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Neustadt Was tun, wenn der Wolf kommt?
Umland Neustadt Was tun, wenn der Wolf kommt?
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00:18 13.03.2019
Torsten Vogel zeigt, wie der Wolf mit seinem Gebiss auch Knochen knacken kann. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt/Rodewald/Steimbke

Waldspaziergänge mit dem Hund im Wolfsrevier? Manch einer verzichtet lieber darauf, seit das Rodewalder Rudel mit zahlreichen Nutztierrissen für Aufregung sorgt. Eigentlich spricht aber nichts dagegen, wenn man einige Verhaltensregeln einhält, das hat der Wildnispädagoge Torsten Vogel einer Gruppe Hundehalter am Sonntag im Wald bei Steimbke gezeigt.

Die Volkshochschule Hannover-Land hat die Kurse im Angebot, seit die Wölfe sich in der Region angesiedelt haben. Aktuell schlagen die Wogen deutlich höher, wie zwei Teilnehmerinnen aus Rodewald berichten. „Das Thema schneidet man auf Geburtstagsfeiern besser nicht an, sonst gibt es Aufregung“, sagen sie. Pädagoge Vogel versucht, die Diskussion zu versachlichen. „In Rumänien beispielsweise ist es ganz normal, einen Wolf in freier Natur zu beobachten.“ Seine erste eigene Begegnung in der Region ist gar nicht so lange her: „Ich habe den Wolf am Zingeldamm bei Rodewald gesehen – das ging so schnell, dass es mir erst hinterher klar wurde“, berichtet er.

Wolf tritt anders auf als Hund

Das Tier sei aus dem Wald getreten, habe ihn in 150 Metern Entfernung gesehen und sich sofort wieder verzogen. „Das ist das normale Verhalten“, sagt Vogel. Ein Wolf trete ganz anders auf als etwa ein Hund, laufe meist eher geduckt und ziemlich zielstrebig, halte sich in der Deckung. Energiesparen ist angesagt, wer weiß, wann es wieder etwas zu Fressen gibt. Denn die Beutetiere spüren die Anwesenheit des Wolfes: „Wenn man in sonst wildreichen Wäldern eine ganze Woche kein Tier sieht, kann das daran liegen, dass die Wölfe da sind“, sagt Vogel.

Viel Anschauungsmaterial und eine Menge nützlicher Tipps hat Wildnispädagoge Torsten Vogel beim Spaziergang mit Hundhaltern im Wolfsrevier zu bieten.

Da gehöre es zur Überlebensstrategie der Beutegreifer, auch auf die Nutztiere Jagd zu machen, die oft wie auf einem Präsentierteller auf ihren Weiden stehen und selbst nicht flüchten können. „Da ist ein guter Herdenschutz unumgänglich“, sagt Vogel, „auch wenn ich verstehen kann, dass die Tierhalter das nicht witzig finden – selbst wenn das Material bezahlt wird, macht es eine Menge Arbeit, solche Zäune zu ziehen.“

Leine ist auch wegen Wildschweinen wichtig

Gut ein Dutzend Halter sind mit ihren Hunden zum Spaziergang am Sonntag gekommen – alle Vierbeiner gehen artig an der Leine, wie es der Pädagoge empfiehlt. Allerdings aktuell vor allem der Wildschweine wegen, die jetzt ihre Frischlinge aufziehen und ziemlich brachial auf unerwünschte Besucher reagieren. Was die Wölfe angeht, sei vielleicht zur Paarungszeit im Februar ein aggressiveres Verhalten Hunden gegenüber zu erwarten, sagt Vogel. Einen Angriff von Wölfen auf Menschen habe es aber weltweit in den vergangenen 50 Jahren nicht gegeben.

Regenschirm kann Wölfe abschrecken

Die geradlinige Fährte, die nahezu geruchlose Losung, die oft Fellreste enthält, sind weitere Hinweise darauf, dass Wölfe in der Nähe sein könnten. Und was tut man nun, wenn man einem Wolf begegnet? „Stehen bleiben, sich groß machen, den Hund nimmt man am besten hinter sich“, sagt Vogel. Wer einen Stock findet, kann ihn schwingen, auch Gebrüll oder eine Trillerpfeife wirken abschreckend. „Toll ist auch ein Regenschirm – wenn man den aufspannt, ist das ein echter Schock für den Wolf“, sagt Vogel noch.

Weglaufen ist bei Tieren mit Jagdinstinkt keine gute Idee. Wer sich entfernen möchte, tut das besser rückwärts und langsam. Normalerweise werde aber eher der Wolf die Flucht ergreifen, sagt Vogel. Noch könnten Wölfe nämlich Menschen nicht recht einschätzen und hätten schon deshalb Respekt. „Vielleicht ist es ganz gut, wenn hin und wieder ein Wolf geschossen wird, damit das so bleibt“, sagt Vogel, „oder man kann es mit Vergrämung versuchen, vielleicht mit Gummigeschossen.“ Doch das sei nur seine ganz persönliche Meinung.

Einen weiteren Wolfsspaziergang bietet Torsten Vogel am Sonnabend, 7. April, 9 bis 12 Uhr in der Wedemark an. Treffpunkt ist der Parkplatz am Trimm-Dich-Pfad im Forst Rundshorn. Interessierte können sich bei allen Geschäftstsellen der VHS-Hannover- Land, übers Internet, per E-Mail an wetzel@vhs-hannover-land.de oder unter Telefon (05031) 971074 anmelden. Anmeldungen werden bis zum 28. März entgegengenommen.

Von Kathrin Götze

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