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Umland Pattensen Nachrichten Der Meister legt großen Wert auf Pünktlichkeit
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00:15 24.10.2013
Von Kim Gallop
Eine Münchner Investorengruppe legt die Wolle still. Die meisten der von Herbert Rogge 1973 fotografierten Gebäude werden abgerissen. Der markanteste Überrest ist der inzwischen denkmal-geschützte hohe Uhrturm von 1909, den Heinrich Riebesehl 1972 fotografiert hat.
Eine Münchner Investorengruppe legt die Wolle still. Die meisten der von Herbert Rogge 1973 fotografierten Gebäude (großes Bild) werden abgerissen. Der markanteste Überrest ist der inzwischen denkmal-geschützte hohe Uhrturm von 1909, den Heinrich Riebesehl 1972 fotografiert hat (kleines Bild). Quelle: Redaktion
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Pattensen

Siegfried Gebhardt aus Pattensen, Lehrling von 1954 bis 57, hat zum dritten Mal nach 2005 ein Lehrlingstreffen im Calenberger Hof in Pattensen organisiert.

Die Wolle hatte als Ausbildungsbetrieb einen guten Namen, für die Lehrlinge - viele aus Döhren, aber auch aus Pattensen, Arnum und Wilkenburg - gab es eine eigene Lehrwerkstatt. Dort führte als Meister Heinrich Volker ein strenges Regiment. Schmunzelnd erinnern sich die gesetzten Herren an seinen grauen Kittel, seinen Hut und seinen Pünktlichkeitswahn. Meister Volker ist bei diesem Treffen nicht dabei, im Dezember kann er seinen 103. Geburtstag feiern.

Heiko Brandes, heute 69 Jahre alt, und Albert Bothe, heute 78, kommen und kamen beide aus Pattensen-Mitte. Sie mussten jeden Tag mit dem Fahrrad die zwölf Kilometer zu ihrem Lehrbetrieb fahren und nachmittags wieder zurück. „Immer gegen den Wind“, erinnert sich Brandes. Er war erst 13, als er seine Ausbildung begann. Brandes hat sein Berichtsbuch mitgebracht. Dort hat der Lehrling in gestochen scharfer Schrift und schwarzer Tinte seine Werkstücke beschrieben und gezeichnet. Unter jede Seite hat Meister Volker seine Unterschrift gesetzt - auch Brandes Eltern mussten die Beurteilung abzeichnen. Gebhardt hat einen guten Überblick, was aus den ehemaligen Lehrlingen geworden ist. Die Ausbildung scheint eine gute Grundlage gewesen zu sein. Sehr viele Ehemalige haben sich zum Ingenieur fortgebildet, mehrere arbeiten noch heute, auch als Experten in China oder Frankreich.

Kim Gallop 21.10.2013