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Neustadt Schulklassen lernen den toten Winkel kennen
Umland Neustadt Schulklassen lernen den toten Winkel kennen
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14:59 04.04.2019
Marie (9) staunt über den großen LKW-Spiegel, den die Kontaktbeamtin Pamela Hoffmann zur Veranschaulichung mitgebracht hat. Quelle: Carola Faber
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Neustadt

Einen ungewöhnlichen Donnerstagvormittag haben die Viertklässler der Grundschule Stockhausenstraße erlebt. Ulli Drewitz und Detlef Meese von der Verkehrswacht sowie Roland Brand vom Technischen Hilfswerk klärten die Schüler über die Gefahren des toten Winkels auf. Kontaktbeamtin Pamela Hoffmann hat die Aktion organisiert. Vor dem Termin hatten die Klassenlehrerinnen das Thema im Unterricht behandelt. „Kann ein Autofahrer immer alle Menschen in der Nähe erkennen und wo gibt es einen toten Winkel?“, fragt der ehemaligen Polizeibeamte Drewitz.

Auch Motorradhelm schränkt die Sicht ein

Zur Veranschaulichung hat er seinen Motorradhelm mitgebracht. „Ich hätte nicht gedacht, dass man mit einem Helm nur so wenig an den Seiten erkennen kann“, gibt Nena (9) zu. Ein echtes Aha-Erlebnis haben die Schüler auf dem Schulhof, mit einem großen Lastwagen vom Technischen Hilfswerk. Die ganze Klasse kann sich auf ein großes Dreieck auf dem Boden mit der Aufschrift „Toter Winkel“ stellen. Jeder Schüler durfte einmal auf dem Fahrersitz Platz nehmen und versuchen, die Mitschüler zu entdecken. „Ich kann wirklich niemanden sehen“, staunt Ryan (10).

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Verkehrswacht sucht ehrenamtliche Mitarbeiter

„Es ist also immer wichtig, dass ihr zu dem Fahrer Blickkontakt aufnehmt. Erst dann kann er auch euch sehen", rät Meese. Oft genug haben die Polizeibeamten schwere Unfälle gesehen, die passierten, weil Fahrer die Opfer nicht sahen. „Die Aufklärung ist enorm wichtig und die Nachfrage nach diesen Aktionen ist weit größer, als wir erfüllen können“, sagt Drewitz. „Wir freuen uns über jeden weiteren Ehrenamtlichen. Einzige Voraussetzung ist Interesse für das Thema.“

Landtagsabgeordnete unterstützen Aktion

Um die Wichtigkeit des Themas zu unterstreichen, haben die Beteiligten des Gemeinschaftsprojekts auch die Landtagsabgeordneten Wiebke Osigus sowie Sebastian Lechner und Stefan Birkner zu Schulterminen eingeladen, sie haben sich für den 29. April (Hans-Böckler-Schule) und 3. Mai (Michael-Ende-Schule) angekündigt. „Wir würden den toten Winkel gern in den Lehrplan der Grundschulen aufnehmen“, sagt Hoffmann, „thematisch würde es zur jährlichen Fahrradprüfung der vierten Klassen passen."

Von Carola Faber