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Neustadt Kuhkalb in Dudensen gerissen
Umland Neustadt Kuhkalb in Dudensen gerissen
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00:19 20.01.2019
Züchter Heiner Kehrbach, Landrat Detlef Kohlmeier und Wolfsberater Hubert Wichmann begutachten den gerissenen Kadaver von Kuhkalb Bibi. Quelle: privat
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Dudensen

Am vergangenen Dienstag wurde das fast ein Jahr alte und 300 Kilogramm schwere Kuhkalb Bibi tot auf der Weide entdeckt. Die 28-jährige Besitzerin Sabrina Kehrbach ist entsetzt. „Bibi ist ein Zwillingskalb, das 30 Minuten später als ihr Bruder zur Welt kam. Die Mutterkuh hat es nicht angenommen, daher habe ich sie mit der Flasche aufgezogen“, erzählte sie. Bibi lebte im Garten am Haus. „Sie war wie ein Familienmitglied“, so Kehrbach.

Ihr Vater Heiner Kehrbach ist Hobbyzüchter und Jäger hält die gutmütigen, schwarzen Rinder seit 30 Jahren. Seine Herde umfasste vor den Vorfällen 15 Tiere. Zusammen mit vier weiteren Jährlingskälbern wurde Bibi am vergangenen Sonnabend zur 1200 Meter entfernten Moorweide im Wald getrieben. „Man denkt ja immer, das was passieren könnte. Aber bisher war ja nichts passiert. Bis jetzt“, sagte Sabrina Kerbach traurig.

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In Dudensen wurde ein Kuhkalb gerissen

Mit ihrer Freundin Merle Tronnier kontrollierte sie zur Sicherheit am nächsten Tag die Moorweide. Ein weiteres Kalb wurde schwer verletzt in der kleinen Herde entdeckt. „Der Ochse brummte vor Schmerzen und hatte einen sehr schleppenden Gang. Alle Tiere waren total aufgeregt“, erzählte Kehrbach. Dann entdeckte sie die Ursache. Das Weideloch, der After des Rindes, war aufgerissen und blutig. „Man konnte die Beckenknochen sehen. Es muss große Schmerzen gehabt haben“, sagte Kehrbach weiter. Ein hinzugezogener Tierarzt musst das Tier aufgrund der schweren Verletzungen einschläfern.

Der am Dienstag alarmierte Wolfsberater aus Nienburg Hubert Wichmann nahm Proben , machte Fotos, die er zusammen mit seinem Bericht an das Wolfsbüro in Hannover schickte. Der Kadaver wurde am Mittwoch Vormittag vom Wolfsbüro für weitere Untersuchungen abgeholt. Der Verdacht, dass das Rodewalder Rudel verantwortlich sein könnte liegt nahe. Die DNA des Leitwolfs wurde bei einem Angriff im Herbst identifiziert. Nur etwa 300 Meter Luftlinie trennen die Moorweide und den Milchkuhbetrieb von Matthias Kirchhoff. „Im vergangenen Herbst wurde bei uns ein Kalb gerissen. Es konnten keine DNA vom Wolf nachgewiesen werden. Doch die Mutterkuh versuchte ihr Kalb zu verteidigen und hatte eine tiefe Bisswunde am Kopf. Hier konnte eindeutig der Rüde des Rodelwalder Rudels identifiziert werden“, berichtete der Wolfsberater. Auch die Kuh musste später eingeschläfert werden.

„Dieses Rudel jagt ortsnah und auch ist häufig tagsüber gesichtet worden. Aber zwei Nächte in Folge auf der selben Weide ist ungewöhnlich“, sagte Wichmann. Dennoch rät er allen Nutztierhaltern, die Tiere auf Weiden am Hof zu holen oder wenn möglich in den Stall.

Die Ergebnisse der DNA Tests der jüngsten Vorfälle stehen noch aus.

Von Susann Brosch

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