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Neustadt Stadtverwaltung: Fast immer arbeiten Frauen in Teilzeit
Umland Neustadt

Neustadt: Stadtverwaltung Fast immer arbeiten Frauen in Teilzeit Gleichstellungsbeauftragte Kunze

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06:00 13.08.2019
Sabrina Kunze ist die Gleichstellungsbeauftragte von Neustadt. Quelle: Bernd Haase (Archiv)
Neustadt

Verwaltungsarbeit ist vielfach Frauenarbeit: Das geht aus dem Arbeitsbericht hervor, den die städtische Gleichstellungsbeauftragte Sabrina Kunze dem Rat im September vortragen wird. Mehr als zwei Drittel (68,64 Prozent) der 558 städtischen Beschäftigten sind weiblich, nämlich 383. Doch bei Beamten und in höheren Gehaltsklassen kehrt sich dieses Verhältnis um: Zwei Drittel sind dort Männer, ein Drittel Frauen.

Die meisten Teilzeitkräfte sind Frauen

Eine Erklärung liefert Kunze gleich mit: „Teilzeitarbeit aus familiären Gründen ist immer noch eine Frauendomäne.“ Von 280 in Teilzeit Beschäftigten sind 261 Frauen, das entspricht gut 93 Prozent. „Dieser Umstand kann dazu führen, dass im Speziellen für Frauen ungünstige berufliche Entwicklungs- und Karrierechancen entstehen“, sagt Kunze.

Dennoch: Bei den Führungskräften sind die Frauen nur noch leicht unterrepräsentiert. Die Ämter an der Spitze der Verwaltung, des Rechnungsprüfungsamts, der verschiedenen Fachdienste und des Abwasserbehandlungsbetriebs teilen sich zwölf Männer und acht Frauen – Bürgermeister und Erster Stadtrat sind Wahlbeamte.

Männer sind vielfach in der Unterzahl

In allen Fachbereichen sei man bemüht, ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis herzustellen, berichtet Kunze weiter. Das bedeutet in vielen Fällen, dass Männer besonders aufgefordert werden, sich zu bewerben. Im Fachdienst Kinder und Jugend sowie im Fachdienst Bildung etwa sind die Frauen in der Mehrzahl, ebenso wie im Fachbereich Bürgerdienste, dem Fachdienst Soziales, aber auch bei Stadtplanung und Bauordnung. Doch in vielen Bereichen kämen nach wie vor wenige Bewerbungen von männlichen Fachkräften. Mehr Männer als Frauen arbeiten lediglich in den Fachdiensten Tiefbau und Immobilien sowie im Abwasserbehandlungsbetrieb. In der Kläranlage etwa arbeitet nur eine Frau gemeinsam mit elf Männern.

Eine Fachdienstleitung hat Telearbeitsplatz

Ausgewogen ist das Verhältnis von Frauen und Männern in den Fachbereichen Finanzen und Immobilien. In allen Bereichen bemühe man sich, Möglichkeiten für Teilzeit- und Telearbeit zu schaffen, damit die Beschäftigten Familie und Beruf besser vereinbaren können, heißt es im Bericht weiter. Im Fachdienst Stadtgrün habe sogar die Leiterin einen Telearbeitsplatz, kann also auch von zu Hause aus arbeiten. Weitere Telearbeitsplätze sind in Vorbereitung.

Auch Gleichstellungsbeauftragte arbeitet in Teilzeit

Auch Kunzes Position ist auf eine halbe reguläre Stelle reduziert – das ist das Mindestmaß, das Kommunen ab 20.000 Einwohnern laut niedersächsischer Kommunalverfassung finanzieren müssen. Kunzes Vorgängerin Bärbel Heidemann hatte im Laufe ihrer Berufsjahre mehr und mehr verwandte Aufgaben übernommen und ihre zuerst auch auf die Hälfte der Stunden begrenzte Stelle schließlich auf eine ganze ausgebaut. Das hat der Rat aber wieder zurückgenommen.

Die Aufgaben, etwa Mitarbeit im Arbeitskreis Soziales, und die Ansprechbarkeit für Menschen mit Behinderungen sowie zum Thema Barrierefreiheit sind mit Kunzes Einstellung zum 1. November 2018 in den neuen Fachdienst Soziale Arbeit übergegangen. Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen ist nun nur noch die Organisation Kibis, die seit 2018 auch eine Beratungsstelle im Neustädter Verwaltungssitz an der Nienburger Straße 31 betreibt.

Kunze will mehr Frauen für Politik begeistern

Kunze geht davon aus, dass die Verwaltung in Sachen Gleichstellung auf einem guten Weg ist. Deutlich unterrepräsentiert sind Frauen allerdings im Rat – nur elf der 41 Sitze haben sie inne. Sie habe sich vorgenommen, mit gezielten Projekten mehr Frauen für die Politik zu gewinnen und sei auch für Ideen und Initiativen von Außenstehenden offen, sagt Kunze.

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