäuferinnen könnten doch gut in die Pflege wechseln, hat uns das geschadet. Es darf nicht jeder an einem Bett stehen.“

Ob sich die neue Ausbildungsordnung bewährt, soll nach sechs Jahren überprüft werden. Die Schulleiter sind selbst gespannt, wie sie sagen. Klar ist aus ihrer Sicht, dass mit der Ausbildung die Lernzeit der Pflegekräfte nicht endet, sondern immer wieder Fortbildungen eingebaut werden müssen.

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