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Neustadt UWG ist für Rathaus Nienburger Straße
Umland Neustadt UWG ist für Rathaus Nienburger Straße
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15:37 30.07.2018
Die Mitglieder der UWG-Fraktion wollen das Rathaus an der Nienburger Straße sehen (von links): Günter Hahn, Magdalena Itrich, Peter Hake und Willi Ostermann.
Die Mitglieder der UWG-Fraktion wollen das Rathaus an der Nienburger Straße sehen (von links): Günter Hahn, Magdalena Itrich, Peter Hake und Willi Ostermann. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

Für ein Rathaus an der Nienburger Straße gibt es gute Argumente. Die Ratsfraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) vertritt dieses Ziel schon lange gegen die Mehrheit im Rat. Mit dem Bürgerentscheid am 19. August sieht sie die Entscheidung wieder offen.

Für den Standort Nienburger Straße spreche vor allem der reichlich vorhandene Platz dort. Einer Studie des Architekturbüros Messner aus dem Jahr 2013 zufolge bietet das Grundstück (im Besitz der städtischen Wirtschaftsbetriebe deutlich mehr Platz als das im Bereich Marktstraße Süd. Die Planskizzen sehen außer dem eigentlichen Verwaltungsgebäude rund um einen Innenhof auch zahlreiche ebenerdige Parkplätze sowie eine Betriebs-Kindertagesstätte vor. „Da könnte man sich den Bau einer Tiefgarage sparen, das wären allein zwei bis drei Millionen Euro“, sagt UWG-Chef Günter Hahn. Allein 100 Stellplätze bräuchten schon die Verwaltungsmitarbeiter.

Insgesamt fehle für die Marktstraße Süd ein überzeugendes Verkehrskonzept, bemängelt UWG-Mann Peter Hake. Das gelte umso mehr, als dort neben dem Rathaus auch ein neues Gebäude für Einzelhandel entstehen soll. „Das bringt doch weiteren Kunden- und Lieferverkehr mit sich“, sagt Hake. Auch den Plan, die Stadt solle das Handelsgebäude (über ihre Wirtschaftsbetriebe) selbst verwalten, lehnen die Unabhängigen ab. „Das gehört nicht zu den Aufgaben einer Stadt“, sagt Fraktionssprecher Willi Ostermann. Für den Standort Nienburger Straße spreche auch die bessere Erreichbarkeit von den Neubaugebieten und den nördlichen Stadtteilen aus. Der UWG gehe es nicht darum, das alte Gebäude unbedingt sanieren zu wollen. „Man müsste untersuchen, welche Gebäude man noch beibehalten kann, und welche neu gebaut werden müssten“, sagt Hake.

Eine Planskizze von 2013 sieht neben Altbau-Sanierung (rosa) und Neubau (rot) an der Nienburger Straße auch zahlreiche Parkplätze und eine Betriebs-Kita (unten im Bild) vor. Quelle: Stadt Neustadt

„Wir sind Unterstützer, nicht Initiatoren des Bürgerbegehrens“, betont Fraktionssprecher Ostermann. Mit dem Gerichtsbeschluss vom Juni sei nun erreicht, dass die Bürger beteiligt würden. „Das war, was wir von Anfang an wollten“, sagt Hahn. Sobald der Entscheid erfolgt ist, werde man das Ergebnis auch akzeptieren, betont Ostermann noch, auch wenn es nicht im eigenen Sinne ist. Das erhoffe man sich auch von der Gegenseite. „Manchmal wird da so argumentiert, dass man Offenheit und Gestaltungswillen vermisst“, sagt Hake.

Von Kathrin Götze