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Neustadt Stadt sucht neue Adresse für VHS-Möbellager
Umland Neustadt Stadt sucht neue Adresse für VHS-Möbellager
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13:19 17.12.2018
Das ist keine Bleibe für die Zukunft: Das Dienstleistungszentrum Möbellager der VHS an der Landwehr. Quelle: privat
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Neustadt

Die Stadtverwaltung Neustadt sucht neue Räume für das Möbellager der VHS. Die Halle zwischen Landwehr und Arnswalder Straße ist marode und soll abgerissen werden. Die Stadt hat Ideen, aber noch keine Lösung für die VHS. Die VHS selbst wartet ab.

„Die Stadt hat großes Interesse, der VHS-Einrichtung zu helfen und sie in Neustadt zu erhalten“, sagt Stadtsprecherin Nadine Schley. Die Stadt sei über die Schwächen der Halle informiert, „das Gebäude ist abgängig, keine Frage“, sagt Schley. Mitarbeiter der Verwaltung seien auf der Suche nach einer passenden Immobilie. „Es gibt Ideen, aber noch keine Lösung“, sagt Schley. Das Lager an der Landwehr werde definitiv nicht geschlossen, bevor nicht eine Alternative feststehe.

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Dass diese und weitere Immobilien auf der Rückseite des Bahnhofgeländes mittelfristig abgerissen werden, ist unstrittig. Unklar ist aber, wie die Stadt das Gelände danach nutzt. Es gehört zum Entwicklungsbereich Innenstadt. Vor etwa fünf Jahren hatten Ingenieure den Plan für eine Parkpalette ausgearbeitet. Er scheiterte am Einspruch von Anliegern und Politik. Seitdem bewegt sich wenig bei den Entscheidern.

Martina Behne, Geschäftsführerin der VHS, hat offenbar keine Eile. „Im Moment funktioniert alles, es ist aber alles sehr alt“, sagt Behne. Je länger die beiden Anleiter und die Teilnehmer der Integrationsprogramme bleiben könnten, desto besser, „weil die Kunden die Adresse kennen“, sagt Behne. Bisher habe die VHS von der Stadt weder eine Kündigung noch die Mitteilung, dass sie überhaupt die Halle räumen muss. „Wir suchen selbst nicht, wir warten ab. Die Stadt ist unser Vermieter und einer der Träger der VHS. Sie wird etwas finden“, sagt Behne.

Große Ansprüche an eine neue Bleibe des Möbellagers habe sie nicht: Büros für die Anleiter, ein Aufenthaltsraum, sanitäre Anlagen, möglichst viel Platz für die Möbel, einen Werkstatt-Bereich – alles einfach, „aber so, dass wir angemessen arbeiten können“, sagt Behne. Entscheidend für den Möbelhandel sei eine gute, erreichbare Lage im Stadtgebiet.

VHS-Lager klingt irreführend, weil eigentlich nichts gelagert wird. Die Einrichtung ist eine Art soziales Kaufhaus für Möbel und andere Einrichtungsgegenstände. Die VHS beschäftigt dort zwei Betreuer. Zur Zeit helfen sie 34 Menschen, einen Weg zurück in eine regelte Arbeit zu finden. Die Arbeit des VHS-Dienstleistungszentrums ist Teil der beruflichen Bildung. VHS und Jobcenter arbeiten eng zusammen. Die Begleitung der 34 Mitarbeiter wird über das Jobcenter finanziert. Auch wegen dieser wertvollen sozialen Arbeit legt die Stadt Wert auf eine Fortsetzung des VHS-Lagers als Beschäftigungsmöglichkeit.

Künstlerin Gesa Elsner hat kürzlich im Möbellager allerhand Dinge fotografiert, die fast jeder aus Jugend oder Vergangenheit kennt. Quelle: Kathrin Götze

Die Mitarbeiter und Betreuer begutachten Möbelspenden, holen die Stücke zu Hause ab, wenn sie verkäuflich erscheinen, arbeiten sie mit Hilfe der VHS-Werkstatt Goethestraße auf und stellen sie in der Halle aus. Jeder ist berechtigt, dort einzukaufen. Es braucht keine Bescheinigung von der Stadt oder dem Jobcenter über die sozialen Verhältnisse eines Käufers. Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags bis 12 Uhr. Wer Möbel abgeben will, erreicht das VHS-Dienstleistungszentrum unter Telefon (05032) 917837.

Von Markus Holz