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Neustadt Neustädter Tafel macht große Bescherung
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Neustädter Tafel macht große Bescherung

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15:41 23.12.2019
Letzte Handgriffe vor der großen Bescherung: Jürgen Kassebeer (von links), Ricarda Weitzel, Christina Schlicker und Ulla Paczkowski warten auf die Kinder der Tafelkunden.
Letzte Handgriffe vor der großen Bescherung: Jürgen Kassebeer (von links), Ricarda Weitzel, Christina Schlicker und Ulla Paczkowski warten auf die Kinder der Tafelkunden. Quelle: Mirko Bartels
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Neustadt

Es war wohl der längste Gabentisch in Neustadt, den ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafel am Montag für die Kinder ihrer Kunden aufgebaut hatten. An drei Seiten eines Nebenraumes der Ausgabestelle bei St. Peter und Paul am Bischof-Ketteler-Platz standen die Geschenke auf einer Strecke von gut 15 Metern dicht an dicht. „Insgesamt sind es 173 Pakete, die wir heute ausgeben können“, sagt Jürgen Kassebeer von der Tafel. 40 der bunten Gaben sind von Lesern der HAZ und NP – sie sind das Ergebnis der Wunschbaumaktion mit der Tafel in der Neustädter Geschäftsstelle.

Wunschzettel waren schnell vergriffen

Die Leser waren fleißig, die Wunschzettel schon nach wenigen Tagen vergriffen. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr mehr davon. Kinder sind jedenfalls genug bei der Tafel registriert. „133 Päckchen, Pakete und Weihnachtstüten haben wir selber gepackt“, sagt Christina Schlicker. Am Sponsoring haben sich mehrere Neustädter Firmen beteiligt. Gemeinsam mit Ricarda Weitzel und Inga Sonnenfeld hat sie in den vergangenen drei Wochen dafür gesorgt, dass am Montag bei der Bescherung zur letzten Tafelausgabe des Jahres viele Kinderaugen leuchten können.

Jedes Kind füllt einen Wunschzettel aus

Die ehrenamtlichen Helfer hatten eine wahre Gaben-Flut zu bewältigen. „Ziel war es, nicht einfach nur irgend etwas zu schenken, sondern eben auch die Wünsche zu erfüllen, die von den Kindern aufgeschrieben wurden“, sagt Schlicker. Die reichten von der Barbie-Puppe über Turnschuhe und Kleidung bis zu einer Darts-Scheibe. 173 Familien sind derzeit Kunden bei der Neustädter Tafel – jedes Kind hatte vor einigen Wochen einen Wunschzettel ausfüllen dürfen. Einzige Auflage: Der Wert des Geschenks sollte 20 Euro nicht überschreiten.

Geschenke stammen aus der Region

„Die Organisation ist schon eine Herausforderung“, sagt auch Tafel-Leiterin Ulla Paczkowski. Besonderen Wert habe man darauf gelegt, möglichst viel direkt vor Ort oder in den umliegenden Kommunen einzukaufen. „Versandhändler haben wir nur genutzt, wenn es gar nicht anders ging“, sagt Paczkowski. Nach dem Einkauf kam das Sortieren und Einpacken. „Da konnten wir manchmal im Wohnzimmer kaum noch treten“, sagt Schlicker. Sie gleicht Wünsche und Pakete ein letztes Mal direkt vor der Ausgabe ab – damit keines der Kinder leer ausgeht.

Nöpker Frauen stricken warme Socken

Wie groß die Freude am Spenden und der Unterstützung bei den Neustädtern sei, zeige sich oft an den Kleinigkeiten, mit denen niemand rechne, sagt Paczkowski. So habe eine Gruppe von Frauen aus Nöpke warme Wintersocken gestrickt. „Die haben wir zusätzlich in die Tüten packen können“, sagt sie. Weitere Spenden ermöglichen Kekse und Schokolade auf dem Gabentisch. Die Aktion strahlt mittlerweile auch in das Neustädter Land: Für das nächste Jahr haben schon einige Einrichtungen aus den Ortsteilen ihr Interesse angemeldet, die Tafel bei der Aktion an Weihnachten zu unterstützen.

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Von Mirko Bartels