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Neustadt Stadt will mehr Tempo-30-Zonen ausweisen
Umland Neustadt

Neustadt: Stadt will mehr Tempo-30-Zonen ausweisen

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18:18 21.11.2019
Eilvese hat bereits seit 2017 eine Tempo-30-Zone. Quelle: Benjamin Behrens (Archiv)
Neustädter Land

In der Kernstadt und den Dörfern sollen in nächster Zeit mehr und mehr Tempo-30-Zonen entstehen. Es sei erstrebenswert, die verkehrsberuhigten Zonen abseits der Hauptverkehrsadern grundsätzlich auszuweisen, schreibt Neustadts Verkehrskoordinator Benjamin Gleue in einer neuen Vorlage für den Rat. Auf diese Weise könne man den vielfach geäußerten Wünschen aus allen Ortschaften nachkommen. Überdies werde damit der Grundsatz bestärkt, dass Autofahrer abseits der Vorfahrtstraßen jederzeit mit der Anordnung von Tempo 30 rechnen müssten.

Zahlreiche Dörfer sind schon 30-Zonen

Im Neustädter Land ist schon einiges passiert: Abseits der Hauptstraßen gilt beispielsweise in Bordenau, Eilvese, Mardorf, Niedernstöcken, Poggenhagen, Schneeren und Suttorf fast überall Tempo 30, außerdem im Kernstadt-Quartier nördlich der Landwehr. Nun sei das Ziel, mittelfristig die Regelungen im Stadtgebiet einheitlicher zu gestalten, schreibt Gleue. Damit werde man die geltenden Verkehrsregeln für alle nachvollziehbarer machen.

Konzept soll erarbeitet werden

Zunächst müsse ein schlüssiges Konzept für die verschiedenen Ortschaften und Quartiere erarbeitet werden, erläutert Gleue. Dabei muss auch geklärt werden, wo die Regelung umsetzbar ist. Tempo-30-Zonen dürfen auf übergeordneten Straßen wie Kreis-, Landes- oder gar Bundesstraßen nicht ausgewiesen werden – damit fallen sämtliche Ortsdurchfahrten schon einmal heraus. Auch Vorfahrtstraßen können so nicht gekennzeichnet werden, denn in den 30-Zonen gilt grundsätzlich die Rechts-vor-Links-Regel. Auf der Lindenstraße, die eine Vorfahrtstraße ist, beispielsweise gilt Tempo 30, aber eine Zonenregelung ist dort nicht möglich. Zonen wünsche sich der Ortsrat indes für die dortigen Seitenstraßen wie Marsch- und Stockhausenstraße, sagt Gleue.

Schild kostet bis zu 250 Euro

Ein Schild aufzustellen, koste die Stadt zwischen 200 und 250 Euro, inklusive Pfosten und Arbeitszeit, schreibt Gleue weiter. Rund 10.000 Euro könne die Verwaltung jährlich dafür ausgeben und die entsprechenden Arbeiten ausführen. Man könne aber nicht alle Wünsche auf einmal erfüllen, sondern werde sie sukzessive abarbeiten. Die Polizei unterstützt die Idee. Mit reduziertem Tempo würden schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger besser geschützt, überdies reduziere sich die Lautstärke des Verkehrs, schreibt Gunther Behring, stellvertretender Leiter des Einsatz- und Streifendienstes.

Ortsräte sollen Vorschläge erarbeiten

Sollte der Rat in seiner Sitzung am 5. Dezember für die Ausweitung der Tempo-30-Zonen votieren, müssten die Ortsräte ihre Vorschläge an die Verwaltung richten, heißt es. Einige Wünsche dürften schon vorliegen. Der Ortsrat Mandelsloh beispielsweise habe bereits das Quartier zwischen Mühlenweg und Überm See im Auge, sagt Ortsbürgermeister Günter Hahn. Im Mühlenfelder Land gibt es schon einige Tempo-30-Zonen, man müsse an manchen Stellen die Beschilderung nachbessern, sagt Ortsbürgermeister Heinz-Günter Jaster. „Auf der Straße zum Freibad in Nöpke zum Beispiel wird die Geschwindigkeitsbegrenzung oft missachtet.“

Ortsbürgermeisterin Luft will Bürger einbeziehen

Helstorfs Ortsbürgermeisterin Silvia Luft hat gerade erst von dem Vorstoß der Verwaltung erfahren. „In Esperke und Warmeloh ist gefühlt wegen der Baustellen ohnehin seit Jahren Tempolimit“, sagt sie mit einer gewissen Ironie. Beim Tempo 30 sei es aber unbedingt geboten, die Bürger einzubeziehen. Gleue rechnet mit heftigen Debatten zum Thema – auch wenn die Verkehrsplaner in der Stadtverwaltung bisher nur Wünsche für neue 30-Zonen erreicht haben. Ob eine Zone abgeschafft werden kann, war bisher kein Thema.

FDP-Mann Iseke ist gegen pauschale Regeln

Gegner einer pauschalen Regelung ist FDP-Mann Thomas Iseke: „Wir haben Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung, jeder ist zur Rücksichtnahme verpflichtet“, sagt er. In den schmalen, verwinkelten Straßen nördlich der Landwehr finde er die Tempo-30-Regelung noch einigermaßen schlüssig. Aber bei breiten Pisten wie der Siemensstraße reiche doch eine an die Tageszeit gebundene Regelung: „Wieso soll ich da nachts 30 fahren?“ Die politische Forderung nach diesen Zonen finde er „leicht heuchlerisch“, sagt Iseke. „Tempo 50 hat sich über Jahrzehnte bewährt – warum sollen wir das ändern?

Ihre Meinung ist gefragt

Haben sie eine Tempo-30-Zone vor der Tür? Oder wünschen Sie sich eine? Hält sich überhaupt jemand an solche Regelungen? Ihre Erfahrungen und Ihre Meinung zum Thema sind gefragt. Schreiben Sie uns eine E-Mail an neustadt@haz.de beziehungsweise neustadt@neuepresse.de oder rufen Sie uns an unter Telefon (05032) 964315. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

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