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Pattensen Hüpeder Dächer: Stadt verstößt gegen eigene Bauvorschrift
Umland Pattensen

Hüpeder Dächer: Stadt Pattensen verstößt gegen eigene Bauvorschrift

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13:02 12.07.2019
Hüpeder Fehlfarben: Die grauen, flachen Krippenmodule passen weder in Form noch in Farbe nach Hüpede. Quelle: Kim Gallop
Hüpede

Im Streit um die berühmt-berüchtigten Hüpeder Dächer hat die Stadt Pattensen jetzt noch einen draufgesetzt: Sie verstößt seit Jahren massiv gegen ihre eigenen Gestaltungsvorschriften und hat sich dadurch riesigen Ärger mit der Region eingehandelt. Denn die Dächer der Krippenmodule in Hüpede haben nicht nur die falsche Farbe, sondern ihre flache Form ist ebenfalls verboten. Das ist ein Grund dafür, warum die Module auf keinen Fall länger als bis zum 31. Oktober 2021 stehen werden. Was ein neues Problem für die Stadt aufwirft: Wo sollen dann die Krippenkinder hin?

Vorschrift forderte geneigte rot, rotbraune Dächer

Die Region als Bauaufsichtsbehörde hat die Laufzeit der umstrittenen Module gerade zum zweiten Mal verlängert. Aber nur äußerst ungern und mit dem deutlichen Hinweis: „Eine weitere Verlängerung wird nicht in Aussicht gestellt.“ Peter Hansen, Baudezernent der Region, weist darauf hin, dass das Gebäude 2015 als Provisorium genehmigt wurde, „um einen akuten Versorgungsengpass bei der Kinderbetreuung“ zu beheben. Die Module weichen aber in Farbe und Form von den örtlichen Bauvorschriften ab: Die Dächer sind grau statt wie vorgeschrieben rot bis rotbraun und nicht geneigt, sondern flach. Hansen schreibt in seiner Stellungnahme, es sei den Bewohnern des Baugebiets kaum zu vermitteln, „dass mehrere Bauherrn ihre fehlerhaften Dächer umdecken müssen, die Stadt sich jedoch an die Vorgaben nicht zu halten braucht“.

Es habe vonseiten der Region massive Bedenken gegen eine weitere Verlängerung für die Module gegeben, bestätigt auf Anfrage Axel Müller, Erster Stadtrat für Pattensen und Leiter des Baubereichs. Müller hatte persönlich mit Hansen gesprochen und die kürzlich erteilte dritte Ausnahmegenehmigung erreicht. Es werde keine weitere Verlängerung über Herbst 2021 hinaus geben, betonte Müller. Um das allen Beteiligten ganz deutlich zu machen, habe er den Mitgliedern des Rates das entsprechende Schreiben des Dezernenten zur Kenntnis gegeben. Ein Bauwerk müsse sich in die Umgebung einfügen, sagte Müller, „genau so sieht es auch die Region“.

Bauherrn deckten Dächer falsch

Eine harmonische Abrundung der historischen Bausubstanz – genau das wollten auch der Ortsrat Hüpede-Oerie und der Rat Pattensen, als 2009 die örtliche Bauvorschrift für das Baugebiet am Astrid-Lindgren-Weg erlassen wurde. Die Dächer sollten geneigte Sattel- oder Walmdächer sein und mit roten bis rotbraunen matten Ziegeln gedeckt werden. So sollte das Neubaugebiet die dominierenden Farben und Formen des alten Ortskerns in Hüpede mit seinen typischen Bauernhäusern und Scheunen aufgreifen.

Doch mehrere Bauherren deckten ihre Dächer, die alle die korrekte Form hatten, mit grauen bis schwarzen, teils glänzenden Ziegeln. Die Region schritt als Aufsichtsbehörde ein und verfügte 2015, dass die Dächer umgefärbt oder neu gedeckt werden mussten. Ein Bauherrnpaar klagte dagegen und scheiterte vor dem Verwaltungsgericht. Damit nicht noch mehr Bauherrn für viel Geld ihre neuen Häuser nochmals decken lassen mussten, wurde eine neue Bauvorschrift mit etwas gelockerten Regelungen erlassen. Flachdächer und bestimmte Farbtöne sind aber nach wie vor verboten.

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Von Kim Gallop

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