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Pattensen Baugebiet Mühlenfeld wird ein „kleines Dorf“
Umland Pattensen

Pattensen: Baugebiet Mühlenfeld in Pattensen soll Platz für bis zu 1200 neue Einwohner bieten

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00:19 22.06.2019
Das Baugebiet Mühlenfeld soll am nördlichen Ortseingang von Pattensen-Mitte entstehen. Quelle: Kim Gallop
Pattensen-Mitte

Die Planungen für das Neubaugebiet Mühlenfeld gehen in die nächste Runde. „In dem rund zehn Hektar großen Bereich wird Platz für bis zu 1200 neue Einwohner geschaffen. Das ist ein kleines Dorf“, sagt der Erste Stadtrat und Leiter des Fachbereichs Bau, Axel Müller. Nachdem der Rat im vergangenen Jahr für die Ausweisung des Gebiets am nördlichen Ortseingang gestimmt hat, sollen jetzt in einer Vorstudie die Auswirkungen auf Pattensen-Mitte geprüft werden. „Bei einem Baugebiet dieser Größe sind umfangreiche Faktoren zu berücksichtigen. Wir müssen unter anderem den veränderten Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten und Schulen prüfen, die Auslastung der Kläranlage, den Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr und die Verkehrslage insgesamt“, sagt Müller.

Bauarbeiten könnten in vier bis fünf Jahren beginnen

Ist bei so einer großen Zahl von neuen Einwohnern dann sogar der Bau einer neuen Grundschule notwendig? Müller will sich noch nicht festlegen. „Ausgeschlossen ist das nicht. Doch wir erheben jetzt zunächst die Daten und schauen dann weiter“, sagt er. Er rechnet damit, dass aufgrund der Erhebungen im nächsten Jahr die politische Entscheidung getroffen werden kann, ob die Erschließung des Gebiets weiter gehen soll. Anschließend würde dann eine Bauleitplanung folgen, die bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen kann. „Wenn es keine Überraschungen gibt und die Politik sämtlichen Schritten zustimmt, könnten 2023/2024 die Bauarbeiten beginnen“, sagt Müller.

Nach der bisherigen Planung sollen geförderter Wohnraum und Geschosswohnungsbau ebenso entstehen wie Einfamilienhäuser. Auch alternative Formen wie etwa ein spezieller Bereich für ein Mehrgenerationenwohnen sei denkbar. „Im angrenzenden Baugebiet Mitte-Nord ging es uns damals vor allem darum, neuen Wohnraum zu schaffen. Die heutigen Anforderungen an ein Baugebiet haben sich allerdings geändert“, sagt Müller. So soll der Bereich von Beginn an als Wohngebiet wie auch als attraktives Lebensumfeld geplant werden und neben den Häusern auch ausreichend Platz für Grünflächen wie auch freie Flächen sowie breite Straßen und Parkplätze bieten.

Wo jetzt noch das Land noch bewirtschaftet wird, soll das Baugebiet Mühlenfeld entstehen. Quelle: Kim Gallop

Mit der städtebaulichen Vorstudie soll die 2017 gegründete Baulandentwicklungsgesellschaft Pattensen PABEG ihren ersten Auftrag bekommen. Das schlägt die Verwaltung in einer Vorlage vor. Wenn der Rat der Stadt der anschließenden Entwicklung des Baugebiets zustimmt, soll die PABEG auch das Bauleitplanverfahren übernehmen.

Stadt hält Mehrheit an der PABEG

Die Anteilseigner der PABEG sind zu 52 Prozent die Stadt Pattensen und zu 48 Prozent die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass durch die Auslagerung der Anteile auf eine Eigengesellschaft die Planungshoheit der Stadt nicht eingeschränkt wird. Vielmehr sei davon auszugehen, dass durch die Unterstützung einer „kompetenten Partnerin die Erschließung und Vermarktung auch kleinerer Flächen und Baulücken möglich wird“, heißt es von der Verwaltung. Weitere Vorteile seien eine Reduzierung des Personalaufwands in der Verwaltung, keine sonst notwendige Vorfinanzierung von Grunderwerb und die Schaffung von Planungs- und Investitionssicherheit. Zudem werden Projekt- und Prozessrisiken von der Gesellschaft getragen.

Bisher habe es noch keine Gelegenheit für die PABEG gegeben, um in ihrem Geschäftsfeld aktiv zu werden. Dies soll nun erstmals für das Baugebiet Mühlenfeld der Fall sein und künftig auch für weitere Baugebiete. Die Vertreter der PABEG hatten sich im Januar in einer nicht öffentlichen Sitzung der AG Stadtentwicklung vorgestellt. Die AG hatte daraufhin empfohlen, die PABEG mit dieser Aufgabe zu betrauen. „Da es jetzt das erste Mal sein wird, lassen wir den Rat noch einmal offiziell zustimmen. Anschließend soll es aber ein Automatismus werden, dass die PABEG die Vorplanungen übernimmt“, sagt Müller.

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SPD fordert Neubaugebiet Mühlenfeld.

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Rat stimmt für Baugebiet Mühlenfeld.

Von Tobias Lehmann

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