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Neustadt Was können Neustadts Bürgermeisterkandidaten?
Umland Neustadt Was können Neustadts Bürgermeisterkandidaten?
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20:50 06.05.2019
Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Neustadt treffen sich auf der Robby (von links): Marco Lange, Arne Wotrubez, Stefan Porscha, Christina Schlicker, Dominic Herbst, Ralf Wetzel und Jürgen Stach. Quelle: Mario Moers
Neustadt

Knapp drei Wochen vor der Bürgermeisterwahl häufen sich die Fragen nach der Qualifikation, die die Bewerber um das Amt des Verwaltungschefs mitbringen. Ein klassischer Verwaltungswirt oder Jurist gehört nicht zum Kandidatenkreis, auch Führungsaufgaben in einem der Stadtverwaltung mit ihren 270 Mitarbeitern vergleichbaren Maßstab haben die meisten noch nicht erfüllt.

Stefan Porscha (CDU), mit seinen 50 Jahren bei der Polizei Neustadt auf Streife unterwegs, hat aus Heimatverbundenheit auf eine weitere Karriere verzichtet, wie er sagt. „Wenn ich das Studium gewählt hätte, hätte ich mein kommunalpolitisches Engagement einschränken müssen.“ Seit 1986 habe er in Junger Union und CDU mitgewirkt, seit 1991 im Schneerener Ortsrat gesessen. Dem Rat gehört er seit 2008 an, der Regionsversammlung seit 2016. „Ich habe viele Kontakte in die Verwaltung, kenne die handelnden Personen und die Abläufe“, sagt Porscha.

Mit einem Studium der Politik, Verwaltungswissenschaft und Soziologie legt SPD-Kandidatin Christina Schlicker (50) Grundlagen. Sie habe bereits seit vielen Jahren in der Politik und im früheren Beruf Erfahrungen mit Verwaltung gesammelt, auch zwei Jahre als Referentin im Niedersächsischen Landtag gearbeitet. „Ich werde die Probleme im Team lösen, Fachleute und Bürger an den Tisch holen“, hat sie sich vorgenommen. „Und wenn die Führungsrolle gefragt ist, dann bin ich da und stehe meine Frau.“

Gastwirt Jürgen Stach (61) sagt dazu: „Ich habe 40 Jahre lang Leute geführt.“ Zur Verwaltung: „Ich weiß, dass die Fachleute da gut sind und ich mich fachlich auf sie verlassen kann.“ Im Wahlkampf spüre er, dass es ihm gelinge, Probleme auf den Punkt zu bringen, Visionen zu formulieren und Leute hinter sich zu versammeln. „Ich mache auch Fehler, muss mir abgewöhnen, Schnellschüsse ohne Rücksprache zu bringen“, sagt er noch.

Grünen-Kandidat Dominic Herbst (31) ist aktuell Teamleiter in der Versicherungsverwaltung. Er habe schon seit seiner Jugend gerne Verantwortung übernommen, erst als Schülersprecher und Jugendbürgermeister, nun auch als Sprecher der Grüne/Linke-Fraktion im Rat. Was die Verwaltungsarbeit angeht, unterschieden sich Versicherung und Stadtverwaltung grundsätzlich nicht so sehr, meint Herbst, „und auch die rund 270 Mitarbeiter führt man ja nicht alle direkt.“

Arne Wotrubez (44, FDP) hat in den vergangenen zwölf Jahren schon größere Teams geleitet. „Bei Führung kommt es darauf an, dass man Dinge vorlebt, Entscheidungen trifft, und dass die Leute sich darauf verlassen können, dass der Chef hinter ihnen steht“, sagt er. Er verzichte auf allzu vollmundige Wahlversprechungen und Vorhaben. „Es geht ums Bürgermeisteramt, nicht um ein politisches“, sagt er.

Der junge parteilose Kandidat Marco Lange (28) arbeitet seit fast vier Jahren in der Regionsverwaltung. „Als Führungskraft habe ich noch nicht gearbeitet, aber die Qualifikationen hole ich nach“, sagt er. Allerdings sei er für viele Kollegen Ansprechpartner und jemand, der das Wort ergreift, wenn es darauf ankomme.

Den zutreffendsten Erfahrungshorizont bringt vielleicht Linken-Kandidat Ralf Wetzel (62) mit, auch wenn seine Erfahrungen im Rathaus des Berliner Stadtbezirks Köpenick mehr als 30 Jahre zurückliegen: Als Referent im Bezirksrat, studierter Staatswissenschaftler, staatlicher Beauftragter des Bezirksbürgermeisters, Abteilungsleiter. Allerdings zu DDR-Zeiten. War das nicht ein anderes System? „Wir mussten doch genauso die Infrastruktur organisieren wie es heute auch passiert, die Leute wollen essen, wohnen, sich bewegen“, sagt er.

Mehr über die Bürgermeisterkandidaten erfahren Sie bei der Podiumsdiskussion am Montag, 13. Mai, ab 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums, zu der HAZ/NP Neustadt und Neustädter Zeitung gemeinsam einladen. Auch Fragen aus dem Publikum sind dabei vorgesehen.

Von Kathrin Götze

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