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Neustadt Auto Club protokolliert Verkehrsverhalten
Umland Neustadt Auto Club protokolliert Verkehrsverhalten
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00:17 17.08.2018
Horst Voges vom ACE protokolliert das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Quelle: Mirko Bartels
Neustadt

Rüdiger Rohlf ist bestürzt. Gemeinsam mit weiteren Clubmitgliedern hat der Regionalbeauftragte des Auto Club Europa (ACE) zwei Stunden lang an der Kreuzung Lindenstraße und Herzog-Erich-Allee das Verhalten der Verkehrsteilnehmer beobachtet und protokolliert –mit teils erschreckenden Ergebnissen: Kaum jemand hält sich an die Verkehrsregeln, wie die Fachleute feststellten.

Dies ist Teil der bundesweiten Aktion „Fahr mit Herz – für mehr Sicherheit im Verkehr“, des ACE. Rohlf hat schon in vielen Städten landesweit gezählt und ausgewertet. Neustadt sei ihm dabei besonders aufgefallen – leider nicht positiv. „Wir hatten schon bessere Ergebnisse in deutlich größeren Städten“, sagt er. Besonderen Fokus haben die Aktiven bei ihren Beobachtungen auf Dinge gelegt, die der allgemeinen Verkehrssicherheit dienen.

„Der Schulterblick beim Abbiegen ist nicht nur eine Formalie. Er ist vorgeschrieben und kann zum Beispiel Radfahrer vor schwerem Schaden bewahren“, sagt Rohlf. Smartphone-Nutzung und Musikhören per Kopfhörer haben die Mitglieder bei der Aktion ebenso erfasst, wie Rotlichtverstöße oder falsches Verhalten am Fußgängerüberweg.

Das Ergebnis: 467 Fahrzeuge haben die Aktiven an der Kreuzung gezählt. 16 Fahrer waren ohne Gurt unterwegs. 26 haben telefoniert, 60 bogen ab, ohne zu blinken. Rotlichtverstöße gab es fünf, auf den Schulterblick hätten gar 229 Fahrer verzichtet. Bei den Radfahrern ist es nicht viel besser: Von 68 Radfahrern hätten sich nur 13 im Kreuzungsbereich richtig verhalten, sagt Rohlfs.

Ganze zwei davon trugen einen Helm. „Viele Radfahrer wissen nicht einmal, dass ein Fußgängerüberweg nicht befahren werden darf. Räder müssen hier geschoben werden“, sagt Rohlf. In einen Dialog mit den Verkehrssündern habe er nicht kommen können. „Ich habe versucht einige Radfahrer anzusprechen. Auf offene Ohren bin ich dabei, freundlich gesagt, nicht gestoßen“, resümiert er.

Selten: Ein Radfahrer zeigt den Wechsel der Fahrspuren an. Quelle: Mirko Bartels

Auch der Kreisvorsitzende Horst Voges ist erstaunt. „Wir haben in den letzten Wochen auch in Hannover und Nienburg gezählt. Neustadt scheint da ein Ausreißer zu werden“, sagt er. Aber auch an den anderen Standorten habe es nicht wesentlich besser ausgesehen. „Der achtsame Umgang im Verkehr ist oft nicht gegeben“, sagt Voges. Hier könne man immer wieder nur an die Verkehrsteilnehmer appellieren, um die Situation zu verbessern.

Kontaktbeamtin Pamela Hoffmann begrüßt die Aktion. In Neustadt habe die Anzahl der Unfälle mit Radfahren zugenommen, sagt sie. Zwar seien es keine schweren Unfälle, aber manche hätten gewiss vermieden werden können.

Bundesweit läuft die Aktion noch bis Ende August. Die Ergebnisse der Zählungen gibt der ACE dann nicht nur in einem eigenen Club-Magazin an die Öffentlichkeit weiter. Umweltminister Olaf Lies ist Schirmherr der Aktion. Die Ergebnisse sollen mit seiner Unterstützung in den politischen Gremien diskutiert und behandelt werden.

Von Mirko Bartels

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