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Pattensen Leinetalschule: Eltern und Politiker gegen Schließung
Umland Pattensen

Eltern und Politik in Jeinsen gegen Schließung der Leinetalschule

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14:59 24.06.2019
Gegner der geplanten Schließung sagen, die Leinetalschule in Jeinsen sei baulich in gutem Zustand. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen

Gegen die von der Stadt Pattensen geplante Schließung der Leinetalschule in Jeinsen regt sich breiter Widerstand: Eltern und Politiker kritisieren den Vorschlag und auch die fehlende Beteiligung der Betroffenen im Vorfeld. Die Stadt schlägt vor, die Grundschule zu schließen und als Kindertagesstätte zu nutzen. Dafür soll in Schulenburg eine neue Grundschule gebaut werden, auf die künftig auch die Kinder aus Jeinsen, Vardegötzen und Thiedenwiese gehen sollen. Der Ortsrat Jeinsen hat den Vorschlag, die Leinetalschule zu schließen, einstimmig abgelehnt. Das letzte Wort hat der Rat am 3. Juli.

Dabei zogen die Ortsratsmitglieder auch Zahlen zur Grundschulentwicklung in Zweifel, mit denen die Stadt den Schließungsvorschlag begründet. Ortsratsmitglied Oliver Alt (UWJ) bekräftigte auf Nachfrage: „In meinen Augen sind die Zahlen fehlerhaft. Der Rat kann nicht ruhigen Gewissens auf Basis dieser Zahlen eine Entscheidung treffen.“

In Jeinsen besuchen 35 Kinder die Grundschule, diese Zahl soll bis zum Schuljahr 2024/2025 auf 57 steigen und dann 2028/29 auf 39 sinken. Die Grundschule Schulenburg besuchen 67 Kinder, der Höhepunkt soll für 2023/2024 mit 121 Kindern erreicht werden. Anders als in Jeinsen bleibt die Schülerzahl aber bis 2028/2029 hoch. „Ich hätte erwartet, dass die Entwicklung ähnlich ist wie in Jeinsen“, sagt Alt. Bürgermeisterin Ramona Schumann habe bei einer ersten Nachfrage darauf verwiesen, dass in Schulenburg viele alte Häuser von jungen Familien bezogen wurden. „Man kann doch so einen Sondereffekt nicht einfach fortschreiben“, sagt Alt.

Ortsvorsteher Meyer fehlt Wirtschaftlichkeitsnachweis

Dirk Meyer (UWJ), Ortsvorsteher für Vardegötzen und Mitglied im Rat, kündigte an, dass er die Drucksache ablehnen wird. Er kritisierte unter anderem, dass die Stadt die Schließung von Jeinsen und den Neubau in Schulenburg als einzige und wirtschaftlichste Möglichkeit darstellt.

Meyer meint, Jeinsen könne auch die Grundschule behalten, und die Einrichtung in Schulenburg, die marode ist, könnte saniert werden. Diese Variante sei nicht berücksichtigt worden. Es könne auch die Leinetalschule erweitert werden, die über „eine durchsanierte Sporthalle und einen topgepflegten Sportplatz“ verfüge. Meyer sagt, die Stadt habe „K.-o.-Kriterien für die Grundschule Jeinsen genannt, deren Nachweise bis heute ausstehen“. Zudem sei nicht durchgerechnet, was es kostet, die Leinetalschule in einen Kindergarten umzuwandeln. „Hier verweise ich auf die Kostenexplosion beim Dorfgemeinschaftshaus Schulenburg, dessen Räume zur Krippe umgebaut wurden.“ Nach Meinung von Meyer kann es keine Entscheidung geben, wenn nicht die Wirtschaftlichkeit bei allen Varianten nachgewiesen ist.

Eltern sehen viele offene Fragen

Eltern und andere Interessierte in Jeinsen sind entsetzt über die Vorschläge der Stadt. Auf Einladung der Elternräte von Kita und Schule gab es am Sonntagabend eine erste Versammlung. Dabei wurde unter anderem kritisiert, dass mit den Betroffenen vor Ort niemand gesprochen hat, sondern alles „hinter verschlossenen Türen“ erstellt wurde. Dass die Grundschule Schulenburg saniert oder neu erbaut werden muss, sehen auch die Eltern. Das soll aber nicht auf Kosten der Jeinser Schule geschehen.

Die Eltern schlagen unter anderem vor, die Leinetalschule als Außenstelle der Grundschule Schulenburg weiterzuführen – unter einer Schulleitung. Dann hätten alle Kinder weiterhin kurze Wege, aber auch beide Schulen würden profitieren und durch die größere Zahl von Lehrkräften und anderen Beschäftigten flexibler sein. Zur Frage der Kita-Plätze, die mit Blick auf das ganze Stadtgebiet besonders in Schulenburg und Jeinsen fehlen werden, wünschen sich die Eltern Lösungen für beide Orte. Der Kita-Platz-Bedarf könne durch Raummodule abgedeckt werden, die sollten aber in Schulenburg und Jeinsen stehen.

Von Kim Gallop

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