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Neustadt Schutzstation plant Moorerlebnis-Gelände
Umland Neustadt Schutzstation plant Moorerlebnis-Gelände
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17:55 13.12.2018
Johannes Wengler (von links) vom Lions Club Neustadt, Mathias Fuchs und Thomas Beuster von der ÖSSM vertiefen sich mit Manfred Henze vom Lions Club in den Projektplan. Quelle: Markus Holz
Mardorf

Mal richtig bis zur Hüfte im Moor moddern, Wollgras und Rauschbeere anfassen, im Moorsee keschern, den Boden zum schwingen bringen – alles nicht oder nur schlecht möglich rund ums Steinhuder Meer. Die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) und ihre Partner werden das 2019 ändern und legen auf fünf Hektar eine Moor-Erlebnisfläche an.

Das Moor ist schon da. Was fehlt, ist die Infrastruktur für die Umweltpädagogen und ihre Gäste: Ein langer Bohlenweg, eine große Plattform mit Platz für eine Schulklasse, der Modderweg zum Eintauchen ins Moor mit all den notwendigen Sicherungen, die für junge Besucher in einem solchen Gelände vorhanden sein müssen. 24.000 Euro soll die Anlage kosten. Die Finanzierung steht. „Wir arbeiten seit 2012 an der Idee, haben Anträge auf Zuschüsse gestellt, unserer Anteil ist gesichert, es sieht sehr gut aus“, sagt Thomas Beuster. Die Stadt Neustadt unterstützt den Plan mit 4000 Euro. Der Lions Club Neustadt hat am Donnerstag 2000 Euro dazu gelegt.

Beuster gehört zum Team der ÖSSM und ist für die bauliche Planung der Anlage zuständig. Er kennt die insgesamt 70.000 Quadratmeter große Fläche in- und auswendig. Sie gehört dem Land Niedersachsen. 1994 hat man genau dort zum ersten Mal abgepumpten Schlamm aus dem Steinhuder Meer gelagert – oder man hat es versucht. Der Polder hielt damals nicht stand, der Schlamm floss zurück ins Meer und auf tiefer gelegene Moorflächen. Schwere Bagger kratzten damals den Rest aus dem Polder.

Davon ist heute fast nichts mehr zu sehen. Besucher werden auf dem Rest eines Polderdammes ins Gelände gehen, werden umgeben sein von Libellen, Sonnentau und Schmetterlingen, werden sich nasse Füße holen und Moor anfassen können. „Wir spüren, wie fremd manchen Kindern die Natur schon ist, darum halten wir dieses Projekt für so wichtig“, sagt Mathias Fuchs. Der Umweltpädagoge von der KGS Neustadt ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins ÖSSM. Allein die ÖSSM geht mit mehr als 100 Gruppen pro Jahr durchs Moor. Ihre Exkursionen sind gut ein Jahr im Voraus ausgebucht. Die Jugendherberge Mardorf hat eine noch höhere Frequenz.

Fuchs’ Problem: „Auf dem Moorerlebnispfad kann ich den Leuten sagen: Da hinten sehr ihr Wollgras und hier vorne den fleischfressenden Sonnentau – da gilt: ansehen, aber nicht anfassen“, sagt Fuchs. Was er und seine Kollegen sich wünschen sind unmittelbare Moorerlebnisse für alle Sinne. Die Region sei wegen ihrer großen Hochmoorflächen prädestiniert für Umweltbildung dieser Art. Das Thema Hochmoor sei gerade in die Unterrichtsstoffe für den zwölften Jahrgang aufgenommen worden und damit relevant für das Abitur.

Die Erlebnisfläche liegt an der Meerstraße, Ecke Hubertusstraße in Mardorf. Am Einstieg ins Gelände ist eine Bushaltestelle. Pädagogisch soll die Anlage für Schüler vom Grundschulalter bis zum Abitur geeignet sein. „Wir werden Wasserproben ziehen und Pflanzenteile sammeln können, um damit in der Schule unter Mikroskopen zum Beispiel weiterzuarbeiten“, sagt Fuchs. Ginge es nach ihm, würde er sofort loslegen. Wenn alle Bestandteile zusammen sind, kann die Anlage im Herbst 2019 fertig sein. Partner der ÖSSM bei diesem Projekt sind der Naturpark, die Steinhuder Meer Touristik, die Jugendherberge und der Naturpark Service sowie die Region Hannover, das Land Niedersachsen und die Europäische Union.

Von Markus Holz

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