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Neustadt Wolfsriss? Zwei Kälber in Schneeren tot auf der Weide
Umland Neustadt

Neustadt: Zwei Kälber in Schneeren tot – Verdacht auf Wolfsriss

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00:20 08.06.2019
Zwei Kälber in Schneeren sind tot. Der Besitzer Alexander Roclawski hat den Verdacht, dass sie von einem auf Wolf gerissen wurden. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa
Schneeren

Sie waren gerade erst geboren worden – zwei Kälber, die Alexander Roclawski am Sonnabend auf seiner Weide mit einer Galloway-Herde bei Schneeren gefunden hat. Der Verdacht auf einen Wolfsriss liegt nahe. Roclawski sagt, er habe bereits im Februar beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Fördergeld für einen Schutzzaun beantragt. Bis heute wartet er auf einen Bescheid.

Beutegreifer wittern das frische Blut aus großer Entfernung

Das gehe vielen Tierhaltern so, bestätigt Wolfsberater Helge Stummeyer, der die gerissenen Kälber begutachtet hat. Er hat DNA-Proben genommen, die nun untersucht werden. Roclawskis Galloway-Rinder leben das ganze Jahr über auf der Weide, werfen dort auch ihre Kälber. Dann ist die Rissgefahr besonders groß, Beutegreifer, wie Wölfe es sind, wittern das frische Blut aus großer Entfernung.

Das Problem: Seit das Ministerium im Frühjahr bekannt gegeben hat, dass das Land bis zu 100 Prozent der Kosten für Wolfsschutzzäune übernimmt, haben die zuständigen Mitarbeiter des NLWKN mit einer wahren Antragsflut zu kämpfen. Für hoch gefährdete Tierarten wie Schafe und Ziegen gilt der Herdenschutz als unabdingbar. Deshalb werden die Anträge für diese Herden zuerst bearbeitet. Rinder gelten als wehrhafter.

Roclawskis bekommt provisorischen Netzzaun

Das half Roclawskis Herde nicht: 15 Muttertiere hätten zusammen auf der Weide gestanden, sagt er. Dennoch starben die Kälber. Für die Übergangszeit hat der Schneerener nun einen provisorischen Netzzaun bekommen, mit einer Elektrolitze nahe am Boden. „Der Wolf baut keine Tunnel, er gräbt dicht am Zaun, deshalb hilft das“, erläutert Stummeyer. Und Roclawski sagt, er hoffe, dass die Raubtiere nicht über den Zaun springen.

In Niedersachsen wird aktuell alle paar Tage ein Verdachtsfall auf Wolfsriss gemeldet. In Neustadt war der jüngste Fall ein Rind am 25. April bei Otternhagen. Am 8. Mai wurde noch ein Schafsriss in Wunstorf-Mesmerode gemeldet. Zu beiden Untersuchungen liegen noch keine Ergebnisse vor.

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