Pattensen: Butterflymesser - Mann am Amtsgericht Springe angeklagt
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Pattensen Pattenser mit Butterflymesser kommt vor Amtsgericht Springe glimpflich davon
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Pattensen: Butterflymesser - Mann am Amtsgericht Springe angeklagt

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08:56 30.06.2021
Weil er ein Butterflymesser besessen hat, musste sich ein Pattenser nun vor dem Amtsgericht Springe verantworten.
Weil er ein Butterflymesser besessen hat, musste sich ein Pattenser nun vor dem Amtsgericht Springe verantworten. Quelle: Andreas Zimmer
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Pattensen

Weil die Polizei bei der Durchsuchung seiner Wohnung ein sogenanntes Butterflymesser, ein Faltmesser mit zweigeteilten, schwenkbaren Griffen, entdeckt hatte, musste sich nun ein 44-jähriger Pattenser vor der Strafrichterin am Springer Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf: Der Mann soll gegen das Waffengesetz verstoßen haben. Die Richterin traf dabei eine sehr milde Entscheidung.

Im Februar vergangenen Jahres hatte die Polizei die Räume seiner Wohnung durchsucht. Dabei hatten die Beamten aber gar nicht den nun Angeklagten, sondern dessen Sohn im Visier. Das Butterflymesser fanden die Polizisten verschlossen in einem Tresor im Nachttisch des Vaters. Er habe den Beamten von dem Messer erzählt, berichtete der Mann vor Gericht. Weil er in der Wohnung kein eigenes Schlafzimmer habe, hätten die Beamten auch seinen Schlafbereich im Wohnzimmer mit durchsucht. Und nur deshalb sei das Messer gefunden worden.

Angeklagter: „Ich wollte nichts Böses“

„Ich wusste, dass ich das Messer nicht besitzen darf“, räumte der Pattenser ein. Es sei aber seit Jahrzehnten sein Eigentum und darüber hinaus bezeichnete er es als ein Erinnerungsstück. „Ich wollte nichts Böses mit dem Messer“, sagte der Mann. „Ich fand es gemein, dass ich dafür bestraft werde, kein eigenes Schlafzimmer zu haben“, erklärte er vor Gericht weiter.

Kurios: Wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz mit diesem Messer war der Mann bereits einmal vor Gericht gelandet. Die Richterin hatte das Verfahren gegen eine Geldauflage von 300 Euro damals eingestellt. Gezahlt hat der Mann aber bislang lediglich 50 Euro. Die Zahlung der noch ausstehenden Summe war nun vor Gericht kein Thema mehr.

Staatsanwaltschaft fordert 260 Euro Geldstrafe

Die Staatsanwältin forderte eine Verurteilung des Mannes zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 13 Euro. Die Richterin beließ es allerdings bei einer Verwarnung. Sie behielt sich aber eine Verurteilung zu der beantragten Geldstrafe von 260 Euro vor. Nur, wenn der ansonsten bislang unbescholtene Mann sich weiterhin nichts zu Schulden kommen lässt, müsse er nichts weiter zahlen. Sie begründete die Entscheidung damit, dass das Messer schließlich eingeschlossen gewesen sei.

Von Annegret Brinkmann-Thies