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19:02 17.03.2015
Von Kim Gallop
Bürgermeisterin Ramona Schumann (links) zeigt der Landesbeauftragten Doris Schröder-Köpf die Zettel, auf denen Hilfsangebote eingetragen werden können.
Bürgermeisterin Ramona Schumann (links) zeigt der Landesbeauftragten Doris Schröder-Köpf die Zettel, auf denen Hilfsangebote eingetragen werden können. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen

Die Sozialdemokratin war einer Einladung von Bürgermeisterin Ramona Schumann (SPD) gefolgt. Das habe sie gern getan, sagte Schröder-Köpf, „schließlich ist Pattensen nicht irgendeine Gemeinde“. Die Menschen aus dem Stadtgebiet hätten schon nach Ende des Zweiten Weltkriegs gezeigt, wie großherzig sie sind, als durch die Vertriebenen in kurzer Zeit die Bevölkerungszahl um 30 Prozent stieg.

Die seit Kurzem stark steigenden Flüchtlingszahlen stellten die Kommunen in Niedersachsen vor große Herausforderungen, sagte die Landesbeauftragte. Das Land bemühe sich, die Städte mit Geld, das vom Bund kommt, aber auch mit besseren Informationen zu unterstützen. „Manchmal stehen die Menschen am Freitag vor der Rathaustür, das soll nicht passieren“, unterstrich sie. Es helfe auch der aufnehmenden Kommune, wenn bekannt sei, ob ein Kind überhaupt Schulerfahrung hat oder die vergangenen Jahre nur auf der Flucht war.

So ein Flüchtlingsnetzwerk funktioniere am besten, sagte Schröder-Köpf, „wenn die Ehrenamtlichen mit den Hauptamtlichen eng zusammenarbeiten“. Dies sei in Pattensen gegeben, weil das neue Netzwerk von zwei städtischen Mitarbeiterinnen koordiniert wird: Heike Grützner und Elisabeth Ilse vom Allgemeinen Sozialen Dienst, die von Bürgermeisterin Ramona Schumann vorgestellt wurden. Etwa 70 Gäste verfolgten die Veranstaltung in der Aula der Grundschule Pattensen.

Besonders beeindruckend: Noch vor der offiziellen Gründung des Netzwerks sind vielfältige Hilfen angelaufen. Andrea Eibs-Lüpcke, SPD-Mitglied im Ortsrat Koldingen, stellte den Arbeitskreis (AK) Sprachvermittlung vor. In Koldingen, Pattensen, Jeinsen und Schulenburg geben Ehrenamtliche Deutschunterricht für Kinder und Erwachsene. Peter Winter von der katholischen St.-Maria-Kirchengemeinde berichtete vom AK Alltagshilfe. Dabei begleiten Ehrenamtliche die Flüchtlinge zu Ämtern oder besorgen Möbel. Und sie zeigen den Neubürgern, wie sie sich bei der Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt oder bei der Tafel mit Kleidung und Nahrung versorgen können.

Kim Gallop 15.03.2015
Tobias Lehmann 13.03.2015