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Umland Pattensen Nachrichten In Grundschule wird jahrgangsübergreifend gelernt
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17:05 11.08.2013
Von Kim Gallop
Die Klassenlehrerinnen Christa Röhrs-Gothe (links) und Daniela Nolte stehen vor den Regalen mit Unterrichtsmaterial.
Die Klassenlehrerinnen Christa Röhrs-Gothe (links) und Daniela Nolte stehen vor den Regalen mit Unterrichtsmaterial. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen

Ziel ist es, mit den Jahren alle Klassen herkömmlichen Zuschnitts aufzulösen und Klassenfamilien zu bilden, in denen Kinder vom ersten bis zum vierten Jahrgang gemeinsam lernen. Das Konzept haben Schulleiterin Manuela Bülow-Kühn und das vierköpfige Kollegium zwei Jahre lang vorbereitet. „Die Grundvoraussetzung für das Vorhaben ist, dass alle Lehrer es mittragen“, betont Bülow-Kühn.

Unter anderem haben die beiden Pädagogen in einer Schule in Bremerhaven hospitiert, wo schon länger erfolgreich nach dem Modell gearbeitet wird. Die Eltern wurden mit mehreren Infoveranstaltungen mit ins Boot geholt. Der Förderverein hat viel Geld investiert, um besondere Regale und neues Unterrichtsmaterial anzuschaffen. Die Stadt als Schulträger ist informiert, eine Expertin der Landesschulbehörde begleitet das Projekt. Es bleibe immer noch eine Schule mit allen Facetten, die dazugehören: Lehr- und Lernziele, Klassenarbeiten, Hausaufgaben und Noten ab Klasse drei. „Die Form des Unterrichts wird etwas anders sein“, sagt die Schulleiterin, „aber die Inhalte sind identisch.“ Die Kinder haben in ihren Klassenlehrerinnen feste Ansprechpartnerinnen. Daniela Nolte und Christa Röhrs-Gothe sind für jeweils 17 Kinder des Jahrgangs eins und zwei verantwortlich, sie werden zeitweise gemeinsam unterrichten. Oder eine Lehrerin nimmt eine Kleingruppe heraus - etwa für Deutsch oder Mathematik -, während die Kollegin im Klassenzimmer bleibt.

Nach dem Familienmodell lernen die Jüngeren von den Älteren, und die Schnelllerner helfen denen, die etwas länger brauchen. Das stärkt nach Meinung Bülow-Kühns die sozialen Kompetenzen der Kinder, und jeder könne optimal gefördert werden: Kinder mit besonderen Schwierigkeiten ebenso wie Kinder mit besonderen Begabungen. „Selbst wenn ein Kind die Ziele des Jahrgangs nicht erreicht, muss es seine Klassenfamilie nicht verlassen“, sagt die Rektorin. Die Einführung der Inklusion in Niedersachsen sei ein Grund gewesen, über neue pädagogische Modelle nachzudenken. „Die einzelne Lehrkraft kann die komplexen Anforderungen kaum bewältigen. Deshalb muss sich das System ändern.“

Neben den Erstklässlern gibt es noch ein neues Mitglied der Schulgemeinschaft: Schulhund Nala. Die siebenjährige Golden-Retriever-Hündin wird nicht allein durch das Schulgebäude streifen. Sie wird von „Frauchen“ Bülow-Kühn gelegentlich und ganz gezielt eingesetzt: um leichter Kontakt zu verschlossenen Kindern herzustellen, die Konzentration zu fördern und um ganz nebenbei allen Kindern den richtigen Umgang mit Hunden zu vermitteln.

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