Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Neustadt Frauenberatung kämpft gegen häusliche Gewalt
Umland Neustadt

Neustadts Frauenberatung kämpft gegen häusliche Gewalt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:13 25.11.2019
Neustadts Bürgermeister Dominic Herbst (von links) klettert auf den Tisch, um den Schriftzug der Fahne besser präsentieren zu können: Die Gleichstellungsbeauftragte Sabrina Kunze und Jenni Vogt von der Frauenberatung weisen damit auf den internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen hin. Quelle: Patricia Chadde
Neustadt

Die Zahlen sind erschreckend hoch. „Gewalt gegen Frauen ist bis heute ein gesamtgesellschaftliches Problem“, sagt Neustadts Gleichstellungsbeauftragte Sabrina Kunze. Gemeinsam mit Jenni Vogt von der Frauenberatungsstelle Neustadt hat sie am Montag, 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, zwei Aktionen in der Kernstadt gestartet.

„Ohne Gewalt leben – Sie haben ein Recht darauf“

Die erste und augenfälligere: Gemeinsam mit Neustadts Bürgermeister Dominic Herbst hissten die Frauen um 9 Uhr die sogenannte Terre-des-Femmes-Fahne vor dem Rathaus. Sie bekräftigt das verbriefte Recht von Frauen auf ein Leben ohne Gewalt. Außerdem wird im ganzen Stadtgebiet – von Frauenärztinnen über Stadtbibliothek, Stadtverwaltung und TSV bis zur Volkshochschule – mittels einer 36-seitigen Broschüre auf die aktuelle, verbesserte Rechtslage bei häuslicher Gewalt hingewiesen. Unter dem Titel: „Ohne Gewalt leben – Sie haben ein Recht darauf“, erhalten Betroffene Tipps und Adressen.

Gespräche fallen Betroffenen oft schwer

Weiterführende und individuelle Informationen gibt es in Neustadts Frauenberatungsstelle, Leinstraße 34a. „Wir hatten im vergangenen Jahr 170 Beratungsfälle mit 500 Terminen“, sagt Vogt und verdeutlicht damit den enormen Bedarf. Denn die Dunkelziffer ist noch viel höher. Deshalb hat Vogt auch noch einen Tipp parat: „Wer sich scheut, in seinem Wohnumfeld nach Rat zu fragen, kann auch die Beratungsstelle an einem anderen Ort aufsuchen“, erläutert sie. Weil die Thematik der häuslichen Gewalt oft mit Scham besetzt sei, falle das Gespräch darüber schwer.

Gewalt kann zu Depressionen und Traumata führe

Persönliche Unabhängigkeit durch eine Ausbildung und selbst verdientes Geld erschweren nach den Erfahrungen Vogts, dass Zwang und Kontrolle im häusliche Umfeld ausgeübt werden. „Wir hören immer wieder, dass der Frau Geld zugeteilt wird und sie keine Kontovollmacht hat. Mancher Partner verschließt sogar den Kühlschrank und reguliert auf diese Weise die Möglichkeit der Nahrungsaufnahme von Frau und Kindern“, berichtet Vogt. Solche Lebenssituationen könnten zu Depressionen und traumatischen Belastungsstörungen führen.

Gleichstellungsbeauftragte plant weitere Aktionen

„Gewalt gegen Frauen ist inakzeptabel“, bekräftigt Kunze. Die Stadt Neustadt zählt deshalb wie die Region Hannover und das Land Niedersachsen zu den Förderern der Neustädter Frauenberatungsstelle. Wie wichtig deren Aufgabe ist, verdeutlichen Zahlen: Täglich wird in Deutschland ein Anschlag auf das Leben einer Frau verübt, an jedem dritten Tag stirbt eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Die flatternde Terre-des-Femmes-Fahne soll deshalb ein weithin sichtbares Zeichen für Frauenrechte setzen. „Weitere Aktionen sind in Planung“, kündigt Kunze an.

Lesen Sie auch

Von Patricia Chadde

Bei der großen Dienstbesprechung der Regionsfeuerwehr am Wochenende ist auch ein Neustädter befördert worden: Martin Höflich, stellvertretender Brandschutzabschnittsleiter, darf sich jetzt Erster Hauptbrandmeister nennen.

25.11.2019

Die Bushaltestelle in Empede, Fahrtrichtung Neustadt, wird barrierefrei ausgebaut. Einen Anwohner freut das besonders, denn er gab die Anregung.

25.11.2019

Nach einem schweren Verkehrsunfall am Sonnabend auf der L190 in Kaltenweide ist der junge Autofahrer aus Neustadt einen Tag später in einer Klinik an seinen Verletzungen gestorben. Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen.

24.11.2019