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Pattensen Schasse’sches Land: Haben die Kleingärten eine Zukunft?
Umland Pattensen

Pattensen: Anwohner begrüßen politisches Votum über Kleingärten

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16:02 23.09.2019
Wie geht es mit den Kleingärten im Schasse'schen Land weiter? Quelle: Torsten Lippelt
Pattensen-Mitte

Die Zukunft der Kleingärten im Schasse’schen Land soll zunächst nicht öffentlich besprochen werden. Der Ortsrat, der Bauausschuss und jetzt auch der Finanzausschuss haben den Antrag der UWG/UWJ-Gruppe auf Umwandlung des Bereichs in ein dauerhaftes Kleingartengebiet abgelehnt. Stattdessen wird empfohlen, das Thema zunächst in der AG Stadtentwicklung zu besprechen. Die Interessengemeinschaft der Anwohner unterstützt diese Empfehlung.

Die Situation im Schasse’schen Land ist verworren: Offiziell ist der Bereich als Grabeland ausgewiesen. Das bedeutet, dass dort lediglich einjährige Pflanzen angelegt werden dürfen und unter anderem keine Bauten mit Betonfundament zulässig sind. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Bötger wies im Finanzausschuss allerdings darauf hin, dass in ihm vorliegenden Pachtverträgen aus den Siebzigerjahren der Bereich schon als Gartenland bezeichnet wurde.

Kündigung der Kleingärten ist das „letzte Mittel“

Pattensens Erster Stadtrat Axel Müller sagte, dass dies am Ende keine Rolle spiele. Es handele sich in jedem Fall um einen Außenbereich ohne gültigen Bebauungsplan. „Wie Leute darauf kommen können, sich ohne irgendwelche Absprachen dort zweistöckige Betonbauten hinzustellen, verstehe ich nicht. Wenn die Bauaufsicht der Region Hannover da durch geht, lösen die alles auf“, sagte Müller. Die Stadt hatte die Parzellen in den vergangenen Jahrzehnten zwar verpachtet, diese anschließend jedoch nicht kontrolliert. „Das hat lange Zeit auch funktioniert. Doch jetzt häufen sich die Beschwerden“, sagte Müller. Die Stadt hat die Pächter zunächst ermahnt und jetzt sogar rund 40 Parzellen gekündigt. Dies sei das „letzte Mittel“ gewesen, sagte Müller.

Beschwerden kommen auch von den Pächtern selbst

Die Beschwerden kommen teilweise sogar von den Pächtern selbst. Auslöser der städtischen Kontrollen war ein Pächter, der auf die Gefahr eines umstürzenden Baums nach einem Sturm hingewiesen hatte. Die Interessengemeinschaft der Anwohner beklagt sich über zunehmenden Lärm durch Generatoren und Motorpumpen sowie Müllverbrennung. Die Anwohner betonen, dass es ihnen nicht um die Fällung von Bäumen gehe. Sie könnten sich in Absprache eine ökologische Weiterentwicklung der Fläche gut vorstellen.

Bevor eine Entscheidung getroffen wird, müssen viele Fragen geklärt werden. Die Anwohner weisen auf die unklare rechtliche Lage hin wie auch auf die Frage des Geldes. „Wie viel Geld müsste die Stadt in die Hand nehmen, wenn der Bereich Grabeland bleibt und wie viel, wenn es in ein anderes Gebiet umgewandelt wird?“, fragte einer der Anwohner. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Michael Wahl (CDU), sagte, dass dies alles in den Beratungen innerhalb der AG Stadtentwicklung geklärt werde. „Im Moment wissen wir das alle auch noch nicht“, sagte er.

Klaus Iffland (UWG/UWJ-Gruppe) sagte, dass seine Fraktion mit dem Verweis des Themas in die Arbeitsgruppe leben kann. „Uns ging es mit dem Antrag vor allem auch darum, Entwicklung in die Sache zu bringen“, sagte er.

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