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Nachrichten 100 Jahre altes Wagenrad ist schöner denn je
Umland Pattensen Nachrichten 100 Jahre altes Wagenrad ist schöner denn je
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00:15 11.08.2017
Von Kim Gallop
Runde Sache: Helmut Krause (von links), Heinz Birnbaum, Herbert Meyer, Günter Gutknecht und Herbert Mohr freuen sich über das restaurierte Wagenrad. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen-Mitte

Das einst von Ortsbürgermeister und Landwirt Günter Bötger gespendete 1,40 Meter hohe Rad war wie ein Wahrzeichen für das Wegeteam geworden. Doch auch an so einem soliden Stück aus Eiche nagt der Zahn der Zeit. Als das Wegeteam - mit Günter Gutknecht, Helmut Krause, Herbert Mohr und Herbert Meyer - feststellte, dass das Rad marode ist, suchten sie Ersatz. Nach einem Aufruf in der Zeitung, spendete eine Dame aus Rethen, die ihren Namen nicht in der Öffentlichkeit genannt haben will, ein Kutschenrad.

Gleichzeitig bot Heinz Birnbaum, Pattenser Tischlermeister im Ruhestand an, das alte Wagenrad aufzuarbeiten. "Ich traue mir das zu", sagt er. Wer ihm zuhört, erkennt den Unterschied zwischen Reparatur und Restaurierung. Die Speichen, die Radnabe und der Eisenring mussten nur gereinigt und mit einem Schutzanstrich versehen werden, aber die Segmente des eigentlichen Rades, das vom Ring umfasst wird, waren nicht mehr zu retten. Birnbaum kaufte passendes Eichenholz bei der Firma Knapp in Deensen, die mit historischen Baustoffen handelt.

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Während der Tischlermeister auf seinen Lohn sowie auf Kosten für einen Teil des Materials verzichtete, kamen doch mehrer hundert Euro für das wertvolle Holz zusammen. Herbert Mohr dachte sich "Das Wagenrad ist doch eigentlich ein Ackerdenkmal". Mit diesem Argument gelang es ihm, vier örtliche Landwirte sowie einen Landmaschinenhändler - deren Namen er nicht nennen soll - als Spender zu gewinnen.

Jetzt haben die Mitarbeiter des Stadtbetriebshofes das Wagenrad wieder an seinem alten Standort aufgestellt. Dazu gehört auch das von dem kürzlich verstorbenen Wilhelm Paland geschnitztes Schild mit der Aufschrift "Calenberger Ackerweg - 10 km Rundwanderweg". Nach Auskunft von Herbert Meyer soll auf einem Sockel neben dem Rad demnächst noch ein kleines Schild angebracht werden, das über die Geschichte des alten Rades informiert.

Mit dem gespendeten Kutschenrad, dass auch mindestens 100 Jahre alt ist, hat das Wegeteam ebenfalls Pläne. "Das ist viel filigraner und eleganter", schwärmt Mohr. Es soll im "Reiter- und Pferdedorf Koldingen" einen Platz finden und dort für den Leineauen- und den Koldinger Seen-Weg werben. Wobei diese Wanderwege dem Wegeteam derzeit Sorgen machen: Sie haben durch den Dauerregen der vergangenen Wochen erhebliche Schäden davon getragen. Die Region als zuständige Behörde könne diese Schäden "nicht kurzfristig beheben lassen", sagt Mohr, weil die entsprechenden Fachfirmen vollkommen ausgelastet sind. "Es kann also etwas dauern."

Tischlermeister Heinz Birnbaum restauriert das mehr als 100 Jahre alte Wagenrad. Speichen, Radnabe und Eisenring sind noch original erhalten. Quelle: Helmut Krause
Kim Gallop 08.08.2017
Kim Gallop 10.08.2017