Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Neustadt Selbsthilfe hat in Neustadt starke Stimmen
Umland Neustadt

Selbsthilfe hat in Neustadt starke Stimmen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 18.05.2019
Sie kümmern sich - mit anderen - um Selbsthilfe in Neustadt (von links): Bernd Krause, Irene Siedow, Edeltraud Mory und Henrike Nielsen. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Sie gehen ihre Probleme gemeinsam an, suchen Hilfe bei anderen – und werden damit stark. Zahlreiche Neustädter sind in Selbsthilfegruppen organisiert, die sich mit Süchten, psychischen und sozialen Problemen, Erkrankungen oder Behinderungen befassen. Im Austausch finden sie Problemlösungen, seelischen Beistand, wenn sonst kaum noch jemand zuhört – und sie formulieren auch Wünsche und Forderungen auf politischer Ebene.

Und sie wollen wachsen, sich weiter vernetzen, weiteren Menschen hilfreich zur Seite stehen. „Manche Krankheitsbilder werden regelmäßig fehldiagnostiziert, weil das Wissen darüber fehlt“, sagt Edeltraud Mory, die selbst am Morbus Menière leidet, einem Drehschwindel, der immer wieder auftritt. Öffentlichkeit sei auch wichtig, um Tabus in der Gesellschaft zu überwinden, fügt Henrike Nielsen von der Kibis-Beratungsstelle hinzu.

15 Selbsthilfegruppen aus Neustadt sind bei der Kontaktstelle Kibis (steht für Kontakt, Information, Beratung im Selbsthilfebereich) registriert – wahrscheinlich gibt es noch deutlich mehr. Seit August hat die Kibis auch einen Stützpunkt im Neustädter Rathaus, die Berater sind dort regelmäßig dienstags vormittags zu erreichen. In Wunstorf zählt die Kontaktstelle elf Gruppen, in Garbsen acht.

 Die Spannbreite bei Themen und der Intensität der Teilnahme ist groß: Wöchentlich treffen sich etwa trockene Alkoholiker in verschiedenen Gruppen, monatlich die beiden Gesprächskreise für Angehörige von Demenzkranken. Die Diabetes-Selbsthilfe hört monatlich Vorträge, Gruppenleiter Dietmar Simoneit bietet darüber hinaus noch Beratungsstunden in der Post-Apotheke an. Manche Gruppen schaffen es sogar, gemeinsame Ausflüge zu organisieren, bei anderen sind auch monatliche Treffen nicht immer besonders gut besucht. Menschen mit seltenen Erkrankungen wie Morbus Menière oder dem Klinefelter-Syndrom müssen nach Hannover fahren, wenn sie sich mit anderen Betroffenen austauschen wollen.

Darüber hinaus setzt sich der Arbeitskreis Selbsthilfe für die Interessen der Betroffenen ein –insbesondere Barrierefreiheit hat er sich auf die Fahnen geschrieben. Dafür ist eigens eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die auf Barrieren im Neustädter Alltag hinweist. Mitglieder des Arbeitskreises Selbsthilfe arbeiten überdies im Ausschuss für Integration und Gleichstellung mit. Auf der gemeinsamen Internetseite www.snrue.de können sich die verschiedenen Gruppen darstellen. „Da können wir durchaus noch etwas Zulauf vertragen“, sagt Bernd Krause, der den Auftritt betreut.

Ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter wird gesucht

Ein wichtiges Ziel der Stadt ist, gleichwertige Lebensqualitäten für Menschen mit und ohne Behinderungen zu schaffen. Um das Ziel für alle städtischen Projekte im Auge zu behalten, soll ein Behindertenbeauftragter so bald wie möglich die Arbeit aufnehmen – und zwar ehrenamtlich, wie es in der jetzt veröffentlichten Ausschreibung heißt.

Dafür werde eine verantwortungsbewusste, einsatzbereite, kontaktfreudige und sozial kompetente Persönlichkeit gesucht, der die Belange der in Neustadt lebenden Menschen mit Behinderungen wichtig sind, die sich für diesen Personenkreis einsetzen möchte und die im Idealfall Kenntnisse über die Belange von Menschen mit Behinderung hat. Die oder der Beauftragte wird vom Rat der Stadt Neustadt für fünf Jahre berufen. Für den Arbeitskreis Selbsthilfe hat schon dessen Leiterin Irene Siedow Interesse bekundet.

Fragen zu der Tätigkeit beantwortet Ute Kemmer vom Fachbereich Soziales unter (05032) 84-510 oder ukemmer@neustadt-a-rbge.de. An dem Ehrenamt Interessierte können bis zum 6. Juni eine kurze Bewerbung mit Lebenslauf an ebendiese E-Mail-Adresse senden.

Die Aufgaben für das Amt ergeben sich aus der „Satzung über die Rechtstellung und Aufgaben der/des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen in der Stadt Neustadt am Rübenberge“ (online ist sie als Pdf-Datei unter https://www.neustadt-a-rbge.de/satzung behindertenbeauftragte zu finden).

Von Kathrin Götze

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie ist eine kleine Frau, aber eine der Größten in der CDU: Die Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer war am Freitagnachmittag in der Innenstadt zu Gast. Gemeinsam mit Lechner, Kuban und Hoppenstadt unterstützte sie ihren Kollegen Stefan Porscha im Wahlkampf.

20.05.2019

Einen starken Unterstützer für seinen Bürgermeisterwahlkampf präsentiert Kandidat Jürgen Stach am Dienstag, 21. Mai, in der Fußgängerzone: Unternehmer Ulrich Temps hat ihm einen gemeinsamen Auftritt zugesagt.

17.05.2019

Stärkung der dörflichen Strukturen und Umsetzung besonderer Ideen: Die LEADER-Region Meer & Moor hat von der EU fast 2,4 Millionen Euro zur Förderung regionaler Projekte bekommen – viele davon wurden schon umgesetzt.

17.05.2019