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Neustadt #Plastikkollaps: Neustädter sammeln den Müll der anderen ein
Umland Neustadt

#Plastikkollaps: Rote Säcke als Mahnmale gegen Müll in Neustadt

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17:08 19.09.2019
Der Aufkleber auf den auffälligen roten Müllsäcken ermahnt die Neustädter, Papierkörbe und Mülleimer zu benutzen. Quelle: Susann Brosch
Neustadt

Aufmerksamen Neustädtern sind vielleicht schon die roten Müllsäcke aufgefallen, die gelegentlich an einem Sonntagabend an einer Straßenecke stehen. Auf einem Aufkleber daran ist Folgendes zu lesen: „Der nächste Papierkorb wäre so nah gewesen! Dieser Müllsack ist ein Mahnmal, kein Service!“ Als Absender dieser Botschaft outet sich die Gruppe #Plastikkollaps aus Neustadt. Der Hashtag # steht vor dem Namen, weil sich die Mitglieder gern über die sozialen Netzwerke verabreden. Die freiwilligen Müllsammler treffen sich unabhängig von den Umwelttagen, an denen Freiwillige in den Dörfern jedes Frühjahr die Feldmark von Unrat reinigen.

„Ich räume den Müll weg, weil ich es kann“

Die Helfer und Unterstützer von #Plastikkollaps wollen nicht mehr wegsehen, sondern handeln. Ihr Motto: Nichts tun nützt auch nichts. Ihre Geburtsstunde hat die Gruppe vor etwa drei Jahren, als der Marienseer Jürgen Matschonat spontan mit einer Mülltüte in der Hand durch ein Waldstück hinter dem Krankenhaus marschierte und die Hinterlassenschaften anderer Menschen einsammelte. Seitdem verabredeten sich die aktiven Plastikmüllgegner mehrmals im Jahr zu Sammelaktionen. Auf die Frage, warum man den Müll anderer Leute wegräumen sollte, antwortet Matschonat schlicht: „Weil ich es kann.“ Sonst muss es jemand anderes machen. „Wir sollten die Arbeit der Mitarbeiter vom Bauhof viel mehr wertschätzen“, sagt er.  

Jürgen Matschonat ist einer der Organisatoren von #Plastikkollaps. Quelle: Susann Brosch

Aktiv gegen Wegwerfkultur

Furore machte #Plastikkollaps im August, als die Gruppe einen Hang an der B 6 säuberte, der bedrohten Zauneidechsen als Lebensraum dient. Nur 14 Tage später nahmen sich die Aktivisten die Nordböschung der Bundesstraße zwischen Bahnlinie und Großem Weg vor. „Auch in den angrenzenden Gebieten mussten wir tätig werden, da auch dort massenhaft illegal entsorgter Müll vorzufinden war“, berichtet Wiebke Freytag vom Organisationsteam. Mit Handschuhen und Greifzangen ausgestattet sammelten sie und ihre Mitstreiter innerhalb von zwei Nachmittagen eine erhebliche Menge Müll und tüteten ihn ein. „Das Gebiet ist noch lange nicht vom Müll befreit, in naher Zukunft wird es Anschlussaktionen geben“, sagt Freytag.

#Plastikkollaps: Die Müllausbeute von der Nordböschung der Bundesstraße 6 zwischen Bahnlinie und Großer Weg. Die freiwilligen Helfer möchten sich nicht in den Vordergrund drängen, deshalb drehen sie sich von der Kamera weg. Quelle: Susann Brosch

Einladung zum gemeinsamen Müllsammeln

Die Neustädterin betreut die Einträge der Aktivisten in der Facebook-Gruppe „Bürger der Stadt Neustadt am Rübenberge“. Den eigenen Facebook-Auftritt unter #Plastikkollaps hat Mitstreiter Josef Bruns in der letzten Augustwoche erstellt. Es handelt sich um eine geschlossene Gruppe, der interessierte Unterstützer jedoch beitreten können. „Auf vielfachen Wunsch bauen wir eine Whatsapp-Gruppe für freiwillige Helfer und Unterstützer auf. Sie soll eine schnelle und direkte Ansprache von interessierten Mitmenschen für die Koordination kurzfristiger Müllsammlungen ermöglichen“, schreibt Freytag.

Laut Freytag lädt #Plastikkollaps jeden dazu ein, sich zu beteiligen. Interessierte können sich für die Whatsapp-Gruppe per E-Mail an info@plastikkollaps.de anmelden.

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Von Susann Brosch

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