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Umland Pattensen Nachrichten Kein Zuschuss für Nachhilfe
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18:22 30.03.2010
Von Kim Gallop
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Die Antragstellerin lebt mit ihren zwei Kindern im Pattenser Stadtgebiet. Sie hat sich vor einem Jahr von ihrem Mann getrennt. Der heute elfjährige Sohn geht auf eine Grundschule im Stadtgebiet. Bei einer Besprechung Anfang des Jahres erfuhr die Mutter, dass die Schulleistungen für eine Realschulempfehlung nicht ausreichen. Die Schulleitung ist der Meinung, dass der Viertklässler seine Schwächen mit Nachhilfe ausgleichen könnte. „Er hat keine Fünf und keine Sechs im Zeugnis, aber eine Vier muss eine Drei werden“, sagt die Mutter.

Sie hat sich bei einem Nachhilfeinstitut erkundigt, doch der Unterricht sei mit 104 Euro im Monat zu teuer. Beim Programm des Sozialministeriums „Familie mit Zukunft“ gäbe es einen Zuschuss, aber nur einmalig 100 Euro. Deshalb stellte die Mutter im Februar einen Antrag beim Jobcenter Laatzen auf Zuschüsse für Nachhilfe.

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Der Antrag wurde mit dem Hinweis abgelehnt, dass solche Kosten „in der Regel“ nicht übernommen würden. Eine Ausnahme sei nur bei besonderen seelischen Belastungen des Kindes möglich. Die Mutter stellte erneut einen Antrag und schilderte, wie sehr ihr Sohn unter der Trennung vom Vater gelitten habe und immer noch leide. Dazu komme die schwierige finanzielle Situation. „Ich muss so oft sagen: Diesmal geht es nicht“, sagt die Mutter. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt.

Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte die Leiterin des Jobcenters, Dietlind Osterkamp, die Entscheidung. „Wir haben vermehrt Anträge auf Übernahme der Kosten für Nachhilfe.“ Es gebe dafür eine Härtefallregelung. Härtefälle seien etwa, wenn das Kind sehr lange krank war oder ein sehr naher Familienangehöriger gestorben ist. „Dass eine Schulempfehlung nicht so ausfällt wie erhofft, ist kein Härtefall“, sagt Osterkamp. Es sei auch Hilfe zur Selbsthilfe gefragt: So könnte die Familie Unterstützung in der Schule oder im Freundeskreis suchen.

Die Mutter reagierte enttäuscht auf die Absage. „Ich kann meinem Sohn schon in der Freizeit nicht viel bieten. Da soll doch nicht auch noch die Bildung leiden“, sagt sie. Sie kümmere sich sehr um ihre Kinder und achte auf die Hausaufgaben. „Aber manchmal braucht es eben mehr Unterstützung.“ Sie werde ihren Sohn auf die von ihr gewünschte Schule schicken, egal, wie die Empfehlung ausfalle.

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