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Pattensen Bauausschuss lehnt überdachte Fahrradstellplätze ab
Umland Pattensen Bauausschuss lehnt überdachte Fahrradstellplätze ab
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00:21 01.03.2019
An der Göttinger Straße in Höhe der Schöneberger Straße in Pattensen gibt es bereits Fahrradstellplätze. Quelle: Kim Gallop
Pattensen-Mitte

Der von der Region Hannover geplante Bau von überdachten Fahrradstellplätzen in Pattensen-Mitte wird vom Bauausschuss der Stadt mit Mehrheit abgelehnt. Die sogenannte Bike-and-Ride-Anlage soll an der Göttinger Straße in Höhe der Schöneberger Straße bei der Bushaltestelle errichtet werden. Die Region hat dafür einen Bauantrag gestellt, die Stadt Pattensen muss dafür ihr Einverständnis erklären. Das Projekt soll Fahrradfahrern einen sicheren Unterstellplatz für ihre Räder bieten und damit den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fördern. Auch der Ortsrat Pattensen hatte das Vorhaben mit Mehrheit abgelehnt. Entscheiden wird der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss am Dienstagabend. Das Ergebnis war bis Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Die Diskussion im Bauausschuss wurde am Montagabend sehr ausführlich und teilweise recht heftig geführt. Matthias Wiesner sagte, dass das Thema in der CDU-Ratsfraktion sehr kontrovers diskutiert werde. Der Bedarf für mehr Radstellplätze sei vorhanden, die Anlage werde aber in der geplanten Form abgelehnt. Einerseits würden „Angsträume“ entstehen, weil die gesamte Parkplatzfläche nicht mehr einsehbar sei. Die Trennwände seien zu hoch. „Sie wirken wie eine Lärmschutzwand“, sagte er. Zudem sieht er Gefahren für Radfahrer, die aus dem Unterstellplatz herausrollen und plötzlich die Fahrbahn von Autos kreuzen. „Der Autofahrer hat keine Chance, zu reagieren“, sagte er. Und schließlich lehne die CDU-Ratsfaktion auch die Folgekosten ab, die für Pattensen entstehen, wenn das von der Region finanzierte Bauwerk in die Verantwortung der Stadt übergeht.

Bürgermeisterin fragt die Pattenser

Bürgermeisterin Ramona Schumann hat sich über ihren Facebook-Account direkt an die Pattenser Bürger gewandt: Soll die Bike-and-Ride-Anlage gebaut werden oder nicht? Innerhalb von 20 Stunden gab es 20 Kommentare zu dem Thema, die ein sehr vielfältiges Meinungsbild zeigen. Ein Kommentator sieht noch viele offene Fragen, wer zum Beispiel für mögliche Vandalismusschäden aufkommt. Schumann erläutert, dass die Kosten sowie der Einsatz von Personal für Unterhaltung und Bewirtschaftung nicht absehbar seien, da es sich um ein Pilotprojekt handelt. Ein weiterer Kommentar bezieht sich darauf, dass die Stadt lieber in andere Projekte investieren sollte, zum Beispiel in Stühle und Tische für den Freizeitbereich der KGS, als den Unterhalt für dieses Projekt zu übernehmen.

Einige Bürger äußern sich aber auch zustimmend. So wird darauf hingewiesen, dass noch mehr Pattenser ihr Rad für den Weg zur Haltestelle nutzen würden, wenn dort die Möglichkeit besteht, es sicher unterzustellen. Auf kritische Kommentare, die sich auf die Optik der Anlage beziehen, antworten andere, dass der Bereich zurzeit auch nicht besonders hübsch sei.

Sogar eine Frau aus Hemmingen nahm an der Diskussion teil. Sie lobte Schumann für diese Art der öffentlichen Bürgerbeteiligung. Schumann moderierte die Diskussion und antwortete auf alle Kommentare. Sie wies aber auch darauf hin, dass dies viel Zeit koste und nicht „ständig wiederholbar“ sei. tl

SPD-Ratsmitglied Jörg Walkowiak sagte, dass seine Partei das anders sehe. Es sei wichtig, die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs zu steigern. „Die Lösung ist akzeptabel und bietet viele Vorteile für Pattensen“, bekräftigte Walkowiak. Er wies darauf hin, dass das große Neubaugebiet Pattensen-Mitte-Nord schlecht an den ÖPNV angebunden sei. „Viele Anwohner würden gerne das Fahrrad nutzen.“ Michael Dreves (Bündnis 90/ Die Grünen) sprach sich im Namen seiner Fraktion ebenfalls für den Bau aus. „Das ist eine Chance, nicht nur über Klimaschutz zu reden, sondern etwas dafür zu tun“, sagte er. Und er wies darauf hin, dass gute Fahrräder viel Geld kosten, so dass die Eigentümer Wert auf sichere Unterstellplätze legen.

Georg Thomas (CDU) kritisierte, dass bei einer Ortsbegehung mit Vertretern der Region die Bauausschuss-Mitglieder viele Punkte angesprochen hätten, die die Region dann bei der Überarbeitung des Entwurfs nicht aufgegriffen habe. Ihm widersprach aber Walkowiak ganz entschieden. Er sagte, bei der Ortsbegehung habe der zuständige Vertreter der Region sehr klar gesagt, was baulich möglich sei. „Dann haben wir uns auf Eckpunkte geeinigt. Was wir gefordert haben, ist alles umgesetzt worden.“

Von Kim Gallop

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