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20:15 12.04.2017
Pattensens Ausnahmeläufer Haftom Weldaj traniert an den Koldinger Seen für den 10-Kilometer-Lauf beim Hannover-Marathon am Sonntag.
Pattensens Ausnahmeläufer Haftom Weldaj traniert an den Koldinger Seen für den 10-Kilometer-Lauf beim Hannover-Marathon am Sonntag. Quelle: Torsten Lippelt
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Pattensen

„Ich möchte unter die ersten Drei kommen“, formuliert er klar sein Ziel. Untermauert hat er dies mit zahlreichen Lauferfolgen und entsprechenden Zeiten bei Regionsrennen seit dem letzten Jahr und als Sieger vom Sportscheck-Nachtlauf 2016.

Eigentlich wollte der im Januar 2015 nach Schulenburg gekommene Flüchtling aus Eritrea auf der Halbmarathon-Strecke antreten. „Da habe ich noch etwas an Eindruck gut zu machen“, ärgert er sich noch heute über sein Missgeschick, als er im vergangenen Jahr beim Halbmarathon auf die falsche Strecke abgebogen und sechs Kilometer zu weit gelaufen war. Auf der Originalstrecke wäre er unter den rund 8000 Läufern nach seiner Laufuhr mit 1:09:08 Stunden eigentlich Fünfter geworden.

Doch beim letzten Laufsieg in Springe, Ende Februar 2017, machte sich bei Haftom Weldaj ein Muskel am linken Knie schmerzhaft bemerkbar. „Deshalb trainiert er vorsichtig und läuft nur die 10 Kilometer“, erläutert sein Pattenser Mentor und Trainer Friedrich Weber, Leiter des Pattenser TSV-Sportabzeichentreffs.

Mit Hilfe des Gehrdener Osteopathen Carsten Pflüger und dank eines Schröpfkopf-Einsatzes hoffen beide nun, dass der bei 1,76 Meter Größe nur 58 Kilogramm wiegende TSV-ler rechtzeitig für den Lauf am Sonntag (Start 13 Uhr, am Neuen Rathaus Hannover) wieder in die Spur gekommen ist.

Um den weiteren zivilen Weg kümmert sich Friedrich Weber ebenso: Er finanziert für Haftom einen Privatlehrer, mit dem er zwei Mal die Woche Deutsch lernt. „Lesen und Verstehen klappt schon gut – nur das Schreiben auf Deutsch muss noch verbessert werden“, beurteilt der Läufer seine Fortschritte kritisch.

Zu denen hoffentlich bald nicht nur eine immer noch gesuchte handwerkliche Ausbildungsstelle gehört, sondern auch endlich ein Wiedersehen mit seiner seit langem nicht gesehenen Ehefrau, die zur Zeit in Äthiopien lebt. Was hat man schließlich von Erfolgen, wenn man sie mit seinen Liebsten nicht teilen kann…

Fotostrecke Pattensen: Ein Mann auf dem richtigen Weg

Von Torsten Lippelt

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