Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Neustadt Blankes Flat leidet unter Trockenheit und rücksichtslosen Besuchern
Umland Neustadt

Neustadts ältestes Naturschutzgebiet Blankes Flat hat Trockenstress und leidet unter rücksichtslosen Besuchern

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:49 03.11.2019
Der Übergang von Heide zu herbstlich gelben Gräsern lässt noch heute erkennen, wo die Wasserlinie des Hochmoorsees mal verlief. Quelle: Patricia Chadde
Warmeloh

Zwischen Vesbeck und Warmeloh liegt das Hochmoor Blankes Flat. Im vergangenen Sommer drohte das Naturschutzgebiet trocken zu fallen. Die Fläche hat keinen Kontakt zum Grundwasser, sie wird ausschließlich durch Niederschläge gespeist. Im Zusammenspiel mit der starken Verdunstung schrumpfte die sichtbare Wasserfläche auf wenige Quadratmeter. Anlieger und Naturfreunde waren besorgt. Obwohl sich die Situation in den nassen zurückliegenden Wochen leicht entspannt hat, ist das Wasser weiter auf dem Rückzug. Die herbstliche Färbung von Heide und Gräsern zeigt es anschaulich. Die Pflanzen markieren die ehemalige Wasserlinie des Moorsees, der noch vor einem Jahrzehnt als beliebte, sommerliche Badestelle gut besucht war.

Klima und rücksichtslose Besucher verstärken den Druck auf Flora und Fauna im 89 Jahre alten Naturschutzgebiet „Blankes Flat“.

Menschgemacht oder Klimawandel?

Die Region Hannover prüft derzeit, ob neben dem warmen Wetter auch die menschgemachte Vertiefung eines Grabens, den Wassermangel im Blanken Flat verschärft hat. Die mögliche Entwässerung betrifft vor allem die sumpfige Randzone, wo sich das Laichgebiet der Moorfrösche befindet. Das geringe Vorkommen der fünf bis sechs Zentimeter großen Amphibien im Frühjahr 2019 hatte Einfluss auf die Vogelwelt. Während der diesjährigen Brutzeit fanden die örtlichen Kraniche weniger Nahrung für ihren Nachwuchs im Blanken Flat als in durchschnittlich feuchten Sommern.

Naturschutzgebiet seit 1930

Das Blanke Flat wurde 1930 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf einer Fläche von 47 Hektar, also knapp 0,47 Quadratkilometern, wechseln sich Moorweiher, Sanddünen, verschiedene Waldformationen wie Eichenmischwald, Birken- und Kiefernwald ab. Auch Mostbeere, Sonnentau, Glockenheide, Seerosen sowie Pfeifen- und Wollgras gedeihen auf dem mageren, sandigen Boden. Der Gagelstrauch, ebenfalls im Blanken Flat heimisch, diente in früheren Zeiten der Bierproduktion. Heute ist eine Ansammlung der Sträucher als Naturdenkmal ausgewiesen.

Eine Belastung für das Naturschutzgebiet stellen auch dessen Besucher dar. Sie missachten offenbar häufig die Regeln zum besonderen Schutz von Flora und Fauna. So dürfen Fußgänger im Naturschutzgebiet nur auf ausgewiesenen Wegen spazieren, Hunde sind ganzjährig an der Leine zu führen und Pferde komplett verboten. „Es darf nichts hinterlassen und nichts entnommen werden“, erklärt der Warmeloher Jagdaufseher Karsten Ahlborn.

Immer mehr Verstöße

Ahlborn und Helge Stummeyer sind durch die Region Hannover amtlich bestellt und haben das Schutzgebiet genau im Blick. „Seit zwei Jahren steigt die Zahl der Verstöße im Landschaftsschutzgebiet wie im Naturschutzgebiet“, sagt Helge Stummeyer. Da werden land- und forstwirtschaftliche Wege von Besuchern befahren. Auch Pilzsammler zogen in den letzten Wochen scharenweise durchs Unterholz. Dabei ist nicht allein das Betreten der besonders geschützten Flächen untersagt. Auch gilt die Regel, dass wild wachsende Pflanzen weder beschädigt, ausgerissen oder ausgegraben werden dürfen.

Durch Information Verständnis wecken

Mehr Achtsamkeit

Es gibt auch positive Nachrichten aus dem Blanken Flat: Seit Jahrzehnten engagiert sich der Heimatverein Esperke/Warmeloh für den Erhalt des Gebiets durch Müllsammelaktionen und Information. Die Mitglieder des Neustädter Lions Club entkusseln die dortige Heidefläche jedes Jahr. Zuletzt erlag der Fotoclub Bordenaus der rauen Schönheit bei einer Führung. „Durch Information Verständnis wecken ist der beste Weg“, findet Helge Stummeyer. Er wünscht sich von allen Besuchern mehr Achtsamkeit im Blanken Flat.

Daher wünschen sich die ehrenamtlich tätigen Aufseher eine verbesserte Beschilderung und Erläuterung der Regeln. „Notfalls werden die Ordnungswidrigkeit angezeigt“, sagt Ahlborn.

Das könnte Sie auch interessieren:

Von Patricia Chadde

Die Abwasserkanäle in Mariensee werden erneuert – das kann entlang der Straße Alt Mariensee und an der Höltystraße zu Verkehrsbehinderungen führen.

02.11.2019

Eine Wanderbaustelle wird in einigen Straßen der Kernstadt zu Verkehrsbehinderungen führen. Die Asphaltdecke muss erneuert werden, um weitere Straßenschäden zu verhindern.

02.11.2019

Eine gute Tradition wird fortgesetzt: Seit 23 Jahren wird am ersten Sonntag im November in Schneeren der Kunsthandwerkermarkt veranstaltet. Von 11 bis 18 Uhr können Besucher im Dorfgemeinschaftshaus schöne Dinge kaufen.

01.11.2019