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Neustadt Werner Brauner verlässt den NKI-Vorstand
Umland Neustadt Werner Brauner verlässt den NKI-Vorstand
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00:18 02.12.2018
Matthias Homeyer, Marie-Luise Brauner, Frank Dudenbostel, Werner brauner, Markus Heumann, Bastian Sieg und Friedrich Suhr feiern Abschied. Quelle: Kathrin Götze
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Mariensee/Otternhagen

Über viele Jahre war er das Gesicht der Robby. Nun tritt Werner Brauner aus dem Vorstand der Nordkreisinitiative (NKI) in die zweite Reihe. Nachdem er sich in der Mitgliederversammlung im August nicht wieder wählen ließ, haben ihm die Vorstandskollegen am Donnerstag ein Abschiedsfrühstück im Hotel Perl in Otternhagen gewidmet.

Als er 1994 in den NKI-Vorstand einstieg, war die Situation nicht gerade rosig: Eine beauftragte Agentur hatte die Traditionsmesse Robby professionell organisieren wollen, einen Zaun um das Gelände in Mariensee gezogen und Eintritt verlangt. „Das Ding ist voll gegen die Wand gefahren“, sagt Brauner. Im Vorstand gab es Streit, Dachdeckermeister Friedrich Suhr gab aus Protest sein Amt vorübergehend ab. Da baten die Verbliebenen Brauner um Unterstützung. Als Volksbanker musste er erst beim Aufsichtsrat nachfragen. „Die wollten mir zuerst nicht die Zustimmung geben, weil das Ansehen der Messe so gelitten hatte.“ Schließlich gelang es Brauner doch, die Kontrolleure zu überzeugen.

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„Wir konnten dich gut gebrauchen, denn du bist ein Zahlenmensch, rechnest vor und kontrollierst später“, sagt Suhr, der wenig später zurückkehrte und viele Jahre mit Brauner Seite an Seite gearbeitet hat. Mit Hilfe der Feuerwehr stellten die Vorstände die erste Robby nach dem Debakel auf die Beine, und profitierten dabei von Brauners besonderem Organisationstalent. „Du hast eine super Struktur aufgebaut, mit Aufgabenlisten und Kontrollmechanismen – das werden wir auch in Zukunft beibehalten“, sagt Vorstandskollege Bastian Sieg.

Bei aller Zielstrebigkeit, kritischem Blick und Biss in Verhandlungsgesprächen gelang es Brauner, jene bodenständige, freundliche und familiäre Stimmung zu verströmen, für die Aussteller und Besucher die Robby lieben. Familiär ist ganz wörtlich gemeint: Statt ihren Mann für das Ehrenamt frei zu geben, ist seine Frau Marie-Luise immer dabei, findet Aufgaben und hilft wo sie kann. Und Schwiegersohn Markus Heumann ist als Vorstandssprecher in Brauners Fußstapfen getreten. Das macht ausgeglichen: „Die Wellen konnten noch so hoch schlagen, du hast dir immer Zeit genommen, Probleme angehört und drüber gesprochen, so dass man zufrieden aus dem Gespräch rausging“, sagt Frank Dudenbostel.

Brauner packt auch bei der praktischen Arbeit immer mit an – und sei es, bei Regen und aufgeweichtem Boden Holzspäne zu verteilen. Neben Plüschrobbe und Robby-Fahne überreichten die Vorstandskollegen ihm denn auch einen Sack Holzspäne und einen Schneeschieber als Abschiedsgeschenke. Er bleibt im Dunstkreis der Robby, gibt mit seinen 68 Jahren nach und nach Vorstandsämter ab, wie er sagt: „Es ist wichtig, dass beizeiten Jüngere übernehmen.“ Ohne gemeinnützige Arbeit kann er dennoch nicht, beim Dorfladen Mariensee engagiert sich Brauner weiter. Auch da kann er mit Zupacken und Zahlenverständnis segensreich wirken.

Von Kathrin Götze