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Neustadt Kirche: Zu langweilig und zu kalt – was sich ändern muss
Umland Neustadt Kirche: Zu langweilig und zu kalt – was sich ändern muss
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00:18 18.03.2019
Am Donnerstag haben Ester Uhde (von links), Pastor Christian Steinmeier und Bodo Messerschmidt vom Kirchenvorstand Ergebnisse der Umfrage präsentiert. Quelle: Marleen Gaida
Mandelsloh

„Wir haben einen Traum“ steht auf einem Plakat, festgeklebt an der Tür zum Gemeindehaus von St. Osdag. Es ist der Leitspruch für eine Umfrage, die die Kirchengemeinde im Winter durchgeführt hat. Die Idee dazu hatte Gemeindemitglied Ester Uhde, die von den leeren Kirchenbänken beim Sonntagsgottesdienst zunehmend frustriert war. An der Umfrage konnten alle Bewohner der Ortschaften Mandelsloh, Amedorf, Welze, Evensen, Bevensen, Laderholz, Lutter, Brase und Dinstorf – unabhängig von der Kirchenzugehörigkeit – teilnehmen.

Ergebnisse liegen vor

Uhde wünschte sich Auskunft zu drängenden Fragen: Wie oft gehen Bewohner der Gemeinde in die Kirche? Warum gehen sie nicht? Ist es ihnen zu langweilig? Gefällt ihnen die Musik? Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Uhde, die in ihrer Freizeit sogar bei den Leuten zu Hause klingelte, um für die Umfrage zu werben, hat sie ausgewertet. 154 Teilnehmer im Alter von 30 bis 60 Jahren haben sich die Mühe gemacht, die Fragen zu beantworten. „Es wäre grandios“, sagt Uhde, „wenn diese Menschen alle in den Gottesdienst kommen würden.“ Tun sie aber nicht.

Bezug zum Alltag fehlt

Die Hauptgründe dafür hat Uhde jetzt schwarz auf weiß. „Ich konnte drei Hauptgründe ausmachen: Erstens besteht ein Wunsch nach moderner Musik, zweitens ist den Leuten im Gottesdienst langweilig und drittens fehlt ihnen der Bezug zwischen Gottesdienst und Alltag fehlen.“ Zudem sei der klassische 10-Uhr-Gottesdienst nicht mehr attraktiv. Kinder fühlten sich im Gotteshaus oft nicht wohl. Außerdem sei es manchmal einfach zu kalt – vor allem in den Wintermonaten.

Zu kalt in der Kirche? Gemeinde kauft Decken

Statt zu verzagen, haben Uhde, Pastor Christian Steinmeier und Bodo Messerschmidt vom Kirchenvorstand bei einer Klausurtagung am Wochenende die Ergebnisse analysiert. Steinmeier: „Wir haben uns damit beschäftigt, welche Stellschrauben es gibt. Wie kann man neuere Musik in den Gottesdienst einbauen, vielleicht ein E-Piano verwenden, statt einer Orgel.“ Gegen die Kälte könne man kurzfristig etwas tun, sichert Steinmeier zu. Die Kirchengemeinde werde Decken anschaffen. Zudem wolle Steinmeier schwungvollere Lieder auswählen und diese mit der Gemeinde einstudieren. Bodo Messerschmidt schwebt vor, die Liturgie des Gottesdienstes auszudrucken, damit der Ablauf nachvollziehbar wird. Messerschmidt schlägt außerdem vor, dass sich Gottesdienstbesucher mit Begleitung des Organisten locker einsingen.

Etwas meditatives für die innere Ruhe

Steinmeier will sich Gedanken machen, wie er eine Brücke in den Alltag der Menschen bauen kann. Er könne sich auch Gottesdienste mit meditativen Elementen und Psalmgebeten vorstellen, damit Besucher Ruhe finden und mehr Zeit für sich selbst haben.

Uhde ist mit der Resonanz auf ihre Umfrage sehr zufrieden. Und es habe bereits erste Resultate gegeben. „Es waren überraschend viele neue Leute beim jüngsten Familiengottesdienst“, sagt sie und freut sich. „Wir hoffen, dass das so weitergeht.“ Gerade der ehrenamtliche Teil des Gemeindelebens könne viele helfende Hände gebrauchen.

Von Marleen Gaida

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