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00:22 21.06.2018
Der Förderverein Stadtmuseum Pattensen freut sich beim Tag der Offenen Tür am Donnerstag über den guten Zuspruch. Hermann Schuhrk erklärt Leander (7, li) und Felix (10, re.) die Details der historischen Kutsche. Quelle: Torsten Lippelt
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Pattensen-Mitte

Mit einem regelmäßig veranstalteten „Tag der Offenen Tür“ werben ab sofort die rund 80 Mitglieder vom FördervereinStadtmuseum Pattensen" und vom Arbeitskreis Heimatstube im und am Alten Spritzenhaus an der Marienstraße für ihre heimatgeschichtliche Arbeit und den Erhalt des Spitzenhauses für Lager- und Informationszwecke.

Hatten die Aktiven um Hermann Schuhrk beim letzten Mal einen Kurs in der seit dem Ende des Mittelalters verbreiteten Deutschen Kurrentschrift angeboten – der bei kostenfreier Beteiligung wohl gleich doppelt Ende Juni beziehungsweise im September starten wird - zeigte aus dem vierköpfigen Aktiventeam dieses Mal Günther Gnaas, wie man Zinnfiguren gießt und danach bearbeitet.

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Der Förderverein Stadtmuseum Pattensen freut sich beim Tag der Offenen Tür am Donnerstag über den guten Zuspruch. Günther Gnaas zeigt Jung und Alt, wie man Zinnfiguren gießt. Quelle: Torsten Lippelt

Den gesamten Nachmittag über „haben wir viele junge und ältere Besucher gehabt, die sich interessiert an unserer geschichtlichen Arbeit gezeigt haben“, freute sich Hermann Schuhrk. Dieser stand als Hauptmann der Stedtischen Scharwache vor allem vielen Kindern Rede und Antwort, wenn es um seine historische Uniform und den vor dem Alten Spritzenhaus aufgestellten Holz-Unterstand beziehungsweise die historische offene Pferdekutsche ging.

Hinsichtlich des Alten Spritzenhauses wirbt Hermann Schuhrk mit Förderverein und Arbeitskreis Heimatstube darum, dieses auch zukünftig weiter für ihre historischen Zwecke nutzen zu dürfen.

„Wir sind seit 2002 hier drin, weil uns der damalige Bürgermeister Günther Griebe das Spritzenhaus für die heimatgeschichtliche Arbeit und Sammlung überlassen hat. Wir hatten eine Alternative auf einem Dorf – aber man meinte damals, so etwas gehöre in die Stadtmitte. Unser Lager im Obergeschoss der Grundschule mussten wir wegen bevorstehender Baumaßnahmen räumen – und jetzt passiert da seit zwei Jahren nichts“, stellte Schuhrk die schon längerfristigen räumlichen Probleme des Fördervereins und der Heimatstube deutlich dar, für die er auf eine zufriedenstellende Lösung hofft. „Alle Exponate in einer kilometerweit entfernten Dorfscheune einzulagern - was denkbar wäre -, ist für die Ortsgeschichte von Pattensen nicht hilfreich.“

Viel Zuspruch fand der Tag der offenen Tore im Alten Spritzenhaus in Pattensen. Bei den Angeboten von Förderverein Stadtmuseum und Arbeitskreis Heimatstube fanden sich spannende Aktionen für jüngere und ältere Besucher.

Die Stadtverwaltung hat, auch zum Zwecke des Schuldenabbaus, vorgeschlagen, das Spritzenhaus zu verkaufen. Schuhrk und seine Mitstreiter haen dagegen Unterschriften gesammelt. Schuhrk fürchtet nicht nur, dass es schwer wird, einen guten neuen Ort für die heimatgeschichtliche Sammlung zu finden. Er fürchtet auch, dass das „städtebauliche Kleinod“ abgerissen wird. Der nächste Tag der offenen Tore im Spritzenhaus an der Marienstraße ist am Donnerstag, 21. Juni, von 15 bis 18 Uhr. Am Donnerstag ab 19 Uhr findet im Dorfgemeinschaftshaus Reden die Ratssitzung statt. Dann will der Rat endgültig über die Zukunft des Spritzenhauses entscheiden.

Von Torsten Lippelt